Ligurien mit Hund entdecken

Auf der Flucht vor Minusgraden und Schneeregen sind wir mit unserem Hund Amos eher zufällig an der italienischen Riviera in Ligurien gelandet. Mitten im Winter. Erst nach unserer Reise erfuhren wir, dass dieser Küstenstreifen rechts und links von Genua zu den bekanntesten und meistbesuchten Regionen Italiens zählt. 😮 Orte wie Portofino, Camogli oder die Cinque Terre stehen für mediterrane, sogar mondäne Postkartenidylle und ziehen Gäste aus aller Welt an. ♥️🦴

Wären wir gezielt hierhergefahren, wenn wir das vorher gewusst hätten? Vermutlich nicht. Zum Glück kam’s anders. Denn die ligurische Küste hat uns vom ersten Tag an begeistert. Die liebliche Landschaft mit ihren terrassierten Hängen, dem türkisblauen Meer und den historischen Bauten in Bonbonfarben ebenso wie das milde Klima, das gute Netz der Wanderwege und die Hundefreundlichkeit. ♥️🦴

Mittlerweile haben wir längere Urlaube an der Riviera di Levante verbracht, sind durch die Cinque Terre gewandert, haben Sestri Levante erkundet und viele Touren zwischen Portofino, Bonassola und Framura unternommen. Wir haben entdeckt, wo es selbst an Ostern noch angenehm ruhig ist, welche Orte für Hundemenschen besonders geeignet sind – und warum es sich lohnt, das Auto gegen den Zug zu tauschen. 🚂

Unsere Erfahrungen, Lieblingsorte, Wanderungen und Tipps für einen Urlaub mit Hund in Ligurien haben wir hier für euch zusammengestellt.

Riviera di Levante oder Riviera di Ponente?

Die italienische Riviera umfasst die gesamte Küste Liguriens und wird traditionell in zwei Abschnitte unterteilt:

Riviera di Ponente

Die Riviera di Ponente („Riviera des Sonnenuntergangs“) erstreckt sich westlich von Genua bis zur französischen Grenze. Typisch sind breitere Strände, Palmenpromenaden und bekannte Badeorte wie Sanremo oder Alassio. Die Region gilt als klassisches Ziel für Badeurlauber und Sonnenhungrige.

Riviera di Levante

Östlich von Genua beginnt die Riviera di Levante („Riviera des Sonnenaufgangs“). Hier prägen steile Küsten, terrassierte Hänge, kleine Buchten und farbenfrohe Küstenorte das Bild. Zu den bekanntesten Orten zählen Camogli, Portofino, Sestri Levante und die Cinque Terre.

Blick auf Schloss Paraggi

Warum wir uns in die Riviera di Levante verliebt haben

Unsere Erfahrungen in diesem Beitrag beziehen sich fast ausschließlich auf die Riviera di Levante. Hier haben wir bislang die meiste Zeit verbracht, die meisten Wanderungen unternommen und die Region intensiv mit Hund erkundet.

Was uns an diesem Teil Liguriens besonders begeistert: die Kontraste. Auf kleinstem Raum treffen Meer, Berge, historische Orte und ein außergewöhnlich dichtes Netz an Wanderwegen aufeinander. Oft beginnt die nächste Tour nur wenige Schritte hinter der Strandpromenade. Schon nach kurzer Zeit steht man zwischen Olivenhainen, Kastanienwäldern und alten Trockenmauern – mit weitem Blick über das Mittelmeer. Selbst im Winter verwöhnen uns immergrüne Maccia, Zitronen- und Orangen-Bäume mit Farbe. Das Licht ist klar, das Meer blau-grün-türkis, die Vegetation mediterran und das Klima selbst im Januar mild. Genau diese Mischung macht die Riviera di Levante für uns zu einem der spannendsten Reiseziele für Hundemenschen in Europa.

