Friert mein Hund eigentlich?

„Mein Hund hat doch Fell, der kann gar nicht frieren“, ist leider eine immer noch weit verbreitete Fehleinschätzung. Natürlich gibt es kerngesunde Hunde, die gerne in der Kälte rumtollen, Neufundländer, die es lieben, im kalten Meer zu baden und nordische Hunde, die sich bis zur Nasenspitze einschneien lassen.

Aber es gibt auch viele Hunde, denen es von Oktober bis März zumindest in Europa nur bedingt angenehm ist, längere Zeit im Freien zu verbringen. Denn ab etwa fünf bis sieben Grad kann dein Hund anfangen zu frieren. Das hängt zusätzlich ein wenig von der Luftfeuchtigkeit ab. Wie für dich auch, fühlen sich für deinen Hund sieben Grad bei Nebel ungemütlicher an als fünf Grad bei relativ trockener Luft. Außerdem kann dein Hund natürlich leicht frieren, wenn du aus der 20 Grad warmen Wohnung zum Gassigehen bei drei Grad nach draußen gehst, der plötzliche Temperaturwechsel ist auch für ihn ein Schock.

Welche Hunde frieren besonders leicht?

Ein gesunder Hund mit dichtem Fell und zumindest etwas Unterfell wird vermutlich nicht frieren, wenn er sich bei den bei uns üblichen Temperaturen draußen bewegt. Aber auch hier, solltest du es bei Minusgraden mit der Länge des Spaziergangs nicht übertreiben. Besonders leicht friert dein Hund, wenn er eine oder mehrerer der folgenden Bedingungen erfüllt:

Welpen

Häufig ist bei Welpen das Fell noch nicht besonders dicht und widerstandsfähig. Deswegen frieren sie leichter ausgewachsene Hunde. Auch eine wärmende Fettschicht ist noch nicht vorhanden, ein weiterer Grund, warum Welpen schneller frieren. Dazu kommt, dass das Immunsystem von Welpen noch nicht voll entwickelt ist. Wenn sie also frieren und sich eine Erkältung holen, kann das für einen Welpen deutlich komplizierter sein als für einen erwachsenen Hund.

Alte Hunde mit Vorerkrankungen

Auch bei alten Hunden kann es sehr eicht passieren, dass sie bei niedrigen Temperaturen frieren. Ihr Fell wird oft im Alter etwas dünner. Und gerade wenn sie Probleme mit den Gelenken haben, bewegen sie sich nicht mehr so schnell. Logisch, dass sie etwas schneller frieren, denn körpereigene Wärme entsteht auch durch Muskelaktivität. Dazu kommt, dass bei alten Hunden – genau wie bei älteren Menschen – die Muskulatur leicht abbaut. Weniger Muskulatur bedeutet weniger Aktivität und ein deutlich höheres Risiko, dass dein Hund friert.

Hunde ohne Unterfell

Wir reden gar nicht vom peruanischen Nackthund, es gibt viel mehr Mischlinge und Rassen, die kein oder nur sehr dünnes Unterfell haben und deshalb sehr leicht frieren. Boxer, Dalmatiner, Rhodesian Ridgebacks oder auch Galgos sind nur ein paar der betroffenen Hunderassen. Bei allen dringt die Kälte sofort auf die Haut vor, diese Hunde frieren also besonders leicht. Dazu kommt, dass ihr dünnes Fell keinerlei Feuchtigkeit abhält, bei Regen und Kälte frieren sie also besonders leicht.

Kurzbeinige Hunde

Der Bauch von kurzbeinigen Hunden ist einfach näher am Boden. Und der ist vielfach kälter als die Luft. Erst recht natürlich bei Schnee und Eis. Aus diesem Grund frieren Hunde mit kurzen Beinen deutlich schneller.

Sehr schlanke Hunde

Manche Hunde haben von Natur aus eine leichte Fettschicht. Das liegt fast immer an ihrer ursprünglichen Funktion. Denk an den Labrador als Wasserapportierhund. Diese leichte Fettschicht hilft, dass der Körper nicht so schnell auskühlt. Im absoluten Gegensatz dazu stehen beispielsweise alle Windhunde. Die sollen und müssen sehr schlank sein, die wärmende Fettschicht ist absolut nicht erwünscht bei den flinken Läufern. Auch hier ist es auf den ersten Blick einleuchtend, dass Whippet, Galgo oder Greyhound sehr schnell frieren.

Parasiten, angegriffenes Immunsystem, Baden, Scheren

Neben diesen physiologischen Ursachen gib es ein paar weitere Gründe, warum Hunde leichter frieren können. Parasitenbefall hat oft Auswirkungen auf die Schutzfunktion des Fells. Ebenso wie Allergien, die das Fell dünner werden lassen. Oder ein angegriffenes Immunsystem. Gerade in der kalten Jahreszeit solltest du also besonders auf die Gesundheit deines Hundes achten. Und wenn es irgendwie machbar ist, solltest du bei niedrigen Temperaturen auch darauf verzichten, deinen Hund zu scheren oder zu baden.

Woran erkenne ich, dass mein Hund friert?

