Hunde und Herrchen im vollen Lauf durchs flache Wasser am Strand

Wie baue ich Kondition auf?

Wenn es im Frühjahr wieder los geht mit dem guten Wetter, wollen Mensch und Hund raus und was erleben. Die Sonne lacht, die Temperaturen steigen und auch auf den höchsten Bergen ist kaum noch Schnee. Das macht Lust auf die ersten ausgedehnten Wanderungen mit Hund. Doch nach der ersten Wanderung kommen Hund und Halter/in häufig völlig erschlagen zurück. Oft übernehmen wir uns bei der ersten Tour, weil wir uns im Winter deutlich weniger bewegt haben. Erschöpfung und Muskelkater sind die Folge.

Ähnliches erleben Menschen, die einen Hund aus dem Tierschutz aufnehmen, der vorher längere Zeit mit wenig Bewegung in einem Tierheim oder einem Shelter verbracht hat.

Nun sind körperliche Anstrengung und Erschöpfung nicht dramatisch, aber die Erinnerung an den heftigen Muskelkater raubt manchmal die Motivation für den nächsten schönen Ausflug mit Hund. Das muss nicht sein, wenn du es langsam angehen lässt und deine und vor allem die Kondition deines Hundes schrittweise aufbaust oder wiederherstellst.

Meist ist es sinnvoll, vor dem Trainingsstart einen kurzen Besuch beim Tierarzt einzuplanen. Wenn der Kreislauf, Gelenke und Bänder gecheckt hat, steht auch einem stetigen Aufbau der Kondition deines Hundes nichts im Wege.

Gewicht und Futter

Wichtig ist, dass dein Hund möglichst kein Übergewicht hat, jedes zusätzliche Kilo belastet Herz und Gelenke beim Laufen. Eventuell steht also mit dem Trainingsbeginn gleichzeitig eine leichte Diät an.

Da wir gerade beim Thema Futter sind: Etwa zwei Stunden vor dem Training sollte dein Hund nichts mehr fressen. Das Risiko einer Magendrehung – gerade bei größeren Hunden – ist bei schnellerem Laufen sonst zu hoch.

Außentemperatur

Denk bitte auch daran, dass dein Hund seine Körpertemperatur vornehmlich durch Hecheln regelt. Im Gegensatz zu dir läuft ihm kein kühlender Schweiß über den Körper. Körperlich anstrengende Aktivitäten solltet ihr also nur bei Außentemperaturen unter 20 Grad planen. Im Frühjahr und Sommer sind also meist nur die frühen Morgen- und die späten Abendstunden geeignet, um Kondition aufzubauen.

Langsamer Aufbau

Als ersten Schritt beim Konditionsaufbau für deinen Hund empfehlen wir, die täglichen Spaziergänge schrittweise auszudehnen. Jeden Tag fünf Minuten mehr, so werden Muskeln langsam und gelenkschonend aufgebaut.

Im zweiten Schritt könnt ihr mit langsamem Joggen anfangen. Dabei sollte dein Hund im leichten Trab sein. Das bringt das Herz-Kreislauf-System deines Hundes in Schwung. Dabei müsst ihr nicht durchgehend Joggen, wechselt ruhig mit normalem Schritttempo ab.

Wenn das gut funktioniert und du das Gefühl hast, dein Hund kommt gut klar, bietet sich langsames Radfahren als nächste Stufe an. Gerade anfangs musst du darauf achten, dass der Hund im lockeren Trab neben dem Rad laufen kann, später könnt ihr auch kürzere Passagen mit höherem Tempo einbauen. Mehr Infos zum Radfahren mit Hund findest du hier.

Egal ob ihr gemeinsam längere Strecken, geht, joggt oder mit dem Rad fahrt, wichtig ist, dass ihr eure Trainingseinheiten auf dem richtigen Untergrund plant. Denn dauerhafte Bewegung auf hartem Asphalt ist nicht gut für den Bewegungsapparat deines Hundes. Und Joggen am Meer in tieferem Sand ist gerade zu Beginn viel zu anstrengend.

Optimal sind natürlich weicher Waldboden oder trockene Wanderwege. Aber es darf auch ruhig mal ein kleines Stück Beton oder sandiger Boden sein, denn Sehnen, Gelenke und Muskeln werden durch die wechselnden Anforderungen gestärkt.

Die Grundregeln

Drei Dinge solltest du auf jeden Fall beachten, wenn du anfängst, Kondition bei deinem Hund aufzubauen:

  1. Wenn du mitten in der Stadt wohnst und deine Trainingseinheiten im Wald oder Park stattfinden sollen, gib deinem Hund die Chance, sich aufzuwärmen.
  2. Bei jeder Trainingseinheit solltest du Wasser dabeihaben, damit dein Hund jederzeit die Möglichkeit hat, zu saufen und sich dadurch auch ein wenig abzukühlen.
  3. Achte gerade zu Beginn sorgfältig auf Erschöpfungszeichen bei deinem Hund. Und entscheide dann, ob ihr die Trainingseinheit abbrecht oder zumindest eine anständige Pause einlegt.

Und wenn du das große Glück hast, dass dein Hund Wasser mag und ihr einen Badesee in der Nähe habt, in dem Hunde erlaubt sind, gibt es natürlich noch den Königsweg, um die Kondition deines Hundes zu verbessern. Schwimmen ist die beste Möglichkeit, um gelenkschonend Muskulatur und Ausdauer zu trainieren.

Egal ob du mit im Wasser bist oder vom Rand Stöckchen wirfst, die Bewegung im Wasser aktiviert unterschiedlichste Muskelgruppen und trainiert das komplette Herz-Kreislauf-System deines Hundes.

Wenn du diese Tipps befolgst, wirst du schnell merken, dass dein Hund wieder mehr Lust auf ausgedehnte Wanderungen hat und schneller wieder regeneriert. So kommt ihr nach Zeiten mit wenig Bewegung wieder gut in Schwung.

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