Sestri Levante: unser Lieblingsort an der Riviera di Levante

Wenn wir heute einen Ort nennen müssten, der für uns wie kaum ein anderer die Vorzüge der Riviera di Levante vereint, dann wäre das Sestri Levante. Die lebendige Küstenstadt liegt etwa auf halbem Weg zwischen Genua und den Cinque Terre und hat uns bei unserem zweiten Aufenthalt in Ligurien besonders begeistert. Hier treffen zwei traumhafte Buchten, eine historische Altstadt, ein Hundestrand, zahlreiche Wanderwege und eine hervorragende Bahnanbindung aufeinander. Für uns einer der besten Ausgangspunkte, um Ligurien mit Hund zu entdecken.

Abendstimmung an der Baia delle Favole

Zwei Buchten und eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch

Wie schön Sestri Levante ist, zeigt sich wohl nirgendwo eindrucksvoller als von den Höhen oberhalb der Stadt. Schon vom ersten Aussichtspunkt auf unserer Wanderung zur Kirchenruine Sant’Anna schweift der Blick über die berühmte Baia del Silenzio. Die „Bucht der Stille“ liegt geschützt auf einer schmalen Landzunge und wird von pastellfarbenen Häusern eingerahmt. Viele halten sie für eine der schönsten Buchten Liguriens.
Nur wenige Schritte entfernt öffnet sich auf der anderen Seite die deutlich größere Baia delle Favole. Zwischen beiden Buchten erstreckt sich die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, kleinen Piazze, Kirchen, Cafés und Geschäften. Gerade diese besondere Lage verleiht Sestri Levante seinen unverwechselbaren Charakter.

Am Ausgangspunkt unserer Tour: der Altstadt von Sestri Levante.

Anders als in vielen Küstenorten wirkt die Altstadt nicht wie eine reine Touristenkulisse. Hier wird gelebt, eingekauft, flaniert und geplaudert. Auch außerhalb der Hauptsaison herrscht eine angenehme Lebendigkeit.

Warum wir immer wieder nach Sestri Levante zurückkehren würden

Während unseres Osterurlaubs haben wir viele bekannte Orte an der Riviera di Levante besucht – darunter auch die Cinque Terre. So beeindruckend die berühmten Dörfer sind: Dort mussten wir uns stellenweise bereits im Frühjahr durch die Gassen drängen.

Sestri Levante empfanden wir dagegen deutlich entspannter. Die Stadt ist größer, bietet mehr Platz und verteilt die Besucherströme besser. Gleichzeitig besitzt sie alles, was wir an Ligurien lieben: Meer, Altstadtflair, schöne Geschäfte, gute Restaurants, Strandpromenaden und eine spektakuläre Landschaft direkt vor der Haustür.

Besonders gefallen hat uns die lange Promenade entlang der Baia delle Favole. Hier treffen sich Einheimische und Gäste zum Spaziergang, Joggen oder auf einen Aperitivo mit Blick aufs Meer. Die Atmosphäre wirkte auf uns angenehm italienisch.

Perfekter Ausgangspunkt für Urlaub mit Hund

Für Hundemenschen bietet Sestri Levante aus unserer Sicht außergewöhnlich viele Vorteile:
🐾 Breiter Hundestrand an der Baia delle Favole
🚆 Bahnhof mit Regional- und Schnellzuganbindung
🥾 Wanderungen direkt ab der Altstadt möglich
🍝 Viele Restaurants und Cafés mit hundefreundlicher Atmosphäre
🛍️ Schöne Geschäfte und kurze Wege im Ort
🌊 Zwei traumhafte Buchten direkt vor der Haustür

Wenn wir heute einen Ort für einen längeren Urlaub mit Hund an der ligurischen Küste empfehlen sollten, wäre Sestri Levante deshalb ganz weit vorne auf unserer Liste. Die Stadt bietet einen unschlagbaren Mix aus Meer, Wandern, italienischem Lebensgefühl und praktischer Infrastruktur.

Unsere Wanderungen rund um Sestri Levante

Bucht in Sestri Levante

Wandern mit Hund in Ligurien

Wenn wir an Ligurien denken, denken wir nicht zuerst an Strände oder Badeorte. Wir denken an Wanderwege. An alte Maultierpfade zwischen Olivenhainen und Weinbergen. An schmale Bergpfade hoch über dem Meer. An historische Treppenwege, die seit Jahrhunderten Küstenorte, Kirchen und Bergdörfer miteinander verbinden.

