Drei große Hunde sitzen erwartungsvoll im geöffneten Kofferraum

Urlaub mit Hund: Das solltest du beachten

Wir verreisen seit vielen Jahren mit Hunden – mit einem, zwei oder auch drei Vierbeinern, mit jungen und alten Hunden, mit sportlichen und weniger fitten, mit Angsthunden und auch mit Hunden, die gesundheitlich besondere Anforderungen stellten. Dabei haben wir ganz unterschiedliche Urlaubsformen ausprobiert: Wir wohnten mit unseren Hunden in Hotels und Pensionen, in Ferienhäusern und Ferienwohnungen und – mit wachsender Begeisterung – in Wohnwagen und Wohnmobilen.

Eine Erfahrung hat sich dabei immer mehr bestätigt: Urlaub mit Hund wird vor allem dann entspannt und fröhlich, wenn wir nicht nur die eigenen Wünsche berücksichtigen, sondern auch die Bedürfnisse unseres Hundes. Ein Reiseziel, an dem sich der Vierbeiner ebenso wohlfühlt wie wir, eine passende Unterkunft und gemeinsame Erlebnisse machen schließlich nicht nur den Hund glücklich. Sie machen auch den Urlaub für uns Menschen schöner. Doppeltes Ferienglück also.

Das bedeutet übrigens nicht, dass wir auf Dinge verzichten müssen. Wenn zum Beispiel ein Stadtbummel ganz oben auf unserer Bucketlist steht, unternehmen wir vorher eine Wanderung, die unseren Freund auslastet. Denn ein entspannter, zufriedener Bello ist beim Pflastertreten durch Innenstädte der deutlich bessere Begleiter.

Welche Reiseziele eignen sich für welchen Hund? Wann sind Meer, Berge oder ein Urlaub am See eine gute Wahl? Welche Unterkunft passt zu Mensch und Hund. Und worauf sollte man bei Hotel, Ferienwohnung oder Campingplatz achten? Wir berichten hier, was wir auf unseren Reisen gelernt haben, und geben unsere Erfahrungen ebenso weiter wie Tipps aus unserem Freundeskreis und von Menschen, deren Reiseerfahrung wir schätzen. Dazu kommen wichtige Informationen zu Anreise, Reisezeit, Einreisebestimmungen und der richtigen Ausstattung für unterwegs.

Welches Urlaubsziel passt zu mir und meinem Hund?

Berge, Meer oder lieber ein See vor der Haustür? Welches Urlaubsziel für einen Hund geeignet ist, hängt nicht nur davon ab, was uns Menschen gefällt. Auch Temperament, Alter, Fitness und Vorlieben des Vierbeiners spielen eine Rolle. Ein wasserscheuer Hund kann am Meer trotzdem glücklich werden, wenn er Sand und lange Spaziergänge liebt. Und ein begeisterter Schwimmer muss nicht unbedingt an die Küste fahren.

Wir schauen deshalb nicht nur auf schöne Urlaubsziele, sondern darauf, was Mensch und Hund dort gemeinsam unternehmen können – und welche Besonderheiten ihr bei der Planung bedenken solltet.

Urlaub am Meer mit Hund

Meer ist nicht gleich Meer – und auch Hunde haben ganz unterschiedliche Vorstellungen vom perfekten Strandurlaub. Unser Rhodesian Ridgeback Carama zum Beispiel war rassetypisch wasserscheu. Trotzdem liebte er Urlaub in Holland, weil er dort am Strand entlangrennen und sich in den Sand werfen konnte. Unser Amos genießt das auch – und findet es zusätzlich großartig, im Wasser zu planschen.

Wenn der Hund vor allem Sand, Bewegung und viel Platz liebt, sind lange Strände ein wunderbares Urlaubsziel. Besonders gute Erfahrungen haben wir deshalb mit der niederländischen Küste gemacht. Außerhalb der Saison können Hunde dort an vielen Stränden freilaufen, und die kilometerlange Küstenlinie lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Große Freiheit an Zeelands Riviera. Kaum zu glauben, dass der Strand im Sommer überlaufen ist.

Dänemark ist für Strandfans eine ebenso gute Wahl: scheinbar endlose Strände für ausgedehnte Spaziergänge und außerhalb der Badesaison viele Freiheiten für Vierbeiner. Puderweicher Sand und weite Strände mit Wald fast bis zum Meer haben uns an der polnischen Ostseeküste begeistert. Hier findet ihr zahlreiche Hundestrände und wilde Strandabschnitte, an denen ihr euch frei bewegen könnt.

Wer Urlaub am Meer mit ausgedehnten Wanderungen über dem Meer verbinden möchte, ist unserer Erfahrung nach an der spanischen Nordküste und in Portugal, besonders an der Algarve, genau richtig. Die Landschaften mit ihren oft hohen Steilküsten, bizarren Felsformationen, Leuchttürmen und historischen Wanderwegen entlang der Küste haben uns beeindruckt. Gleiches gilt für Bretagne und Normandie. An der französischen Atlantikküste sind die Regeln für Hunde allerdings teilweise strenger, vielerorts sogar ganzjährig. Außerhalb der französischen Sommerferien erwarten euch häufig mehr Freiheiten.

Wenn euer Hund und ihr den Ferientag am Meer am liebsten mit Schwimmen verbringt, können wir die Toskana empfehlen. Die Strände sind nicht ganz so lang wie beispielsweise in Holland, dafür gibt es tolle Hundestrände, die sich auch für einen Urlaub in der Hauptsaison anbieten.

Vom Beginn der Freilauffläche bis zum Wasser erstreckt sich eine gefühlte Ewigkeit. Einfach mega! 🙂

In Deutschland mögen wir St. Peter-Ording besonders: Die beiden riesigen Freilaufzonen bieten viel Platz zum Toben, Planschen und Schwimmen. Auch Rügen und Usedom sind schöne Ziele für einen Urlaub mit Hund, allerdings gelten dort deutlich mehr Einschränkungen für den Freilauf. Auf Sylt sind die Regeln noch strenger.

Grundsätzlich gilt deshalb: Je beliebter und stärker frequentiert ein Badeziel ist, desto genauer solltet ihr euch über die örtlichen Regeln informieren – und wenn möglich außerhalb der Badesaison reisen.

Für Hunde, die wirklich gerne schwimmen, können dagegen auch andere Küstenziele interessant sein. Kroatien etwa bietet wunderschöne Küsten, glasklares türkisfarbenes Wasser und viele Möglichkeiten für einen Badeurlaub mit Hund. Der entscheidende Unterschied: Statt Sand gibt es an der kroatischen Adriaküste meist Kies. Das mag nicht jeder Hund – und nicht jeder Mensch. Dafür sind viele Küstenabschnitte auch in der Badesaison weniger überlaufen als klassische Sandstrandziele. Und wer mit seinem Hund nicht nur planschen, sondern richtig schwimmen möchte, findet hier beste Voraussetzungen.

