Erkältung beim Hund

Genau wie wir können sich Hunde eine Infektion der oberen Atemwege einfangen, also das, was man umgangssprachlich als Erkältung bezeichnet. Mediziner sprechen vom grippalen Infekt. Dieser Infekt wird in der Regel durch Viren ausgelöst. Bakterien haben dann leichtes Spiel und mischen mit.

Meist verläuft ein solcher Infekt harmlos, nur Hunde mit einem schwachen Immunsystem wie Welpen oder alte Hunde haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf.

Woran erkennst du eine Erkältung bei deinem Hund? Wie kannst du sie behandeln? Und wie beugst du ihr vor? Das beantworten wir hier.

So viel schon mal vorab: Erkältungen lassen sich zwar von Hund zu Hund und von Mensch zu Mensch übertragen – nicht aber von Hund zu Mensch und umgekehrt.

Woran erkenne ich, dass mein Hund erkältet ist?

  • Niesen
  • Husten
  • Nasenausfluss
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Berührungsempfindlichkeit am Hals
  • Geschwollene Lymphknoten am Hals. Beim Hund liegen sie rechts und links jeweils am Übergang vom Unterkiefer zum Hals.
  • Fieber

Schnupfen beim Hund

Ein klarer Ausfluss aus der Nase und gelegentliches Niesen sind meist harmlos und verschwinden nach wenigen Tagen von selbst.

Im Gegensatz zu uns Menschen können Hunde den Schleim in der Nase allerdings nicht ausschnäuzen. Sie müssen ihn aushusten. Welpen oder geschwächten Hunden gelingt das kaum. Das ist nicht anders als bei Säuglingen, die sich auch nicht schnäuzen können. Die Folge: Die Nase bleibt verstopft, Trinken und Schlafen fallen schwer. In diesem Fall kann es dem Hund Erleichterung verschaffen, wenn der Schleim mit einem Nasensauger abgesaugt wird. Aber Vorsicht: Die Nasenschleimhäute sind sehr empfindlich. Das Absaugen sollte deshalb von der Tierärztin, dem Tierarzt übernommen werden.

„Wenn der Ausfluss aus der Nase nicht klar und wässrig ist, sondern gelb, grünlich oder sogar rötlich, sind Tierärzte gefragt – um auszuschließen, dass ein Fremdkörper, Tumor oder eine Pilzinfektion die Probleme verursachen“, erläutert Hundebesitzerin und Tierärztin Conny Hecker, die mit ihrer mobilen Praxis im Großraum München unterwegs ist. Auch Fieber ist ein Grund, den Vierbeiner durchchecken zu lassen.

Fieber beim Hund

Ein Fieberthermometer, wie es Tierärzt:innen verwenden.

Wann spricht man überhaupt von Fieber beim Hund? Die normale Körpertemperatur des Hundes liegt zwischen 37,5 und 39 Grad. Ab 39,2 Grad spricht man von Fieber. „Das signalisiert, dass sich das Immunsystem wehrt. Doch ab 41 Grad kann das Fieber lebensbedrohlich werden“, erklärt Conny Hecker.

Und wie messe ich Fieber? „Beim Hund lässt sich die Temperatur nur rektal verlässlich messen“, sagt Conny Hecker. Das ist aber nicht jedermanns Sache. Und auch nicht jeder hat das richtige Fieberthermometer zur Hand.

Anzeichen für Fieber beim Hund

  • Erschöpfung und Teilnahmelosigkeit. Dein Hund zieht sich zurück, mag sich nicht mehr bewegen, frisst nicht oder sehr schlecht.
  • Hecheln, schnelle Atmung, ohne dass sich der Hund angestrengt hat
  • heiße Ohren
  • heiße Achseln
  • heißer Bauch
  • trockener, sehr fester Kot

Bei diesen Anzeichen solltest du mit deinem Hund zu deinem Tierarzt, deiner Tierärztin gehen. Damit langanhaltendes Fieber für deinen Freund nicht gefährlich wird.

Erkältung beim Hund vorbeugen

Ein grippaler Infekt hat bei deinem Hund meist dann leichtes Spiel, wenn sein Immunsystem geschwächt ist. Das betrifft Welpen, deren Immunsystem noch nicht komplett ausgebildet ist sowie alte Hunde oder auch Hunde, die gerade eine andere Erkrankung hinter sich haben. Auch frisch adoptierte Hunde, deren Krankheitsgeschichte du nicht kennst, können sich einen solchen Infekt schneller holen.

Ein paar einfache Dinge können dazu beitragen, dass sich dein Hund nicht erkältet:

  • Trockne deinen Hund nach eurem Spaziergang im Regen oder Schnee gründlich ab.
  • Vermeide, dass dein Hund Zugluft ausgesetzt ist.
  • Achte auf regelmäßige und angemessene Bewegung, also nicht fünf Tage auf dem Sofa lümmeln und dann zwei Tage einen Marathon einschieben.
  • Füttere ein ausgewogenes Futter, dass den Anforderungen deines Hundes gerecht wird.
  • Zieh deinem Hund etwas an, wenn er wenig oder keine Unterwolle hat. Welche Tiere zum Frieren neigen und einen Mantel brauchen, liest du hier
  • Vermeide Kontakt mit kranken Artgenossen.

Erkältung beim Hund selbst behandeln

Wenn sich dein Hund trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Erkältung eingefangen hat, beispielsweise weil er sich bei einem anderen Hund angesteckt hat, gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst, um die Genesung zu unterstützen:

  • Verkürze die Gassi-Runden, aber sorge trotzdem für ausreichend frische Luft.
  • Achte drauf, dass dein Hund ausreichend trinkt.
  • Biete ihm Futter an, dass er gerne mag und sicher frisst.
  • Vermeide den Kontakt zu anderen Hunden.

Wenn dein Hund Fieber bekommt oder die Symptome nach drei Tagen nicht deutlich abklingen, besuch den Tierarzt, die Tierärztin deines Vertrauens. Auch um abzuklären, ob sich hinter den Beschwerden nicht vielleicht eine schlimmere Erkrankung wie etwa Zwingerhusten oder eine echte Grippe verbirgt.

Grippe erwischt auch Hunde

Tatsächlich kann eine echte Grippe (Influenza) auch Hunde erwischen – mit sehr ähnlichen Beschwerden, wie sie auch Menschen plagen: Fieber, Nasenausfluss, anhaltender Husten, tränende Augen, Abgeschlagenheit. Die Grippe macht unseren Vierbeinern deutlich länger und heftiger zu schaffen als eine Erkältung und muss medizinisch behandelt werden. „Meist werden Immunstimulanzien verschrieben, unterstützend Schmerzmittel gegen Hals- und Gliederschmerzen. Dann schmeckt auch das Futter wieder“, sagt Conny Hecker. Schleimlöser helfen ebenso wie Inhalieren. Antibiotika können nur dann etwas ausrichten, wenn sich Bakterien auf den viralen Infekt gesetzt haben. Viren können auch sie nicht bekämpfen. Ein Hund mit Grippe sollte außerdem von anderen Hunden isoliert werden.

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