Genau diese Mischung macht Ligurien für uns zu einem der spannendsten Wanderziele Europas. Kaum irgendwo sonst liegen Meer und Berge so nah beieinander. Oft reichen wenige Minuten Fußweg, um die Strandpromenade hinter sich zu lassen und in eine völlig andere Welt einzutauchen.

Warum Ligurien ein Paradies für Wanderurlaub mit Hund ist

Was uns an Ligurien besonders begeistert hat:

  • 🥾 Ein dichtes Netz historischer Wanderwege
  • 🌊 Spektakuläre Ausblicke auf das Mittelmeer
  • 🌳 Überraschend viele schattige Waldabschnitte
  • 🍋 Abwechslungsreiche Landschaften mit Weinbergen, Olivenhainen und Macchia
  • 🚆 Viele Touren lassen sich bequem mit dem Zug erreichen
  • 🐾 Zahlreiche Wanderungen sind auch für trittsichere Familienhunde gut geeignet

Außerhalb der Orte verläuft ein großer Teil der Wege durch erstaunlich grüne Landschaften. Typisch sind Steineichen, Kastanienwälder, Aleppo-Kiefern und die mediterrane Macchia mit Rosmarin, Wacholder und Myrte. Im Frühjahr sorgen Ginster, Alpenveilchen und zahlreiche Wildblumen für Farbtupfer.

Auch die Tierwelt ist vielfältig. Immer wieder haben wir Eidechsen auf warmen Felsen beobachtet, während über den Klippen Wanderfalken kreisten. In den Wäldern leben Wildschweine und Rehe. Entsprechend empfiehlt sich für jagdlich motivierte Vierbeiner vielerorts die Leine.

Typisch für die Region: Natur trifft auf Kultur wie hier an der Abtei San Fruttuoso.

Naturpark Portofino: Wandern zwischen Wald, Meer und Geschichte

Der Naturpark Portofino gehört für uns zu den schönsten Wandergebieten Liguriens. Die geschützte Halbinsel zwischen Camogli, Santa Margherita Ligure und Portofino vereint dichte Wälder, spektakuläre Steilküsten, kleine Buchten und historische Klöster auf engem Raum.

Blick auf den Hafen von Portofino

Besonders gefallen hat uns die Mischung aus Natur und Kultur. Viele Wege folgen historischen Verbindungen, die seit Jahrhunderten genutzt werden. Immer wieder trifft man auf Kirchen, Aussichtspunkte oder alte Terrassenanlagen mit Blick aufs Meer.´

Unsere Wanderungen im Naturpark Portofino

Blick vom Sentiero Azzurro auf Vernazza.

Cinque Terre: mehr als die berühmten Küstenwege

Die Cinque Terre gehören zu den bekanntesten Wanderregionen Italiens. Entsprechend voll kann es auf den berühmten Küstenwegen werden. Besonders der Sentiero Azzurro zwischen den fünf Dörfern zieht Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.

Was viele nicht wissen: Oberhalb der Küste wartet eine deutlich ruhigere Welt. Zwischen Weinbergen, Trockenmauern und kleinen Bergdörfern haben wir einige unserer schönsten Wanderungen in Ligurien unternommen.

Gerade für Hundemenschen lohnt es sich deshalb oft, die bekannten Küstenwege zu verlassen und die höher gelegenen Routen zu erkunden.

Unsere Wanderungen in den Cinque Terre

Salto della Lepre

Sestri Levante, Bonassola und Framura: unsere Geheimtipps

Während sich viele Besucher auf Portofino und die Cinque Terre konzentrieren, haben uns auch die weniger bekannten Wandergebiete begeistert.

Rund um Sestri Levante führen aussichtsreiche Wege zu Aussichtsbalkonen über dem Meer, durch Wälder und zu historischen Kirchenruinen.

