Bayerische Seen mit Hund entdecken
Kaum ein Bundesland hat so viele Seen zu bieten wie Bayern – vom mondänen Tegernsee bis zum stillen Weiher im Fünfseenland, von der Alpenkulisse am Königssee bis zu den gefluteten Baggerseen im Norden. Für Menschen mit Hund heißt das: jede Menge Wanderwege mit Wasserblick, Insel-Schifffahrten, Almrunden mit Aussicht – und ganz nebenbei auch die eine oder andere Abkühlung, wenn der Hund es zulässt.
Denn genau da wird’s spannend: Wo ein Hund tatsächlich ins Wasser darf, unterscheidet sich von See zu See erheblich. Der eine Ort erlaubt es überall, der nächste nur an einem einzigen ausgewiesenen Hundestrand, der übernächste gar nicht während der Badesaison. Wir sammeln hier deshalb beides: unsere schönsten Touren rund um Bayerns bekannteste Seen – und, wo wir es wissen, auch gleich die Antwort auf die Frage, die uns selbst am See immer zuerst interessiert: Dürfen Hunde hier ins Wasser oder zumindest ans Ufer?
Fünfseenland

Direkt vor der Haustür der Münchner*innen liegt das Fünfseenland, mit Starnberger See, Ammersee, Wörthsee, Pilsensee und Weßlinger See.
- Der Starnberger See ist der größte und bekannteste von ihnen, mondän an manchen Ufern, ruhig an anderen. Während der Badesaison sind Hunde weder im Wasser noch in den Naherholungsgebieten erlaubt.
- Der Ammersee gilt vielen als der „bäuerlichere“ Gegenpol dazu, mit dem Kloster Andechs als bekanntestem Landmark. Am Ammersee dürfen Hund an bestimmten Stränden ins Wasser, etwa bei Schondorf.
- Wörthsee, Pilsensee und Weßlinger See sind die kleineren, deutlich weniger überlaufenen drei – gut für alle, die lieber ohne Trubel ans Wasser wollen.
Lieblingstouren im Fünfseenland
Chiemgau: Chiemsee, Simsee & Umgebung

Mit rund 80 Quadratkilometern ist der Chiemsee der drittgrößte See Deutschlands – nicht umsonst nennt er sich selbstbewusst „Bayerisches Meer“.
Wer Abkühlung sucht: Es gibt einen Hundestrand in Bernau-Felden, direkt hinter dem Wohnmobilhafen, gibt es ein Sandufer mit flachem Einstieg. Direkt daneben liegt Sallers Badehaus, falls ihr nach dem Schwimmen noch sitzen bleiben wollt. Rund um den restlichen See ist es strenger: An den meisten offiziellen Strandbädern sind Hunde nicht erlaubt, freie Badestellen gibt es aber auch in Chieming.
Wer nach schönen Wanderungen sucht, hat rund um den Chiemsee die freie Wahl: Zwischen dem Ufer und den Gipfeln der Chiemgauer Alpen ist für jedes Fitnesslevel etwas dabei – von der Insel-Schifffahrt nach Herrenchiemsee und Fraueninsel über die vergleichsweise leichte Runde durch die Entenlochklamm bei Ettenhausen bis zur Gipfeltour aufs Sonntagshorn, mit knapp 1.900 Metern der höchste Punkt der Chiemgauer Alpen. Auf die Kampenwand und den Hochfelln kommt man sogar bequem mit der Bergbahn hoch.
Nicht direkt am Chiemsee, aber in derselben Region liegen zwei weitere sehenswerte Seen: der Simsee bei Rosenheim, der Waginger sowie der Tachinger See weiter östlich Richtung Traunstein.
Lieblingstouren am und um den Chiemsee
Tegernsee