Jeder Hund reagiert anders und du kannst sicher die Signale deines Hundes am besten deuten. Aber ein paar mehr oder weniger sichere Anzeichen gibt es auf jeden Fall. Wenn dein Hund ansonsten unternehmungslustig ist, sich aber im Winter nur schwer aufraffen kann, solltest du auf jeden Fall in Betracht ziehen, dass er einfach friert. Wenn ihr draußen seid und dein Hund sich nur staksend und etwas steif bewegt – vor allem in den ersten Minuten eurer Tour – ist das meist ein sicheres Zeichen, dass der Hund friert. Genau so wie eine verspannte Rückenmuskulatur, die du leicht daran erkennen kannst, dass er einen Buckel macht. Klarer werden die Zeichen, dass dein Hund friert nur noch, wenn er sich, gegen sonstige Gewohnheiten an deine Beine drückt. Hier will er einfach von deiner Wärme profitieren. Und untrüglich werden die Zeichen schließlich, wenn dein Hund an einer Erkältung leidet, weil ihm dauerhaft zu kalt war. Genau wie bei dir läuft die Nase, die Augen tränen. Und im schlimmsten Fall kommen Husten und Fieber dazu.

Wie kann ich verhindern, dass mein Hund friert?

Foto: www.wilderhund.de

Gerade bei älteren Hunden und bei Welpen ist es meist leicht, den Aufenthalt im Freien zu verkürzen. In allen anderen Fällen solltest du über den Kauf eines Mantels nachdenken, damit dein Hund nicht friert. Lange Zeit galten Mäntel für Hunde als modischer Schnickschnack, wir sehen das mittlerweile etwas pragmatischer. Denn genau wie wir ist der Hund bei jedem Wetter draußen. Und da gehört vernünftige Funktionskleidung einfach dazu. Und sie bewährt sich auch, wenn der Hund bei niedrigen Temperaturen mal einen Moment im Auto auf uns wartet und natürlich auch während dieser Zeit nicht frieren soll.
Hundemäntel gibt es mittlerweile in allen Formen, Farben und Materialen. Und natürlich für jeden Geldbeutel. Auch aus ökologischen Gründen entscheiden wir uns meist für Produkte, die ein ganzes Hundeleben lang halten. Die sind oft etwas teurer, dafür investiert man aber nur einmal.

Neben dem Preis empfehlen wir beim Kauf eines Hundemantels auf drei Dinge zu achten:

1. Passform
Früher hieß es mal: unbedingt den Hund mitbringen, damit er den Mantel anprobieren kann. Mittlerweile gibt es aber in den meisten Online-Shops eine ausführliche Messanleitung. Dabei werden meist Brustumfang und Rückenlänge beim stehenden Hund gemessen. Wir orientieren uns dabei an einer Rückenlänge, die den Nacken mit bedeckt, weil gerade hier die Muskeln schnell auskühlen, was sofort dazu führt, dass der Hund friert. Bei kleinen Hunden ist es sinnvoll, einen Mantel zu kaufen, der den Bauch mitbedeckt, damit die vom Boden aufsteigende Kälte nicht dazu führt, dass der Hund friert. Viele Online-Shops bieten mittlerweile eine unglaubliche Auswahl an Mänteln, vergewissere dich in den jeweiligen AGBs, dass du den (natürlich unbenutzten) Mantel zurückgeben kannst, wenn er trotz Messen nicht passt.

2. Qualität
Auch wenn dein Grundgedanke nur ist, dass dein Hund nicht frieren soll, gibt es ein paar Dinge, die du vorher gut überlegen solltest: Willst du einen Mantel, der nur vor Kälte schützt? Oder soll er auch Nässe abhalten. Im ersten Fall könnte ein Fleece ausreichend Schutz bieten, im zweiten Fall wählst du besser ein beschichtetes Material. Willst du einen schweren Mantel, der möglichst intensiv wärmt oder reicht dir ein leichter Mantel, der deinem Hund viel Bewegungsspielraum ermöglicht? Welches Material ist deinem Hund auf der Haut angenehm? Billiges Fleece kann speziell bei kurzhaarigen Hunden zu elektrostatischer Aufladung führen. Einen solchen Mantel wird dein Hund sicher nicht gerne tragen. Achte auch drauf, dass Schmutz und Matsch leicht abwaschbar sind. Beschichtete Materialien lassen sich leicht mit einem feuchten Tuch oder Schwamm reinigen. Und wenn du etwas mehr investierst, weil ein Hund den Mantel lange tragen soll, achte auf jeden Fall drauf, dass der Mantel maschinenwaschbar ist.

3. Persönliche Bedürfnisse
Neben Passform und Qualität gibt es noch persönliche Vorlieben und nützliche Zusatzfunktionen, auf die du beim Kauf achten solltest. Wenn dein Hund zum Beispiel normalerweise ein Geschirr trägt, sollte das mit dem Hundemantel kombinierbar sein. Wenn dein Hund ein Halsband träg, achte drauf, dass es einen Durchgriff im Mantel gibt, der es erlaubt, die Leine einzuhaken, während der Nacken dennoch bedeckt bleibt. Sicher kennst du deinen Hund auch gut genug, um zu wissen, ob er sich eher mit einem Klettverschluss, einem Reißverschluss, Druckknöpfen oder einem Mantel zum einfachen Überziehen anfreunden kann. Je nachdem wo und wie lange du unterwegs bist, können zusätzliche Reflektoren oder Taschen am Hundemantel sinnvoll sein.

Auch wenn der Mantel eigentlich nur verhindern soll, dass dein Hund friert, kannst du an dieser kleinen Aufstellung erkennen, dass du vor einem möglichen Kauf über ein paar Dinge nachdenken solltest.

Die Wintermantel „Blest Jacket“ von Nonstop Dogwear und „Wintermaster“ von Stock und Stein Wear haben wir für dich getestet.

Wir hoffen, dir mit unseren Hinweisen und Erfahrungen weiter geholfen zu haben. Kommt gut durch den Herbst und den Winter.

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