Hafen von Framura

Zwischen Bonassola und Framura verläuft einer der schönsten Küstenabschnitte, die wir bislang in Ligurien entdeckt haben. Hier wechseln sich kleine Buchten, felsige Küsten und stille Waldabschnitte ab.
Gerade außerhalb der Hauptsaison haben wir hier oft deutlich mehr Ruhe erlebt als an den bekannten Hotspots der Region.

Weitere Wanderungen in Ligurien

Cinque Terre mit Hund: unsere Erfahrungen

Schöner als jede Postkarte: auf den letzten Metern beim Abstieg nach Manarola.

Die Cinque Terre gehören zu den bekanntesten Reisezielen Italiens. Die fünf Dörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore kleben spektakulär an den Felsen über dem Meer und sehen tatsächlich genauso schön aus wie auf den Postkarten. Die bunten Häuser, die kleinen Häfen und die steilen Weinberge bilden eine einzigartige Kulturlandschaft, die nicht ohne Grund zum UNESCO-Welterbe gehört.

Wir können deshalb gut verstehen, warum jedes Jahr Millionen Menschen hierherkommen. Gleichzeitig sollte man als Hundemensch wissen, worauf man sich einlässt.

In der Alstadt von Vernazza

Unsere Erfahrungen zu Ostern

Wir waren über Ostern in den Cinque Terre unterwegs, also deutlich vor der eigentlichen Hauptsaison. Trotzdem war bereits richtig viel los.

Vor allem in Vernazza und Manarola schoben sich Besucherinnen und Besucher aus aller Welt durch die schmalen Gassen. Besonders viele Gäste kamen nach unserem Eindruck aus den USA. Die Orte sind wunderschön, aber auch sehr klein – und somit schnell überfüllt.

Teilweise mussten wir uns durch die Menschenmengen drücken und Amos hinterherziehen. Für entspannte und souveräne Hunde ist das vermutlich kein Problem. Nervöse Vierbeiner könnten dagegen schnell an ihre Grenzen kommen.

Einheimische erzählten uns, dass die Besucherzahlen in den Sommerferien noch einmal deutlich höher liegen sollen. 😲Kaum vorstellbar, wenn man die Menschenmassen an einem sonnigen Osterwochenende erlebt hat.

Auf dem Sentiero Azzurro.

Die bekanntesten Wanderwege der Cinque Terre verlaufen auf dem Sentiero Azzurro direkt entlang der Küste und verbinden die Dörfer miteinander.

Die Ausblicke sind spektakulär. Menschen mit Hund sollten allerdings wissen:

  • Viele Abschnitte sind schmal und stark frequentiert. Dem Gegenverkehr muss man ausweichen.
  • Der Untergrund ist oft steinig und felsig.
  • Immer wieder führen hohe Natursteinstufen bergauf oder bergab.
  • Etliche Teilstücke bieten keinen Schatten.
  • Im Sommer gelten auf stark frequentierten Abschnitten teilweise Einbahnregelungen.
  • Mit steigenden Temperaturen wird es für Hunde schnell anstrengend.

Gerade die zahllosen Steinstufen sollte man nicht unterschätzen. Auf dem Sentiero Azzurro ist vielerorts Sprungkraft gefragt. Unterwegs haben wir einen Dackel beobachtet, der sichtbar mit den hohen Stufen zu kämpfen hatte. Für kleinere Hunde kann deshalb ein Tragerucksack sinnvoll sein, um zwischendurch für Entlastung zu sorgen.

Aber auch für größere und sportliche Hunde wie unseren Amos sind die Wege durchaus anspruchsvoll. Neben den vielen Höhenmetern fordert vor allem der ständige Publikumsverkehr Konzentration. Auf den schmalen Pfaden müssen Hunde aufmerksam laufen, Menschen passieren lassen und immer wieder ausweichen. Das strengt nicht nur die Pfoten, sondern auch den Kopf an.

Die erste Gumpe – Amos im Glück.

Gerade für Vierbeiner, die Hitze nicht gut vertragen oder lieber etwas mehr Platz um sich haben, würden wir diese Wege nicht für einen Sommerurlaub empfehlen.