Auf dem Tegernsee Seeufersteg laufen wir Richtung Kloster.
Auch der Tegernsee verdankt seine langgestreckte Form einer Gletscherzunge des Inn-Gletschers, die sich in der letzten Eiszeit ins Tal fraß. Noch in den 1950er-Jahren war der See so belastet, dass ein Badeverbot drohte – heute, dank Kanalisation, zählt er zu den saubersten Seen Bayerns.
Offizielle Hundestrände sind leider rar: Die meisten Badebuchten sind für Menschen reserviert, und in der Badesaison von Ende April bis November wird das auch streng kontrolliert. Umso mehr lohnt der Weg zu den wenigen Stränden, die es gibt: unser Favorit ist der Hundestrand von Gmund, direkt an der Stelle, an der einst schon Thomas Mann mit seinem Hund Bauschan badete (es gibt sogar eine Skulptur der beiden). Weitere Optionen: Rottach-Egern, die naturbelassenen Kiesbänke am Ringsee und der Hundestrand von Bad Wiessee.
Lieblingstouren am Tegernsee
Schliersee & Spitzingsee

Ein Bootshaus
Rund 60 Kilometer von München entfernt liegt der Schliersee, eingebettet ins Mangfallgebirge zusammen mit Spitzingsee und den Orten Bayrischzell und Fischbachau. Auf vergleichsweise engem Raum finden sich hier ungewöhnlich viele Seen, Gipfel, Bergbahnen und Einkehrmöglichkeiten – dazu eine Hundefreundlichkeit, die uns immer wieder auffällt: Als unsere alte Hündin Hanni sich einmal schwertat, in die Kabine der Taubensteinbahn zu hüpfen, hielt der Mitarbeiter einfach kurz den Betrieb an. Auch hier gibt es ausgewiesene Hundestrände, aber eben nicht überall am Ufer.
Lieblingstouren an Schliersee & Spitzingsee
Allgäu-Seen

Was für ein Blick: Rohrkopfhütte und Forggensee unter uns.
Wie wasserreich das Allgäu ist, zeigt sich am besten von der Aussichtsplattform an der Tegelbergbahn-Bergstation: Von dort blickt ihr auf gleich acht Seen auf einmal – Forggensee, Bannwaldsee, Hopfensee, Weißensee, Schwansee, Alpsee, Illasbergsee und Hegratsrieder See. Dazu kommen unzählige Flüsse, Bäche und Tobel – wie man die Schluchten hier nennt.
Einheitliche Baderegeln gibt es bei den acht Seen nicht: Je nachdem, ob ein See unter Schutz steht oder sein Ufer als Liegewiese genutzt wird, gilt von See zu See etwas anderes. Wer seinen Hund lieber ohne Leine laufen lassen will, kommt am besten außerhalb der Weidesaison zwischen Spätherbst und Frühjahr – im Sommer gehören die weiten Almwiesen (hier: „Alpen“ genannt, nicht „Almen“) den Kühen.
Lieblingstouren an den Allgäuer Seen
Walchensee & Kochelsee

Das Ziel in Sicht: Die Talstation der Herzogstandbahn am Walchensee.
Mit über 190 Metern Tiefe zählt der Walchensee zu den tiefsten Seen Deutschlands, sein Wasser ist so klar, dass es je nach Licht von Türkis bis Tiefblau changiert. Der Kochelsee dagegen ist der ruhigere, schilfreichere der beiden – und für Kunstinteressierte ein kleiner Pilgerort: Hier lebte und malte Franz Marc, Mitbegründer der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“, dem Kochel am See heute ein eigenes Museum widmet. Verbunden sind die beiden Seen durch das Walchenseekraftwerk von 1924 und die kurvige Kesselstraße, letztere ist besonders bei Motorradfahrer:innen beliebt.
Den schönsten Doppelblick auf beide Seen bekommt ihr vom Herzogstand aus, angeblich dem Lieblingsberg Ludwigs II., der sich dort sogar einen eigenen Reitweg anlegen ließ. Bequem hinauf geht’s mit der Herzogstandbahn zur Bergstation auf gut 1.620 Metern, von dort über die Fahrenbergkapelle und das Herzogstandhaus auf einem schmalen Bergpfad hinunter nach Walchensee, mit Blick bis zu Wetterstein und Karwendel.
Lieblingstouren an Walchen- und Kochelsee
Königssee