Unterwegs an der italienischen Riviera.

Begeisterte Schwimmer sind auch in Ligurien an der italienischen Riviera richtig. Weite Sandstrände gibt es hier nicht, aber schöne kleine Buchten mit Abschnitten, an denen Hunde erlaubt sind. Wir haben uns vor allem in die Landschaft mit ihrem herrlichen Mix aus rauen Steilküsten, bonbonbunten Dörfern, Weinbergen und Olivenhainen verliebt. Ein ideales Ziel, um Schwimmen, Wandern und Erleben zu verbinden.

Was außerdem für einen Urlaub am Meer spricht, insbesondere an Nordsee und Atlantik: Urlaub am Meer belebt, nicht nur uns, sondern auch unsere Hunde – gerade die Senioren unter ihnen. Wir vermuten: Das liegt am Reizklima. Besonders schön haben wir das an unserer alten Hanni gesehen. Noch mit 16 Jahren galoppierte unsere sanftmütige Estrella-Berghündin, die nur noch sehr langsam lief, über die Strände Hollands. Zu sehen, wie sehr sie diese Ausflüge genoss, hat uns jedes Mal das Herz aufgemacht.

Unser Tipp: Bevor du einen Strandurlaub buchst, überlege nicht nur, ob du selbst Meer und Strand liebst. Frag dich auch: Was macht deinem Hund dort eigentlich Freude? Schwimmen? Rennen? Schnüffeln? Im Sand liegen? Lange Spaziergänge? Wenn du das weißt, findest du viel leichter das passende Küstenziel.

Unsere Inspirationen für Urlaub mit Hund am Meer:

Urlaub mit Hund am Meer in Deutschland

Urlaub mit Hund am Meer in Europa

Hier könnten wir ewig bleiben: Aussichtspunkt über der Hohenaualm mit Blick auf den Speichersee.

Urlaub in den Bergen mit Hund

Berge und Hunde passen für uns einfach gut zusammen. Aber gerade beim Bergwandern gilt: Nicht jeder Hund ist für jede Tour gemacht. Und auch ein sportlicher Hund sollte nicht überschätzt werden. Schwierigkeit, Untergrund, Höhenmeter und Länge der Tour müssen zum Hund passen.

Bei jungen Hunden ist beispielsweise nicht nur die Kondition ein Thema. Sie können sich auf langen oder technisch anspruchsvollen Wegen noch nicht so gut konzentrieren. Mit zunehmender Müdigkeit steigt deshalb auch die Verletzungsgefahr. Blockige, steinige Steige, auf denen ein mittelgroßer Hund problemlos unterwegs ist, können für kleine Hunde schnell zur Herausforderung werden: Ihnen fehlt schlicht die nötige Sprungkraft, um größere Stufen sicher zu überwinden. Für kleine Hunde – insbesondere für solche mit langem Rücken wie Dackel – kann deshalb ein Hunderucksack sinnvoll sein, in dem der Vierbeiner auf schwierigen Passagen abschnittsweise getragen werden kann.

Auch bei älteren Hunden sollten wir die nachlassende Konzentration und Sprungkraft im Blick behalten. Ein Hund, der früher problemlos über jeden Felsblock gesprungen ist, kann im Alter unsicherer werden oder schneller ermüden. Wie ihr erkennt, wann euer Hund erschöpft ist und eine Pause braucht, erklären wir hier.

Natürlich gibt es ausgesprochen erfahrene Bergfexe, die mit ihren Hunden auch seilversicherte Passagen meistern. Für den normalen Bergurlaub mit Hund gilt für uns aber eine einfache Regel: Was ausgesetzt oder gefährlich ist, lassen wir bleiben. Es gibt genügend wunderschöne Bergwanderwege, auf denen Mensch und Hund sicher unterwegs sind. Und Geschichten von Hunden, die abgestürzt sind, gibt es leider mehr als genug. Das Risiko muss niemand eingehen.

Von der Seilbahn leicht zu erreichen: Seealpsee bei Oberstdorf im Allgäu.

Gerade wer aus dem Flachland kommt und noch wenig Erfahrung mit Bergwanderungen hat, sollte deshalb klein anfangen. Viele als blau markierte und damit einfache Bergwege führen bereits zu großartigen Aussichten und durch beeindruckende Landschaften. So können sich Mensch und Hund langsam an Höhenmeter, längere Anstiege und das ungewohnte Gelände herantasten.

Denn Bergaufgehen ist auch für Menschen eine besondere Belastung. Wir erleben das immer wieder bei Freundinnen, die uns besuchen – darunter ausgesprochen fitte junge Sportlerinnen, sogar Tennisspieler*innen mit Weltranglistenpunkten. Auf ebenen Strecken topfit, sind selbst sie beim ersten längeren Anstieg oft erstaunlich schnell außer Atem. Bergwandern fordert den Körper eben anders als viele Sportarten. Und was für uns gilt, gilt erst recht für den Hund: Kondition lässt sich nicht einfach aus einer anderen Sportart übertragen.

Wer seinen Hund langsam an das Bergwandern heranführt, die Touren passend auswählt und schwierige oder ausgesetzte Passagen auslässt, kann dafür mit etwas ganz Besonderem belohnt werden: gemeinsamen Bergerlebnissen, bei denen Mensch und Hund gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

Unsere Inspirationen für Bergurlaub mit Hund:

Urlaub mit Hund in Inzell

Wir lieben es, mit unseren Hunden Neues zu entdecken. Doch es gibt Orte, die besuchen wir immer…

Schliersee und Bayrischzell: Wandern mit Hund

Wir lieben es, mit unseren Hunden Neuland zu entdecken. Doch in die Region rund um den Schliersee…

Urlaub mit Hund im Allgäu

Sanfte Hügel, imposante Berge, viel Freiraum zwischen Wiesen und Wald, Wäldern und klaren Seen –…

Schweiz mit Hund: Naturparadies Walensee entdecken

Nahe des Bodensees liegt der Walensee vor imposanter Bergkulisse. Ein Traumziel für Wandern mit…

Urlaub mit Hund und Kindern in Südtirol

Wer Südtirol hört, denkt oft zuerst an anspruchsvolle Bergwanderungen und spektakuläre…

Urlaub mit Hund in Slowenien

Am Hundestrand von Gmund am Tegernsee.

Urlaub am See mit Hund

See ist nicht gleich See – und ein Urlaub am Wasser funktioniert hier noch einmal ganz anders als am Meer. Unsere Erfahrungen beziehen sich vor allem auf größere, bekannte Seen in klassischen Urlaubsregionen. Am Lac d’Annecy, am Gardasee, am Lago Maggiore, am Tegernsee und am Chiemsee stand für uns vor allem eines im Mittelpunkt: Wandern und den See zwischendurch zum Abkühlen nutzen.

