Unterallgäu: Ottobeuren und das Günztal

Auf dem Weg zum Bodensee und in die Alpen brausen viele einfach durch. Dabei bietet das weite Tal der westlichen Günz alle Zutaten für einen wunderbar entschleunigten Urlaub mit Hund: sanft ansteigende Hügel, stille Wälder, Wasserläufe, weite Wiesen, über die der Wauzi rennen kann. Und dazwischen immer wieder menschengemachte Höhepunkte, die sich auch mit Vierbeiner erkunden lassen. Historische Städtchen wie die Kreisstadt Mindelheim. Oder die weithin sichtbare Klosteranlage von Ottobeuren, die schon von außen imponiert. Oder das Anwesen der Schickling-Stiftung – ein luftiger Bau, umgeben von einem Obstgarten, in dem Pfaue flanieren. Mit Hund betreten erlaubt.

Lernen vom Hundefreund Kneipp

Überall ist Kneipp. Hier in einem Kräutergarten am Hohen Schloss in Bad Grönenbach.

Das Unterallgäu ist ein guter Ort, um in sich hineinzuhören. Um zu spüren, was einem gut tut. Dabei hilft ein alter Bekannter, dessen Lehren für Junge und Alte und gerade heute absolut aktuell sind: Pfarrer Sebastian Kneipp. Der berühmteste Sohn Ottobeurens, aufgewachsen in bitterer Armut, gründete seine Therapie auf fünf Säulen. Wasser, Bewegung, gute Ernährung, Heilpflanzen und die richtige Balance von Leben und Arbeiten, Ruhe und Geselligkeit. Eine Lehre, die den meisten Hundebesitzern sehr entgegenkommt, weil sie Draußen-unterwegs-sein und die Liebe zur Natur verbindet. Da wundert es nicht, dass Kneipp ebenfalls Hunde liebte. Er war oft in Begleitung eines Spitzes unterwegs. Man muss übrigens weder religiös noch spirituell sein, um mit Kneipp etwas anfangen zu können.

Tretbecken, Schaukeln, Wanderwege

Ein Tretbecken im Bannwald von Ottobeuren.

Überall im Unterallgäu trifft man auf Angebote der Kneippschen Lehre, die man nutzen oder ignorieren kann. Tretbecken im Wald oder am Wegrand. Kräutergärten. Gut ausgeschilderte Wanderwege. Und übergroße Schaukeln. Denn Schaukeln macht glücklich – und verjüngt ungemein. Einfach mal ausprobieren.

Große Freiheit

In den offiziellen Tretbecken sind Hunde verboten. Ansonsten genießt man mit Vierbeiner im Unterallgäu viel Bewegungsfreiheit und eine gute Infrastruktur. Dazu gehört, dass im Kurpark von Ottobeuren natürlich Tütenspender stehen und der Hund mitflanieren darf, wenn auch an der Leine. Zwischen Wäldern und weiten Wiesen gilt dagegen keine generelle Leinenpflicht. Davon profitieren auch die Besucher, die mit Hund und Rad unterwegs sind. Das Unterallgäu bietet eine ganze Reihe von ausgeschilderten Radwanderwegen.

Ausflüge an die Iller

Blick auf die Illerschleife

Besonders schön für Mensch und Hund sind auch die Ausflüge an die nahe Iller. Die Wanderung über und an der Illerschleife gehört sicher zu den schönsten im Unterallgäu. Und die Bitte, die Hinterlassenschaften seines Hundes am Illererlebnis-Steg wegzuräumen, wird wohl nirgendwo hundefreundlicher vorgebracht als hier. Noch ein Hinweis darauf, dass man im Unterallgäu mit Hund an der absolut richtigen Adresse ist.

Klima

Das Unterallgäu zählt tatsächlich zu den regenreichsten Gebieten Deutschlands – was auch erklärt, warum es hier noch sattgrün ist, während es anderswo sommersonnenverbrannt ausschaut. Das Wetter im südlichen Landkreis wird vom Fön und Stauwetterlagen der Ostalpen beeinflusst.

Essen und Trinken

Gegessen wird schwäbisch-deftig – und oft Bio, vegetarisch und / oder vegan. Der Bio-Anbau gehört hier schon seit Jahren dazu. Wer Bio auf historischem Grund genießen möchte, sollte das Kloster Bonlanden mit eigener Bio-Gärtnerei besuchen. Faustin-Mennel-Straße 1, 88450 Berkheim-Bonlanden.

Beste Reisezeit

Wer Wasser treten mag, sollte im Sommer, späten Frühling oder frühen Herbst anreisen. Für alle anderen ist das Unterallgäu ein Ganzjahresziel – das im Winter oft Schnee bietet.

Die schönsten Orte mit Hund

Illerschleife: Bank am Aussichtspunkt Rotkreuz

Rasten mit grandiosem Blick: Von der Picknick-Bank am Aussichtspunkt Rotkreuz sieht man weit über die Illerschleife. Im Rücken bimmelt derweil neugieriges Jungvieh mit seinen Kuhglocken.

Buschelkapelle in Fröhlins

Auf einem Hügel über Ottobeuren thront die kleine Buschelkapelle. Hier können Blicke und Gedanken fliegen. Wiesen mit Wildblumen und Schmetterlingen umgeben die Kapelle, die auch mal ein Jagdschloss war. Meist ist man ganz allein hier oben. Und während der Hund in der Wiese döst, genießen seine Leute die Weitsicht auf Kloster und Weiler bei einer mitgebrachten Brotzeit.

Katzbrui Mühle in Apfeltrach

Zu den beliebtesten Biergärten im Unterallgäu gehört die Katzbrui Mühle. Die denkmalgeschützte Ölmühle, erbaut 1661, liegt im bewaldeten Tal am Katzbruier Bach, der noch immer das Mühlrad antreibt. Im großen Gastgarten können sich Hunde nach einem schönen Spaziergang im Wald wunderbar lang machen. Leckere Küche, süß und herzhaft. Und im Gastraum scheint die Uhr vor einigen hundert Jahren einfach stehengeblieben zu sein.

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