Urlaub mit Hund in Österreich: Touren & Regionen

Österreich ist für uns eines dieser Länder, bei denen wir nie ganz fertig werden mit Entdecken. Kaum sind wir aus einem Tal wieder raus, hören wir von Hundehalter*innen vor Ort schon vom nächsten Geheimtipp eine Bergkette weiter. Vom Karwendel im Westen bis zu den Wiener Alpen im Osten, vom sonnenverwöhnten Lungau bis zu den ruhigen Teichlandschaften des Waldviertels – wir haben in den letzten Jahren ziemlich viele Ecken des Landes mit unseren Hunden erwandert, und längst nicht alle davon sind die üblichen Verdächtigen.

Was uns an Österreich mit Hund besonders gefällt: Man muss sich nicht zwischen Bergluft und Gemütlichkeit entscheiden. Wer mit einem trittsicheren, kondition-starken Hund unterwegs ist, findet im Karwendel, im Zillertal oder in den Kärntner Bergen Touren, bei denen auch wir ins Schwitzen kommen. Wer es lieber ruhig angehen lässt, ist im Waldviertel oder in den offenen Tälern des Lungaus bestens aufgehoben.

Diese Liste wächst, sobald wir wieder unterwegs waren. Salzkammergut und Vorarlberg stehen zum Beispiel noch auf unserer eigenen Liste – bisher waren wir dort mit den Hunden schlicht noch nicht. Wenn du einen Tipp für uns hast: Schreib uns gerne!

Lungau

Der Lungau, ganz im Süden des Salzburger Lands, gilt als eine der sonnenreichsten Regionen Österreichs – und das merkt man beim Wandern. Die Täler liegen hoch und offen, die Landschaft wirkt dadurch weniger eng als anderswo in den Alpen, selbst wenn ringsum längst richtige Berge aufragen.

Unsere liebste Tour hier führt zum Schlierersee im Zederhaustal, hoch über dem Zederhausbach, vorbei am Naturdenkmal Brünnwandquelle, wo zwei Quellen direkt aus der Felswand sprudeln. Als wir Mitte November dort waren, war die Schliereralm zwar schon geschlossen – macht nichts, wir haben unser mitgebrachtes Radler einfach selbst am Ufer des glasklaren Bergsees getrunken. Im Sommer solltet ihr auf der Strecke mit Weidevieh rechnen.

Wer mehr Kondition mitbringt, kommt bei der Tour von Bundschuh im Thomatal über die Neue Bonner Hütte auf seine Kosten. Und für einen ruhigeren Tag eignet sich der Spaziergang an der Mur zwischen St. Margarethen und St. Michael im Lungau.

Infos zur Leinenpflicht

Im Lungau spielt die Almwirtschaft eine zentrale Rolle, weshalb auf vielen Wanderwegen Leinenpflicht gilt – vor allem dort, wo Weidevieh unterwegs ist. Auch während der Brut- und Setzzeit wird das Anleinen dringend empfohlen. Wer mit Hund im Lungau wandert, sollte Hinweisschilder beachten und besonders auf Almen Rücksicht nehmen, um Konflikte mit Nutztieren zu vermeiden.

Naturpark Karwendel

Der Naturpark Karwendel ist eines der größten Schutzgebiete der Alpen – entsprechend groß sind hier auch die Distanzen. Wer wirklich tief hineinwill, sollte Kondition und Zeit mitbringen, wird aber mit einer Ursprünglichkeit belohnt, die man in den bekannteren Alpenregionen selten findet.

Die große Tour zum Karwendelhaus führt über die Johannisbrücke, vorbei an einer kleinen, mit Mauer gesicherten Schlucht (hier lieber an der kurzen Leine bleiben, der Hund kann die Tiefe nicht einschätzen), immer am Johannesbach entlang – dessen Wasser übrigens Trinkwasserqualität hat, die Flasche lässt sich also bedenkenlos auffüllen. Höhepunkt unterwegs ist der kleine Ahornboden, der seinem Ruf als landschaftliches Kleinod im Naturpark alle Ehre macht, besonders im Herbst, wenn sich die Blätter verfärben. Die Strecke wird auch von Mountainbiker*innen genutzt – an Wochentagen ist es deutlich ruhiger.

Wer es kürzer mag, findet am Schmölzersee im Alpspitz-Karwendelland einen entspannten Spaziergang, und die Plumsjochhütte auf 1.630 Metern ist ein lohnendes Ziel für alle, die zwischen den ganz großen Etappen noch etwas Kürzeres suchen. Wichtig überall: Der Naturpark ist Naturschutzgebiet, es gilt Leinenpflicht.

Achtung: Naturschutzgebiet mit Leinenpflicht

Im Naturpark Karwendel gilt zum Schutz der heimischen Tierwelt eine klare Leinenpflicht. Hunde müssen auf den Wegen angeleint werden, insbesondere in sensiblen Bereichen, während der Brut- und Setzzeit sowie in der Nähe von Weidevieh. Da es sich um ein großflächiges Schutzgebiet handelt, wird die Einhaltung der Regeln auch kontrolliert. Wer hier mit Hund unterwegs ist, sollte sich bewusst sein, dass Rücksichtnahme auf Wildtiere oberste Priorität hat.

Tirol

Sieht spektakulär aus, ist aber harmlos: die Hängebrücke über dem Schlegeisspeicher.