Denn gerade die bekannten Seen sind in der Badesaison häufig sehr voll. Die Zugänge zum Wasser sind vielerorts reglementiert, und ausgedehnte Spaziergänge direkt am Ufer, wie wir sie an langen Sandstränden lieben, sind hier meist nicht möglich. Wer seinen gesamten Urlaub mit Hund am See verbringen möchte, sollte deshalb genau hinschauen: Was bietet die Umgebung, wenn wir gerade nicht im Wasser sind?

Auch der Hund sollte zum Seeurlaub passen. Wer lange am Wasser bleiben und die Zeit dort genießen möchte, hat mit einem begeisterten Schwimmer deutlich mehr Möglichkeiten. Ein Hund, der nur ein bisschen planscht – wie unser Amos – wird sich am klassischen Hundestrand vermutlich schnell langweilen. Für ihn ist der See vor allem eine willkommene Abkühlung nach einer Wanderung.

Planschpause am Achensee.

Das gilt beispielsweise auch für den Millstätter See in Kärnten, den Durlassbodenstausee im Zillertal und den Walensee in der Schweiz, nahe zur deutschen Grenze.  Letztere kann man immerhin auf einem schönen Weg umrunden. Noch besser gefällt uns der Achensee: Hier lässt sich das Wandern wunderbar mit kleinen Badepausen verbinden. Auf dem Weg von Pertisau zur Gaisalm gibt es immer wieder wilde Buchten, an denen wir mit unseren Hunden ans Wasser gehen können. Gleiches gilt für den Ammersee, der an seinem Ostufer viele wilde Buchten zum gemeinsamen Schwimmen bietet und einen sehr schönen Wanderweg von Breitbrunn nach Steegen.

Für Wanderwochenenden mit Hund und gelegentliche Abkühlung kommen wir deshalb immer wieder gerne hierher. In diese Kategorie fällt auch der Starnberger See, der allerdings deutlich reglementierter und dichter bebaut ist als der Ammersee.

Baden und Wandern lässt sich wunderbar am Ammersee bei Buch.

Wer dagegen einen ganzen Urlaub mit Hund an einem See verbringen möchte, sollte sich nicht nur fragen, ob der Hund gerne schwimmt. Auch die Landschaft rund um den See muss etwas bieten. Gibt es schöne Wanderwege? Wälder und Berge? Sehenswürdigkeiten? Ausflugsziele? Möglichkeiten, gemeinsam etwas zu unternehmen? Sonst kann ein Urlaub am See schnell eintönig werden – insbesondere für Hunde, die keine begeisterten Wasserratten sind.

Und noch eine Erfahrung haben wir gemacht: Auch ein See, den man selbst vielleicht für einen Geheimtipp hält, ist an einem heißen Sommertag nicht unbedingt einsam. Unbekannt heißt nicht automatisch leer. Gerade Seen in der Nähe größerer Urlaubsregionen werden an warmen Tagen auch von Einheimischen als Ausflugsziel genutzt.

Unser Tipp: Wenn ihr einen Seeurlaub mit Hund plant, schaut euch deshalb immer auch die Umgebung an. Ein schöner See ist wunderbar – ein schöner See mit tollen Wegen und abwechslungsreichen Ausflugszielen ist noch besser.

Unsere Inspirationen für Urlaub am See mit Hund:

Tegernsee mit Hund genießen

Wenn die Urlaubssehnsucht drückt, die nächsten Ferien aber noch in weiter Ferne liegen, zieht es…

Gardasee mit Hund: unsere Tipps und Erfahrungen

Der Gardasee ist für uns das perfekte Reiseziel, um den Sommer früher beginnen oder länger…

Traumurlaub mit Hund am Lago Maggiore

Nachdem wir am Gardasee waren – für viele Münchner der See aller Seen – wollten wir wenigstens…

Traumwoche mit Hund am Lac d‘Annecy

Der Lac d’Annecy in den französischen Savoyen zählt zu den schönsten Seen…

Schweiz mit Hund: Naturparadies Walensee entdecken

Nahe des Bodensees liegt der Walensee vor imposanter Bergkulisse. Ein Traumziel für Wandern mit…

Heidenelken setzen der Wacholderheide bei Dautphe im Frühsommer Farbtupfer auf.

Urlaub vor der Haustür mit Hund

Es muss nicht immer Meer, Hochgebirge oder ein großer See sein. Deutschland ist schön – und gerade mittendrin gibt es erstaunlich viel zu entdecken. Nicht erst seit Corona, aber seither ganz besonders, haben wir unser Herz für die Regionen in der zweiten Reihe entdeckt: für Landschaften, die weder zu den großen Touristenmagneten noch zu den klassischen Urlaubszielen gehören.

Gerade in den Ferien, an Ostern oder an beliebten langen Wochenenden mit strategisch günstig gelegenen Brückentagen lohnt es sich, unbekanntere Ziele anzusteuern. Während sich andernorts die Menschen an den bekannten Hotspots auf die Füße treten, genießen wir mit unseren Hunden stille Wege, weite Landschaften und Orte, die meist nur diejenigen kennen und lieben, die in der Nähe wohnen. Warum also weit fahren, wenn das nächste schöne Wandergebiet vielleicht direkt vor der Haustür liegt?

Was dabei „vor der Haustür“ bedeutet, ist natürlich für jeden etwas anderes. Unsere eigenen Tipps liegen überwiegend im Süden Deutschlands und sind für Menschen aus Nord- oder Ostdeutschland nicht nah. Doch ganz gleich, wo du wohnst – mit diesem Trick findest du eine neue Region für einen (Kurz-)Urlaub mit Hund: Schau dir einfach die Naturparke deiner Region oder eines Bundeslandes an, das du noch nicht kennst.

Deutschland hat inzwischen 104 Naturparke, verteilt über das ganze Land. Sie sind eine echte Schatzkammer für alle, die abwechslungsreiche Landschaften, Naturerlebnisse und Ruhe suchen. Und anders als in Nationalparks gibt es hier oft deutlich mehr Spielraum, um eine Region gemeinsam mit dem Hund zu entdecken. Wälder, Wiesen, Moore, Flusstäler und Mittelgebirge bieten unzählige Möglichkeiten für Wanderungen und Ausflüge.

Wildblumen an einem Ackerrand bieten ein Farbenspiel der Superlative.

Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland ist für uns ein besonders schönes Beispiel: lichte Buchenwälder, Streuobstwiesen, Wasserläufe, Burgruinen und Höhlen – und ganz viele Blumen, viel Ruhe und Freiraum für Zwei- und Vierbeiner.

Natürlich bedeutet Naturpark nicht automatisch, dass Hunde überall freilaufen dürfen. Je nach Gebiet können unterschiedliche Regeln gelten, insbesondere in Naturschutzgebieten. Deshalb informieren wir uns vor einer Wanderung immer über die örtlichen Bestimmungen. Mehr zum Thema findet ihr auch in unserem Ratgeber zur Leinenpflicht beim Wandern mit Hund.