Hinzu kommt, dass Hunde an den wenigen Badestellen und Hafenbereichen der Cinque-Terre-Dörfer nicht ins Wasser dürfen. Eine spontane Abkühlung ist deshalb nicht überall möglich.

Auf dem Sentiero Azzurro zwischen Corniglia, Vernazza und Monterosso gibt es immerhin ein paar Gumpen. Amos hat es geliebt.

Unsere Empfehlung: die Cinque Terre oberhalb der Küste entdecken

Die schönsten Winkel der Cinque Terre erwarteten uns nicht unten am Meer, sondern weit darüber, über den Dörfern.

Schon wenige Höhenmeter oberhalb der berühmten Küstenorte verändert sich die Atmosphäre komplett. Statt Besucherströmen erwarten euch Weinberge, Trockenmauern, kleine Bergdörfer und herrliche Ausblicke über das Mittelmeer.

Nickerchen im Garten des Chiosco del Sole.

Auf unserer Wanderung von Corniglia über Volastra nach Manarola waren wir stellenweise nahezu allein unterwegs. Während sich unten die Menschen durch die Gassen drängten, saßen wir wenig später entspannt im Garten des Chiosco del Sole in Volastra unter Oliven- und Feigenbäumen. Unser Amos rollte sich im Rindenmulch zusammen und hielt ein Nickerchen, während wir eigentlich längst hätten weiterwandern wollen.

Welche Jahreszeit würden wir empfehlen?

Wenn wir noch einmal in die Cinque Terre reisen würden, dann möglichst zwischen Spätherbst und frühem Frühjahr. Schon an Ostern haben wir die Dörfer und viele Wanderwege deutlich voller erlebt, als wir erwartet hatten. In den Sommermonaten dürften Hitze, Menschenmengen und die eingeschränkten Ausweichmöglichkeiten auf vielen Wegen die Touren für Mensch und Hund noch einmal deutlich anstrengender machen. Die spektakuläre Landschaft bleibt dieselbe – genießen lässt sie sich außerhalb der Hauptsaison aus unserer Sicht aber deutlich entspannter.

Unser Fazit zu den Cinque Terre mit Hund

Ja, die Cinque Terre lohnen sich auch mit Hund.

Wer jedoch ausschließlich die berühmtesten Orte und Küstenwege besucht, erlebt nur einen kleinen Teil dieser faszinierenden Landschaft. Unser Tipp lautet deshalb: Früh kommen, die Nebensaison nutzen und bewusst auch die weniger bekannten Wege oberhalb der Küste einplanen.

Dort haben wir einige unserer schönsten Stunden in Ligurien verbracht.

Auf dem Sentiero Azzurro gilt Leinenpflicht.

Leinenpflicht auf Wanderwegen in Ligurien

Wer mit Hund in Ligurien wandert, trifft auf sehr unterschiedliche Bedingungen. Mal führen die Wege durch ruhige Wälder und einsame Berglandschaften, mal durch beliebte Naturschutzgebiete oder über stark frequentierte Küstenpfade.

  • Naturpark Portofino 🐾🌿
    Hier haben wir keine generelle Leinenpflicht auf allen Wanderwegen festgestellt. Hunde sind hier willkommen, solange sie unter Kontrolle bleiben und weder Wildtiere noch andere Menschen stören. In einzelnen Bereichen können abweichende Regelungen gelten. Beschilderungen solltet ihr deshalb immer beachten.
  • Cinque Terre
    Auf dem berühmten Sentiero Azzurro in den Cinque Terre gilt Leinenpflicht. Das erscheint uns auch nachvollziehbar. Die Wege sind oft schmal und schon zu Ostern stark frequentiert. Da ist die Leine vor allem ein Zeichen der Rücksicht gegenüber anderen Menschen auf dem Weg.
  • In den ligurischen Wäldern 🐗
    Hier haben wir die Spuren von Wildschweinen, Rehen und Co. gesehen. Und Einheimische erzählten uns, dass die Wälder sehr wildreich sind. Für Hunde mit starkem Jagdtrieb empfiehlt sich also rund ums Jahr in den Wäldern eine Leine.
  • In Ortschaften
    Hier gilt wie bei uns Leinenpflicht.