Tirol ist das Bundesland, an dem sich die Alpen in Österreich am eindrucksvollsten auftürmen – Gletscher, enge Seitentäler und schroffe Dreitausender wechseln sich mit breiten, sonnigen Haupttälern ab, in denen sich seit Generationen Landwirtschaft und Tourismus Seite an Seite abspielen. Für uns mit Hund bedeutet das vor allem eins: eine enorme Bandbreite auf engem Raum, vom gemütlichen Talspaziergang bis zur echten Hochgebirgstour. Am meisten hat es uns bisher ins Zillertal und rund um den Achensee gezogen.

Zu unseren absoluten Lieblings-Touren in Tirol gehört die Rundwanderung zum Schlegeisspeicher bei Ginzling im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen. Etwas gemütlicher, aber nicht weniger schön: der Wasserfallweg vom Speicher Stillup zur Grüne Wand Hütte im Stilluptal bei Mayrhofen. Zwischen Hintertux und Finkenberg lohnt sich außerdem der Tuxer Wasserfallweg, wo Gletscherschmelzwasser über Jahrtausende eine eindrucksvolle Landschaft aus Felskesseln und Schluchten geformt hat.

Am Achensee führt unsere Tour von Pertisau zur Gaisalm – der einzigen Alm Tirols, die nur zu Fuß oder mit dem Schiff erreichbar ist. Auch im Winter lohnt sich der See: Unsere Winterwanderung startet direkt am Camping Achensee in Achenkirch.

Weiter östlich, in den Kitzbüheler Alpen, warten die Hohe Salve bei Hopfgarten im Brixental und das Wiedersberger Horn im Alpbachtal mit Rundumblick bis zu den Kitzbüheler Alpen und ins Inntal. Und wer es kulturell mag: Bei Matrei am Brenner liegt mit Maria Waldrast eines der höchstgelegenen Klöster Europas, auf 1.638 Metern.

Kärnten

Kärnten ist Österreichs südlichstes Bundesland und wird meist zuerst mit seinen berühmten Badeseen assoziiert – Wörthersee und Co. sind aber längst nicht alles. Im Landesinneren, an der Grenze zwischen Alpen und den sanfteren Nockbergen, warten Burgruinen, stille Almen und eine spürbar mildere Atmosphäre als in den schroffen Regionen weiter im Westen. Genau dort, abseits der bekannten Seen, sind wir bisher am liebsten unterwegs gewesen.

Waldviertel

Bäche in Wald und Wiesen laden zum Planschen ein.

Das Waldviertel im Norden Niederösterreichs ist eine Region für alle, die Ruhe, Weite und ursprüngliche Natur schätzen. Granitformationen, ausgedehnte Wälder, Hochflächen und zahlreiche Teiche prägen das Landschaftsbild – perfekt für entspannte Wanderungen mit Hund.

Im Vergleich zu alpinen Regionen sind die Wege hier meist moderater, die Höhenunterschiede überschaubar und die Temperaturen auch im Sommer oft angenehm. Das macht das Waldviertel besonders attraktiv für ältere Hunde oder längere, gemütliche Touren ohne extremes Gelände.

Abseits der großen Tourismusströme lassen sich viele einsame Wege entdecken, auf denen Mensch und Hund ganz für sich unterwegs sind. Genau diese Mischung aus Ursprünglichkeit und Gelassenheit macht das Waldviertel zu einem idealen Ziel für entschleunigten Urlaub mit Hund.

Infos zur Leinenpflicht

Im Waldviertel sind die Regelungen zur Leinenpflicht vergleichsweise entspannt, unterliegen jedoch den Vorgaben der jeweiligen Gemeinden. In Wäldern, auf viel genutzten Wegen und in Naturschutzgebieten ist das Anleinen von Hunden meist vorgeschrieben oder dringend angeraten. Durch den hohen Wildbestand ist ein kontrolliertes Führen des Hundes besonders wichtig, auch wenn abseits gelegene Wege oft viel Freiraum bieten.

Wiener Alpen

Die Wiener Alpen beginnen dort, wo die Stadt langsam in die Berge übergeht – Rax, Schneeberg und Semmering liegen alle in Tagesausflug-Reichweite von Wien, was die Region naturgemäß beliebter macht als manch andere Ecke Österreichs. Wer aber abseits der Klassiker unterwegs ist, findet auch hier ruhige Routen.

Ein schönes Beispiel: die Wanderung durch die Johannesbachklamm bei Würflach, zwischen Eichberg und Dürenberg. Der Weg führt über breite Stufen und Holzbrücken, an heißen Tagen sorgen feuchte Felswände und dichter Wald für angenehmen Schatten. Wer mehr Ausdauer sucht, findet mit der Hochwechseltour (21,5 km) eine der anspruchsvollsten Touren der ganzen Region, während der Wiener Wasserleitungsweg von Hirschwang an der Rax bis Kaiserbrunn auch für kürzere Beine gut machbar bleibt.

Infos zur Leinenpflicht

In den Wiener Alpen variieren die Bestimmungen je nach Gemeinde und Schutzstatus der jeweiligen Gebiete. In Naturschutzgebieten, rund um stark frequentierte Wanderziele sowie während sensibler Zeiten für Wildtiere besteht häufig Leinenpflicht. Aufgrund der Nähe zu Ballungsräumen wird auf eine konsequente Einhaltung der Regeln geachtet, um Natur, Wildtiere und andere Erholungssuchende zu schützen.

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