Wer also einen Urlaubsort sucht, der nicht schon auf jeder Bucketlist steht, kann einfach einmal die Übersicht der Naturparke in Deutschland durchstöbern. Der Verband Deutscher Naturparke bietet eine Übersicht über die Naturparke im ganzen Land. Vielleicht liegt das nächste schöne Wandergebiet viel näher, als ihr denkt.

In der imposanten Ruine Niederhaus. Hier weht der Hauch der Geschichte.

Zu unseren persönlichen Entdeckungen gehört das Donauries. Zwischen Heiden und Wäldern, Wiesen und Wasserläufen wandern wir zu Burgen, alten Klöstern und Kirchen. Für uns ist es einer der stillsten Winkel, die wir bislang gefunden haben – und gleichzeitig von München, Augsburg oder Ulm aus schnell erreichbar.

Unterwegs auf der Schwäbischen Alb. 

Etwas bekannter, aber ebenfalls wunderbar für entspannte Tage mit Hund, sind Regionen wie das Münsterland, das Unterallgäu, der Pfälzerwald, das Altmühltal, die Fränkische Schweiz, die Schwäbische Alb, das Fichtelgebirge, die Rhön und der Oberpfälzer Wald. Gerade die Mittelgebirge bieten mit Hund oft genau die Mischung, die wir suchen: viel Natur, abwechslungsreiche Wege, weite Blicke und genügend Freiraum für Zwei- und Vierbeiner.

Ein weiterer Vorteil der kurzen Wege zeigt sich bei Hunden, die lange Autofahrten nicht gut vertragen. Unsere Nachbarn liebten es, mit ihren Hunden im Auto bis nach Italien zu fahren. Dann kam Venne, ein Münsterländer, der nach wenigen Kilometern regelmäßig reisekrank wurde. Auch mit den richtigen Medikamenten waren längere Strecken kaum vorstellbar. Heute erkunden sie deshalb bevorzugt die nähere Umgebung – und entdecken dabei immer wieder neue schöne Ecken.

Manchmal ist die beste Lösung für einen Hund, dem das Autofahren schwerfällt, tatsächlich ein Urlaub ganz in der Nähe. Was bei Reisekrankheit hilft und worauf ihr achten könnt, erklären wir hier.

Für uns ist Urlaub vor der Haustür deshalb längst keine Notlösung mehr. Im Gegenteil: Weniger Fahrerei, weniger Trubel und dafür mehr Zeit draußen können gerade mit Hund ein echtes Plus sein. Und wer sich auf die zweite Reihe einlässt, entdeckt dabei manchmal Landschaften, die man ohne Hund vermutlich nie kennengelernt hätte.

Unsere Inspirationen für Urlaub und Ausflüge mit Hund abseits der großen Hotspots:

Perfekt für Ausflüge mit Hund: das Lahn-Dill-Bergland

Urlaub mit Hund in der Rhön

Wenn sich unsere Familie zum traditionellen gemeinsamen Wochenende trifft, reisen wir aus allen…

Wandern mit Hund im Fichtelgebirge

Wir finden das Fichtelgebirge märchenhaft! Stille Wälder, Moorseen, Felsen, die…

Mit Hund im Bayerischen Wald

Endlos wirkende Wälder, beeindruckende Felsformationen, idyllische Bergseen: Der Bayerische Wald…

Mit Hund im Oberpfälzer Wald

Der Oberpfälzer Wald steht für ausgedehnte Seen- und Teichlandschaften, dichte Wälder, mystische…

Pfälzerwald

Wälder und Weinberge, Burgen und bizarre Felsen – der Pfälzerwald bieten alles für einen…

Ausflüge mit Hund auf der Schwäbischen Alb

In unserem Freundes- und angeheirateten Familienkreis finden sich viele Schwäbinnen und Schwaben….

Donauries mit Hund: Wandern & Entdecken 

Auf der Freizeitmesse „Free“ schlenderten wir eher zufällig am Stand des Ferienlands Donauries…

Ein Mann mit Hund steht auf einem Hügel im Altmühltal. Im Hintergrund blauer Himmel.

Altmühltal

Imposante Felsen, Wacholderheiden, Burgen, Wasser, Wald. Unsere Hunde und wir lieben den…

Fränkische Schweiz mit Hund entdecken: unsere schönsten Wanderungen, Burgen, Höhlen und Ausflugsziele

Auf dem Weg ins

Münster & Münsterland mit Hund entdecken

Erst waren es unsere Eltern, die als begeisterte Radfahrer ihre Liebe fürs Münsterland entdeckten….

Alle Naturparke in Deutschland:

nationale-naturlandschaften.de

Urlaub mit Hund: die Anreise

Schon bei der Anreise entscheidet sich ein Stück weit, wie entspannt der Urlaub beginnt. Was für uns Menschen bequem und schnell ist, kann für einen Hund Stress bedeuten. Deshalb lohnt es sich, bei der Wahl des Verkehrsmittels gut zu überlegen.

Gut verstaut für längere Touren: Amos in seiner Box, Proviant in der Kühlbox.

Mit Auto und Hund in den Urlaub

Für viele Hundemenschen ist das Auto die unkomplizierteste Möglichkeit, in den Urlaub zu fahren. Man ist flexibel, kann Pausen dort machen, wo es für den Hund schön ist, und muss sich nicht mit Umstiegen oder vollen Abteilen herumschlagen. Aber auch beim Autofahren gilt: Der Hund sollte sicher und möglichst entspannt unterwegs sein.

Sicher reisen mit Hund

  • Hund niemals ungesichert im Auto mitfahren lassen.
  • Je nach Hund und Fahrzeug kommen Sicherheitsgeschirr, stabile Hundebox oder ein geeignetes Trenngitter infrage.
  • Einfache Hundenetze sind aus unserer Sicht keine gute Sicherheitslösung.
  • Die Sicherung sollte der Hund bereits vor der ersten langen Fahrt kennen.
  • Bei längeren Fahrten ausreichend Pausen einplanen – möglichst mit einem richtigen Spaziergang statt nur einem kurzen Stopp an der Raststätte.
  • Bei einer langen Urlaubsfahrt kann es sich lohnen, schöne Zwischenziele einzuplanen. So wird die Anreise selbst schon ein Teil des Urlaubs.

Mehr dazu haben wir hier für dich zusammengestellt.

Was, wenn der Hund Autofahren noch nicht kennt oder Angst davor hat?

Ein Hund, der Angst vor dem Auto hat, sollte nicht einfach zu einer langen Urlaubsfahrt gezwungen werden. Autofahren lässt sich üben – am besten in kleinen Schritten.