Der Königssee im Berchtesgadener Land gilt als einer der saubersten Seen Deutschlands, so klar, dass man meterweit auf den Grund sehen kann. Das liegt auch daran, dass seit 1909 nur Elektroboote und Ruderboote auf dem See fahren dürfen, Verbrennungsmotoren sind nicht erlaubt.
Am Seeufer ragt die fast 1.800 Meter hohe Watzmann-Ostwand empor, die steil abfallende Felswand ist verantwortlich für das berühmte Königseer Echo. Ebenfalls berühmt: die Wallfahrtskirche St. Bartholomä mit ihren markanten roten Zwiebeltürmen am Westufer – eines der meistfotografierten Motive Bayerns.
Wichtig zu wissen: Der Königssee ist Teil des Nationalparks Berchtesgaden, in dem Gebiet gilt Leinenpflicht. Auf den Schiffen am Königssee dürfen Hunde nur mit Maulkorb an Bord.
Lieblingstouren am Königssee
Bayerischer Wald: Höllensteinsee, Drachensee & Co.

Abkühlung im Drachensee, fern der gut besuchten Liegewiesen. Die Leine haben wir nur kurz zum in den See hüpfen abgemacht.
Der Bayerische Wald ist eine andere Art von Seen-Region als die Alpenrandseen weiter südlich: statt Gletscherseen mit Bergpanorama dominieren hier endlos wirkende Wälder, beeindruckende Felsformationen und dazwischen immer wieder Stauseen und stille Badeseen – oft deutlich ruhiger und weniger überlaufen.
Am Höllensteinsee bei Viechtach führt eine unserer Touren direkt am Ufer entlang, mit Blick auf die bewaldeten Hügel ringsum. Am Drachensee kühlen wir uns gerne fernab der gut besuchten Liegewiesen ab, und beim Stausee Postfelden bei Rettenbach gibt’s ebenfalls reichlich Gelegenheit zum Planschen, abseits der Hauptsaison-Trubel an den größeren Seen.
Lieblingstouren an Seen im Bayerischen Wald
Oberpfälzer Seenland

Rund um Schwandorf, Neunburg vorm Wald und Nittenau gibt es mehr Wasser als sonst irgendwo in Ostbayern – Seen, Flüsse, Teiche und Bachläufe, wohin man auch blickt. Größter See ist der Steinberger See: einst ein Tagebau, heute ein Naherholungsgebiet zum Plantschen, Paddeln, Schwimmen und sogar Wasserskifahren – Hunde dürfen am Ost- und Westufer mit ins Wasser.
Nur durch einen Steg getrennt liegen Murner See und Brückelsee: Der Brückelsee gehört den Seglern, der Murner See den Badegästen, mit eigenen Hundebadestellen (dort allerdings mit Leinenpflicht).
Lieblingstouren im Oberpfälzer Seenland
Fränkisches Seenland: Brombachsee, Rothsee & Co.
Anders als die Alpenrandseen sind die Gewässer im Fränkischen Seenland vergleichsweise jung und von Menschenhand angelegt: Brombachsee, Rothsee und Igelsbachsee bei Gunzenhausen entstanden im 20. Jahrhundert vor allem, um die wasserärmere Region rund um Nürnberg mit Wasser zu versorgen und Hochwasser abzupuffern. Heute sind sie vor allem eins: beliebte Badeseen für den gesamten fränkischen Raum.
Wir hatten bisher leider noch nicht das Vergnügen Urlaub an den fränkischen Seen zu machen, die Region steht aber weit oben auf unserer Reiseziel-Liste. 😊

