Ein schwarzer Hund lässt beim Wandern den Kopf hängen. Er sieht aus, wie wenn er gut eine kleine Pause brauhen könnte.

Was sind die ersten Anzeichen dafür, dass mein Hund eine Pause braucht?

Hunde sind gut darin, sich über die Grenze hinaus zu belasten, vor allem wenn es neue und spannende Reize gibt. Tierärztin Stephanie Rothin erklärt, worauf man achten muss.

Steffi Rothin, kann ich meinem Hund sofort ansehen, wenn er eine Pause braucht?

Drei Hunde machen bei bestem Wetter eine Wanderpause auf einer Bank.

Wenn man seinen Hund gut kennt, kann man ihm sicher an der Nasenspitze ansehen, wie seine momentane Verfassung ist. Da spielt allerdings auch der Charakter des Hundes eine entscheidende Rolle. Sehr quirlige, temperamentvolle Hunde neigen dazu über ihre Grenzen hinaus zu gehen und wirken dabei eher noch aufgedrehter. Hier sollte man die Kondition seines Hundes gut einschätzen können.

Was sind untrügliche Zeichen?

Zunächst wird der Hund langsamer, hechelt stark und nutzt jede Gelegenheit, um sich hinzulegen. Später zeigt er Schwäche und einen steifen, unsicheren Gang. Vielleicht auch Muskelzittern.

Was passiert dann genau beim Hund, machen die Muskeln schlapp, reicht die Luft nicht?

Im Prinzip sind das die gleichen Mechanismen wie bei uns Menschen auch: Unterzuckerung, Dehydrierung und Übersäuern der Muskulatur.

Was kann ich meinem Hund dann Gutes tun?

Am besten ist natürlich, Sie lassen es erst gar nicht so weit kommen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund ausreichend Wasser saufen kann und machen Sie ausreichend Pausen. Sollte er die oben genannten schweren Erschöpfungszeichen zeigen, muss die Wanderung abgebrochen und ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wie lang muss eine Pause sein, damit mein Hund sich wieder erholt?

Ziel einer Pause ist, dass sich Puls- und Atemfrequenz wieder normalisieren. Ihr Hund sollte die Möglichkeit haben sich abzulegen und zu entspannen. Manche Hunde brauchen ein wenig, bis sie abschalten können – das muss dann in die Pausenzeit mit eingerechnet werden. Eine Pause sollte zwischen 10 und 30 Minuten lang sein.

Muss ich dann in kürzeren Abständen weitere Pausen einlegen?

Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Hund schon erschöpft ist, würde ich Ihnen empfehlen die Wanderung abzubrechen. Für den Weg zurück zum Auto machen weitere Pausen absolut Sinn, bieten Sie weiter Wasser an und vielleicht einen kleinen Snack um den Blutzucker steigen zu lassen. Im schlimmsten Fall müssen Sie Ihren Vierbeiner tragen.

Denk dran, dass dein Hund weniger Möglichkeiten hat, etwas abzukühlen, die Zahl seiner Schweißdrüsen ist arg begrenzt. Also gerade wenn es etwas wärmer ist, solltest du besonders auf erste Anzeichen von Erschöpfung achten. Wasser anbieten und vielleicht auch etwas Wasser über die Pfoten zu gießen, ist also auf jeden Fall eine gute Idee. Und bei den Snacks solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass sie möglichst viel Energie beinhalten. Da gibt es mittlerweile einige Fertigprodukte, aber ein paar Nudeln mit etwas Karotten und hochwertigen Öl tun es auf jeden Fall auch.

Und wenn gar nichts mehr geht und du deinen Hund tragen musst, schau, ob du vielleicht aus einer Decke, einer Jacke, einem Sweatshirt ein Tragetuch improvisieren kannst. Und bitte im Notfall ruhig andere Menschen um Hilfe.

Tierärztin Dr. Stephanie Rothin mit Pferd und Hund

Dr. Stephanie Rothin ist Tierärztin aus München. Nach Examen und Promotion hat sie sich intensiv mit integrativen Therapiemöglichkeiten beschäftigt. Durch ihr Studium und ihre ergänzende Ausbildung an der International Academy of Veterinary Chiropractic ist sie spezialisiert auf Erkrankungen des Bewegungsapparats und deren schonende Behandlung.

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