  • Mit sehr kurzen Fahrten beginnen.
  • Die ersten Ziele sollten etwas sein, das der Hund richtig toll findet: Wald, Hundewiese, Spaziergang oder Badeplatz.
  • Die Strecken langsam steigern.
  • Anfangs möglichst wenig kurvige Strecken fahren und starkes Bremsen oder Beschleunigen vermeiden.
  • Eine Transportbox kann Sicherheit geben, wenn der Hund vorher in Ruhe daran gewöhnt wurde.
  • Ruhig bleiben: Hunde reagieren auch auf unsere Anspannung.

Wir selbst haben das mit unserem Welpen Amos ausprobiert. Als er zu uns kam, war Autofahren für ihn zunächst purer Stress. Innerhalb einer Woche haben wir die Fahrten Schritt für Schritt von wenigen Minuten auf längere Strecken ausgedehnt – immer mit einem schönen Erlebnis am Ende. Mit Erfolg: Schon bald fuhr er entspannt in seiner Box mit.

Unsere Geschichte und weitere Tipps findest du hier.

Was, wenn dem Hund beim Autofahren schlecht wird?

Reisekrankheit ist bei Hunden gar nicht so selten, besonders Welpen sind betroffen. Dabei sollte man unterscheiden, ob dem Hund tatsächlich wegen der Bewegung übel wird oder ob Angst vor dem Autofahren hinter den Symptomen steckt. Beides kann sich auch miteinander verbinden.

  • Beobachten, wann die Übelkeit auftritt und ob weitere Anzeichen von Angst dazukommen.
  • Bei jungen oder unerfahrenen Hunden mit kurzen Fahrten beginnen und langsam steigern.
  • Das Auto gut lüften und angenehm kühl halten.
  • Längere Fahrten regelmäßig für Spaziergänge unterbrechen.
  • Bei ausgeprägter Reisekrankheit tierärztlichen Rat einholen. Es gibt Möglichkeiten, Hunden die Fahrt deutlich angenehmer zu machen.

Unser ausführlicher Ratgeber findest du hier.

Was, wenn du kein eigenes Auto hast?

Auch ohne eigenes Auto muss Urlaub mit Hund nicht an der fehlenden Mobilität scheitern. Carsharing oder ein Mietwagen können eine Alternative sein. Allerdings sollte man vorher unbedingt prüfen, ob Hunde im jeweiligen Fahrzeug erlaubt sind und welche Bedingungen gelten.

  • Vor der Buchung die aktuellen Bedingungen des konkreten Anbieters prüfen.
  • Bei Carsharing darauf achten, wo der Hund im Fahrzeug transportiert werden darf.
  • Eine passende Transportbox bzw. geeignete Sicherung gegebenenfalls selbst mitbringen.
  • Bei einem Mietwagen ebenfalls vorher klären, ob Hunde erlaubt sind und welche Reinigungsvorgaben gelten.

Hier haben wir verschiedene Carsharing-Anbieter unter die Lupe genommen.

Mit Zug und Hund in den Urlaub

Mit Hund verändert sich plötzlich, was wir als unkomplizierte Anreise empfinden. Das haben wir beim Zugfahren besonders deutlich gemerkt. Bevor Bruno bei uns einzog, hatten wir jahrelang gar kein Auto. Wir fuhren mit der Bahn zu Besuchen, ans Meer und auf Wochenendtrips – mal pünktlich, mal verspätet, mal entspannt, mal ziemlich genervt. Aber grundsätzlich funktionierte es.

Mit großem Hund sieht die Sache anders aus. Inzwischen haben wir viele Regionalzugfahrten und auch eine ICE-Fahrt mit Hund hinter uns. Und unsere persönliche Bilanz fällt ziemlich eindeutig aus: Mit einem großen Hund fahren wir nicht besonders gerne Zug. Nicht, weil es grundsätzlich unmöglich wäre, sondern weil die Reise für Mensch und Hund deutlich anstrengender sein kann als ohne Vierbeiner. Enge Abteile und Gänge, volle Züge, Umstiege, Verspätungen und die Frage, wo Hund und Gepäck eigentlich Platz finden, machen aus einer einfachen Zugfahrt schnell eine kleine logistische Herausforderung.

Das heißt nicht, dass wir von Bahnreisen mit Hund abraten. Für manche Hunde und manche Strecken kann der Zug eine sehr gute Alternative zum Auto sein. Wer einen kleinen, entspannten Hund hat, der problemlos unter oder neben dem Sitz bleibt, hat es naturgemäß leichter als mit einem 35-Kilo-Hund. Und eine direkte Zugverbindung ist etwas völlig anderes als eine Reise mit mehreren Umstiegen.

Wer mit seinem Hund Zug fahren möchte, sollte deshalb vor allem schauen, wie gut die konkrete Verbindung zu Hund und Mensch passt: Wie lang ist die Fahrt? Gibt es Umstiege? Wie voll wird der Zug voraussichtlich sein? Hat der Hund genug Platz und kann er sich zwischendurch lösen? Und wie entspannt bleibt er, wenn etwas nicht nach Plan läuft?

Auch die Beförderungsregeln unterscheiden sich je nach Verkehrsmittel und Hund. Vor der Reise sollte man deshalb immer die aktuellen Bestimmungen des jeweiligen Bahnunternehmens prüfen.

Unsere persönlichen Erfahrungen mit Regionalzügen und ICE, praktische Tipps für die Planung und die Antwort auf die Frage, warum wir heute mit großem Hund lieber andere Verkehrsmittel wählen, haben wir hier ausführlicher aufgeschrieben.

Mit Flugzeug und Hund in den Urlaub

Für uns ist das Flugzeug mit Hund die letzte Wahl. Nicht, weil wir grundsätzlich gegen das Fliegen mit Hund sind, sondern weil wir unseren Hund nicht im Frachtraum transportieren lassen würden.

Ein befreundeter Pilot, der früher Linienmaschinen und typische Ferienflieger geflogen ist, sieht das genauso. Er hat selbst einen Hund – und seine Aussage dazu ist ziemlich eindeutig: Seinen eigenen Hund würde er niemals fliegen lassen, wenn dieser im Frachtraum transportiert werden müsste. Natürlich ist das seine persönliche Einschätzung und keine allgemeingültige Aussage über die Sicherheit des Tiertransports. Aber wenn ein erfahrener Pilot mit eigener Hundeerfahrung so deutlich davon abrät, nehmen wir das ernst.

Für uns bedeutet das: Wenn Fliegen, dann nur, wenn der Hund mit in die Kabine darf. Das ist allerdings nur für kleine Hunde möglich und auch nicht bei jeder Airline. Bei vielen Fluggesellschaften liegt die Grenze bei etwa 8 Kilogramm einschließlich Transporttasche; bei Lufthansa beispielsweise sind maximal 8 kg erlaubt. Die Tasche muss unter den Sitz passen, und der Hund muss während des gesamten Fluges darin bleiben.

Für größere Hunde bleibt damit je nach Airline nur der Transport im Frachtraum – oder der Flug ist überhaupt nicht möglich. Deshalb würden wir bei einem größeren Hund das Flugzeug nicht als Urlaubsverkehrsmittel wählen.

Wer mit einem kleinen Hund fliegen möchte, sollte außerdem einiges beachten:

  • Nicht erst den Flug buchen und dann nachfragen: Zuerst prüfen, ob die konkrete Airline Hunde auf der gewünschten Strecke überhaupt akzeptiert und ob noch ein Platz für ein Tier in der Kabine verfügbar ist.
  • Gewicht und Transporttasche genau prüfen: Entscheidend ist häufig das Gesamtgewicht aus Hund und Tasche. Außerdem muss die Tasche unter den Sitz passen und den Vorgaben der Airline entsprechen.
  • Die Transporttasche vorher trainieren: Der Hund sollte sie längst vor dem Flug kennen und als sicheren Ort akzeptieren.
  • Gesundheit und Rasse berücksichtigen: Kranke, geschwächte oder verletzte Tiere sind möglicherweise nicht flugtauglich. Für kurznasige Rassen gelten besondere Risiken und teilweise Einschränkungen.
  • Einreisebestimmungen frühzeitig prüfen: Bei Auslandsreisen kommen je nach Zielland Vorgaben zu Mikrochip, Impfungen und weiteren Dokumenten hinzu.
  • Keine Beruhigungsmittel auf eigene Faust geben: Eine Sedierung sollte niemals ohne tierärztliche Rücksprache erfolgen.

Unser Fazit: Bei einem kleinen, entspannten Hund, der problemlos in der Kabine mitreisen kann, kann ein Flug durchaus eine Option sein. Einen größeren Hund würden wir dagegen nicht für einen normalen Urlaub ins Flugzeug setzen. Wenn der Hund dafür in den Frachtraum müsste, würden wir ein anderes Reiseziel oder ein anderes Verkehrsmittel wählen.

Die beste Reisezeit für Urlaub mit Hund

Unsere liebste Reisezeit ist die Nebensaison. Dann sind viele Urlaubsregionen ruhiger, Wanderwege weniger voll und vor allem an beliebten Stränden gelten häufig weniger Einschränkungen für Hunde.

  • Wenn möglich, außerhalb der Ferienzeiten reisen: Gerade klassische Badeziele sind in den Schulferien oft stark besucht. Damit steigen auch die Einschränkungen für Hunde. An vielen Stränden dürfen sie während der Badesaison überhaupt nicht mit, an anderen nur angeleint oder ausschließlich an ausgewiesenen Hundestränden.
  • Wer auf die Schulferien angewiesen ist, sollte sich vorher genau informieren: Gibt es Hundestrände? Darf der Hund dort freilaufen? Und gelten die Regeln auch wirklich für den gesamten Strand? Auf Sylt beispielsweise gilt selbst an ausgewiesenen Hundestränden Leinenpflicht.
  • Bei hitzeempfindlichen Hunden lieber im Frühjahr oder Herbst verreisen: Die meisten Hunde, mit denen wir gelebt haben, kamen mit großer Hitze nicht besonders gut zurecht. Gerade aktive Hunde haben bei hohen Temperaturen deutlich weniger Freude an Wanderungen und Ausflügen.
  • Bei Reisen in den Süden auch an Mittelmeerkrankheiten denken: Wer mit seinem Hund im Sommer in Regionen reist, in denen Krankheiten wie Leishmaniose besonders verbreitet sind, sollte sich vorher über das Infektionsrisiko und geeignete Schutzmaßnahmen informieren. Wie wir unsere Hunde auf Reisen in Risikogebiete schützen, haben wir in unserem ausführlichen Beitrag zu Leishmaniose und anderen Mittelmeerkrankheiten zusammengestellt.

Unser Tipp: Wenn ihr zeitlich flexibel seid, nutzt die Nebensaison. Das tut nicht nur den Nerven gut, sondern oft auch dem Hund. Und wenn die Ferienzeit oder das Reiseziel feststeht, lohnt es sich, die örtlichen Regeln für Hunde frühzeitig zu prüfen.

Welche Unterkunft passt zu Mensch und Hund?

Die schönste Unterkunft nützt wenig, wenn sich der Hund dort nicht wohlfühlt – oder der gemeinsame Alltag nicht funktioniert. Ob Hotel, Ferienwohnung, Ferienhaus oder Campingplatz die richtige Wahl ist, hängt deshalb nicht nur von unseren eigenen Vorlieben ab, sondern auch vom Hund.

Schlabbermatte im Hotel Hessenmühle in der Rhön. 

Hotel oder Pension mit Hund

Hotels und Pensionen sind praktisch: Das Zimmer ist bei der Ankunft fertig, man muss sich um wenig kümmern und kann sich ganz auf Urlaub und Unternehmungen konzentrieren. Mit Hund gibt es allerdings ein paar Dinge, die wir vor der Buchung klären würden.

  • Darf der Hund auch einmal allein im Zimmer bleiben? Das ist für uns eine der wichtigsten Fragen. Denn in vielen Hotels und Pensionen sind Hunde im Frühstücksraum oder Restaurant nicht erlaubt. Wenn der Vierbeiner nicht allein auf dem Zimmer bleiben kann, müssen sich die Menschen beim Frühstück abwechseln – so wie wir es bei Familienurlauben mit mehreren Hunden schon erlebt haben.
  • Ist der Hund entspannt, wenn er allein bleibt? Ein Hund, der in fremder Umgebung bellt, jault oder an der Tür kratzt, ist für ein Hotelzimmer eher ungeeignet. Rücksicht auf die anderen Gäste gehört für uns selbstverständlich dazu.
  • Wie hundefreundlich ist das Hotel tatsächlich? „Hunde willkommen“ kann vieles bedeuten. Deshalb schauen wir vorher, ob Hunde nur geduldet werden oder beispielsweise auch in bestimmte Gemeinschaftsbereiche mitdürfen und ob es direkt vor der Tür Möglichkeiten für eine kleine Gassirunde gibt.
  • Passt die Lage zum Urlaub mit Hund? Für uns ist ein Hotel mitten in einer belebten Innenstadt weniger interessant als eine Unterkunft, von der aus wir schnell im Grünen sind.
  • Bei mehreren Hunden vorher nachfragen: Wer mit zwei oder drei Hunden reist, sollte nicht davon ausgehen, dass die gleichen Regeln gelten wie für einen einzelnen Vierbeiner.

Unser Tipp: Fragt vor der Buchung nicht nur, ob Hunde erlaubt sind. Klärt ganz konkret, ob euer Hund allein im Zimmer bleiben darf, ob er mit ins Restaurant oder zum Frühstück darf und welche Bereiche des Hotels für ihn zugänglich sind.

Ferienhaus am Strand auf der Insel Noord-Beveland in Holland.

Ferienwohnung oder Ferienhaus mit Hund

Für viele Menschen, die nicht campen möchten, ist eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus die entspannteste Unterkunft für den Urlaub mit Hund. Wir mögen diese Urlaubsform besonders, weil sie uns viel Freiheit lässt und der Hund nicht ständig Rücksicht auf Hotelregeln oder andere Gäste nehmen muss.

  • Viel Freiheit im Alltag: Wir können aufstehen, frühstücken und den Tag so beginnen, wie es für uns und den Hund passt.
  • Auch bei schlechtem Wetter angenehm: In einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus haben wir deutlich mehr Platz und Rückzugsmöglichkeiten als in einem Hotelzimmer. Man kann auch einmal einen Regentag gemütlich drinnen verbringen.
  • Zu jeder Jahreszeit eine gute Wahl: Wir haben beispielsweise im Winter wunderschöne Urlaube mit unseren Hunden in Holland und Dänemark verbracht. Gerade dann ist es schön, nach einem langen Spaziergang am Strand in ein gemütliches Ferienhaus zurückzukehren.
  • Die Lage ist wichtiger als die Ausstattung: Was nützt die schönste Ferienwohnung, wenn man für jede Gassirunde erst ins Auto steigen muss? Wir achten deshalb darauf, dass Wald, Wiesen, Strand oder andere geeignete Wege möglichst direkt vor der Haustür liegen.
  • Ideal für Urlaub mit Freund*innen: Ein Ferienhaus lässt sich wunderbar mit Freund*innen und deren Hunden teilen. Wir haben das schon öfter gemacht – und finden es gerade mit mehreren Menschen und Hunden viel entspannter als mehrere Hotelzimmer.
  • Einziger größerer Nachteil: Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind häufig teurer als ein vergleichbares Hotelzimmer. Teilt man sich ein größeres Ferienhaus mit Freund*innen oder der Familie, relativiert sich der Preis allerdings schnell.

Unser Tipp: Wenn ihr mit Hund möglichst frei und unkompliziert Urlaub machen möchtet, ist eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus schwer zu schlagen. Schaut bei der Buchung vor allem auf die Umgebung: Eine hundefreundliche Unterkunft ist für uns eine, bei der die erste schöne Gassirunde nicht erst nach einer Autofahrt beginnt.

Mit Amos auf dem Tunarica Sunny Camping in Labin, Kroatien.  

Camping mit Hund

Für uns ist Camping die Urlaubsform, die am besten zu Mensch und Hund passt. Wir lieben die Freiheit, direkt in der Natur zu sein, den Tag spontan gestalten zu können und das eigene kleine Zuhause einfach mitzunehmen.

Ob Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil die richtige Wahl ist, hängt dabei vor allem davon ab, wie viel Komfort ihr braucht und wie gern ihr unterwegs seid.

  • Zelt: Für Naturpuristen und alle, die mit wenig auskommen. Das Naturerlebnis ist besonders intensiv – dafür lebt und schläft man mit dem Hund auf sehr engem Raum.
  • Wohnwagen: Eine schöne Lösung für alle, die es gemütlich mögen. Der Wohnwagen bleibt auf dem Campingplatz stehen, während man mit dem Auto die Umgebung erkundet.
  • Wohnmobil: Ideal für Menschen, die möglichst flexibel bleiben möchten. Man kann den Standort wechseln, ohne jedes Mal das gesamte Urlaubsgepäck neu ein- und auszupacken.
  • Dachzelt: Eine spannende Zwischenlösung, wenn man das Campinggefühl mag, aber nicht unbedingt im Zelt auf dem Boden schlafen möchte. Wir haben damit selbst gute Erfahrungen gemacht – auch mit zwei großen Hunden.

Camping bedeutet allerdings nicht automatisch grenzenlose Freiheit. Auf den meisten Campingplätzen gilt Leinenpflicht, häufig auch auf der eigenen Parzelle. Die Hunde sollten die Nachbarn nicht durch Dauerbellen stören und auf vielen Plätzen dürfen sie nicht unbeaufsichtigt im Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt zurückbleiben. Wer mit zwei oder mehr Hunden reist, sollte außerdem vorher klären, ob tatsächlich mehrere Vierbeiner erlaubt sind.

Ein weiterer großer Vorteil: Camping macht die Urlaubsplanung flexibel. Wenn das Wetter nicht mitspielt oder der gebuchte Platz doch nicht gefällt, ist ein Wechsel einfacher als bei einem Ferienhaus. Und wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kann dort bleiben, wo es gerade besonders schön ist – sofern Übernachten dort erlaubt ist.

Wir haben mit unseren Hunden schon viele unterschiedliche Campingurlaube erlebt – vom kleinen Wohnwagen bis zum Wohnmobil. Gerade mit mehreren Hunden schätzen wir den zusätzlichen Platz und die Freiheit, die diese Urlaubsform bietet.

Unser Tipp: Wenn ihr Camping mit Hund ausprobieren möchtet, müsst ihr nicht gleich einen Camper kaufen. Ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen zu mieten, kann ein guter Einstieg sein. Wichtig ist vor allem, einen Campingplatz zu wählen, der wirklich hundegeeignet liegt: Schöne Wege direkt vor der Tür sind für uns wichtiger als Pool, Animation oder fünf Sterne auf der Campingplatz-Klassifizierung.

Mehr Tipps rund ums Camping mit Hund findet ihr hier.

Eine besonders tolle Urlaubsreise mit Hund und altem Kleinbus hat unsere Freundin Lisa nach Norwegen unternommen. Hier findet ihr ihren Erfahrungsbericht.

Einreisebestimmungen und wichtige Dokumente

Grenzen zu überschreiten ist mit Hund etwas komplizierter als ohne Vierbeiner. Innerhalb der EU sind die grundlegenden Anforderungen weitgehend einheitlich geregelt, trotzdem können einzelne Länder zusätzliche Vorschriften haben. Bei Reisen außerhalb der EU gelten je nach Zielland eigene Regeln.

Deshalb gilt für uns: Nicht erst kurz vor der Abreise nach den Einreisebestimmungen schauen. Je nach Reiseziel können Impfungen, Behandlungen oder andere Nachweise rechtzeitig vorher notwendig sein.

Was ihr vor einer Auslandsreise mit Hund prüfen solltet

  • Darf mein Hund überhaupt einreisen? In manchen Ländern gelten besondere Einreise- oder Haltungsbeschränkungen für bestimmte Hunderassen. Betroffen sind häufig Rassen, die in Deutschland als Listenhunde geführt werden – die Regelungen unterscheiden sich allerdings von Land zu Land. Auch wenn alle gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Einreise mit einem bestimmten Hund verboten oder an besondere Auflagen geknüpft sein. Das gilt gegebenenfalls auch für Transitländer.
  • Ist mein Hund eindeutig gekennzeichnet? Für Reisen innerhalb der EU muss der Hund grundsätzlich mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Eine ältere, gut lesbare Tätowierung kann unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt werden. Wichtig: Der Mikrochip muss vor der Tollwutimpfung gesetzt bzw. ausgelesen worden sein, damit die Impfung für die Reise anerkannt wird.
  • Ist die Tollwutimpfung gültig? Für Reisen innerhalb der EU muss der Hund gegen Tollwut geimpft sein. Bei einer Erstimpfung muss der Hund mindestens zwölf Wochen alt sein. Danach gilt grundsätzlich eine Wartezeit von 21 Tagen. Auffrischungsimpfungen müssen innerhalb der Gültigkeit der vorherigen Impfung erfolgen, damit die Impfserie nicht wieder als Erstimpfung behandelt wird.
  • Ist der EU-Heimtierausweis aktuell? Für Reisen zwischen EU-Ländern braucht der Hund einen gültigen EU-Heimtierausweis. Darin sind unter anderem die Identifikationsnummer des Mikrochips und die Tollwutimpfung dokumentiert.
  • Braucht mein Hund eine zusätzliche Behandlung? Für bestimmte Reiseziele kann eine Behandlung gegen den Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis vorgeschrieben sein. Auch weitere nationale Anforderungen sind möglich. Deshalb sollten die Vorgaben des konkreten Ziellandes immer aktuell geprüft werden.
  • Was gilt für Welpen? Die Regelungen für junge Hunde sind besonders kompliziert. Ob ein Welpe ohne vollständigen Impfschutz einreisen darf, hängt vom jeweiligen Land ab. Wer mit einem jungen Hund verreist, sollte deshalb die Bestimmungen des konkreten Ziellandes besonders sorgfältig prüfen.
  • Was gilt bei Reisen außerhalb der EU? Für Länder außerhalb der EU können zusätzliche Dokumente und Gesundheitsanforderungen vorgeschrieben sein. Auch für die spätere Einreise in die EU können je nach Herkunftsland weitere Nachweise erforderlich sein. Hier lohnt sich eine besonders frühe Planung.
  • Wie viele Hunde reisen mit? Bei einer privaten Reise innerhalb der EU dürfen grundsätzlich bis zu fünf Hunde, Katzen oder Frettchen mitgeführt werden. Für mehr Tiere gelten besondere Voraussetzungen, beispielsweise die Teilnahme an einer Veranstaltung.

Unser Tipp: Vor jeder Reise die aktuellen Regeln prüfen

Einreisebestimmungen können sich ändern – und selbst innerhalb der EU gibt es nationale Besonderheiten. Wir würden deshalb vor jeder Auslandsreise die aktuellen Vorgaben des Ziellandes und aller Transitländer prüfen. Die Europäische Union bietet dafür eine Übersicht, über die sich die jeweils geltenden Bestimmungen abrufen lassen.

Für uns gehört der EU-Heimtierausweis inzwischen genauso selbstverständlich ins Reisegepäck wie Leine, Wasser und Futter. Und gerade bei Reisen in Länder außerhalb der EU gilt: Lieber einige Wochen zu früh mit der Vorbereitung beginnen als am Ende feststellen, dass eine vorgeschriebene Impfung, Untersuchung oder Behandlung fehlt.

Mit Hund verreisen: Was gehört ins Gepäck?

Je nach Reiseziel und Urlaubsform sieht das Gepäck natürlich unterschiedlich aus. Da wir häufig mit unseren Hunden unterwegs sind, haben wir uns eine kleine Packliste zusammengestellt, die wir vor jedem Trip einfach durchgehen und abhaken. Das erspart uns das lästige Nachdenken darüber, ob wir auch wirklich an alles gedacht haben.

Das Gepäck für den Hund auf einer Mehrtagestour: Erste-Hilfe-Set, Näpfe, Leine, Halsband und Geschirr, Booties, Kotbeutel, Decke, Futter und Wasser

Unsere Packliste für den Urlaub mit Hund

Dokumente und Sicherheit

  • EU-Heimtierausweis
  • TASSO-Unterlagen bzw. Registrierungsdaten
  • Kopie der Hundehaftpflichtversicherung
  • zusätzlicher wasserdichter Anhänger mit unserer Telefonnummer und der Urlaubsadresse
  • je nach Reiseziel und Transportmittel: Maulkorb

Für unterwegs und draußen

  • Halsband, Geschirr und Leine
  • Schleppleine
  • Wasser für die Fahrt und ein faltbarer Napf
  • Kotbeutel oder [PooPicks]
  • Zeckenzange
  • Sonnenschutz
  • Pfotenschuhe

Für Unterkunft und Alltag

  • Hundebett
  • Hundefutter
  • Näpfe
  • Hundehandtücher
  • Spielzeug

Gesundheit

  • Medikamente für den geplanten Reisezeitraum
  • pflanzliches Mittel gegen Durchfall
  • kleine Reiseapotheke

Unser Tipp: Gerade bei längeren Reisen nehmen wir lieber ein bisschen mehr mit, als unterwegs etwas Wichtiges besorgen zu müssen. Bei Medikamenten und der Reiseapotheke lohnt sich außerdem ein kurzer Check vor der Abfahrt: Was brauchen wir für diesen Hund und dieses Reiseziel tatsächlich?

Urlaub mit Hund: Unser Fazit

Urlaub mit Hund muss nicht bedeuten, dass wir auf alles verzichten müssen. Wir haben vielmehr die Erfahrung gemacht: Je besser ein Urlaub zu Mensch und Hund passt, desto entspannter wird er für alle.

Das beginnt bei der Wahl des Reiseziels. Ein Hund, der stundenlang am Strand rennen möchte, braucht einen anderen Urlaub als ein älterer Vierbeiner, der lieber gemütlich durch den Wald schnüffelt. Auch bei der Unterkunft, der Anreise und der Reisezeit lohnt es sich, nicht nur danach zu fragen, was für uns praktisch ist – sondern was unserem Hund guttut und gemeinsame Erlebnisse möglich macht.

Dabei muss das perfekte Urlaubsziel gar nicht weit entfernt liegen. Manchmal entdecken wir direkt vor der Haustür Landschaften, die wir bisher übersehen haben. Und manchmal ist ein Ferienhaus im Grünen die bessere Wahl als das schicke Hotel am Meer.

Unser wichtigster Tipp deshalb: Plant den Urlaub nicht nur für euren Hund – plant ihn mit ihm. Dann wird aus einer Reise, bei der der Vierbeiner irgendwie dabei sein muss, ein Urlaub, den ihr wirklich gemeinsam erlebt.

Denn genau das ist für uns Urlaub mit Hund: neue Landschaften entdecken, draußen unterwegs sein, gemeinsam Abenteuer erleben – und am Ende müde und glücklich wieder nach Hause kommen.

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