Unser Eindruck: Die Regelungen stehen einem entspannten Wanderurlaub mit Hund nicht im Weg. In besonders sensiblen Gebieten kommt man vielerorts mit einer Schleppleine gut klar, wenn der Hund auf den Wegen bleibt. Und: Viele, gerade Einheimische, nehmen es mit den Regeln nicht so genau. Das hat uns ein wenig an Frankreich erinnert.

Mit Hund und Zug durch Ligurien

Wer Ligurien mit Hund erkunden möchte, sollte das Auto ruhig öfter stehen lassen. Amos und sein Herrchen sind eigentlich keine großen Fans von ÖPNV. Doch an der Riviera di Levante haben auch Sie ihre Haltung zum Thema Bahnfahren grundlegend geändert. 😊

Warum wir an der Riviera di Levante so oft den Zug genommen haben

Wer die Küstenorte der Riviera di Levante erkunden möchte, sollte den Zug unbedingt in seine Urlaubsplanung einbeziehen. Das gilt besonders für Ausflüge nach Portofino, Camogli, Sestri Levante oder in die Cinque Terre. Viele Gemeinden entlang der Küste verfolgen seit Jahren eine klare Strategie: Zugfahren soll attraktiv sein, Autofahren dagegen möglichst unattraktiv.

Dafür gibt es gute Gründe. Die meisten Orte liegen eingequetscht zwischen Meer und steilen Berghängen. Platz ist Mangelware. Parkraum erst recht. In der Hauptsaison strömen Millionen Besucher an die ligurische Küste. Würden alle mit dem Auto bis ins Ortszentrum fahren, käme der Verkehr vielerorts vollständig zum Erliegen.

Entsprechend wird der Verkehr gezielt gelenkt. Parkplätze sind knapp, häufig weit außerhalb gelegen und sehr teuer. Tagestickets von 80 Euro und mehr sind in beliebten Orten während der Hauptsaison keine Seltenheit. Wer mit Camper, Kastenwagen oder Wohnmobil unterwegs ist, steht zusätzlich vor dem Problem, dass viele Parkhäuser wegen ihrer geringen Durchfahrtshöhe ausscheiden.

So funktioniert Zugfahren mit Hund in Ligurien

Die Bahn verbindet nahezu alle wichtigen Orte der Riviera di Levante miteinander. Bahnhöfe befinden sich meist direkt in den Ortszentren, viele Wanderungen beginnen nur wenige Minuten vom Bahnsteig entfernt.

Das hat uns besonders gefallen:

  • 🚆 Bahnhöfe liegen meist direkt in den Ortszentren.
  • 🥾 Viele Wanderwege beginnen unmittelbar am Bahnhof.
  • 💶 Fahrten kosten oft nur wenige Euro.
  • 🐾 Hunde reisen zum ermäßigten Fahrpreis (i.R. Kinderticket).
  • 🚗 Parkplatzsuche entfällt komplett.
  • 🌊 Streckenwanderungen werden problemlos möglich.

Wichtig zu wissen:

  • Fahrkarten kauft man vor Fahrtantritt am Bahnhof oder Automaten.
  • Die Tickets müssen vor dem Einstieg entwertet werden.
  • Im Zug gilt grundsätzlich Leinenpflicht.
  • Offiziell muss für Hunde auch ein Maulkorb mitgeführt werden.

Unser Amos war übrigens fast immer der einzige Hund, der seinen Maulkorb tatsächlich getragen hat. Die meisten anderen Vierbeiner reisten „oben ohne“, während ihre Menschen den Maulkorb unter dem Arm trugen. Trotzdem würden wir empfehlen, die Vorschriften ernst zu nehmen und einen passenden Maulkorb dabeizuhaben.

Was kostet Zugfahren in Ligurien?

Die Preise für Regionalzüge an der Riviera di Levante haben uns positiv überrascht. Viele Fahrten kosten nur wenige Euro.

Hunde fahren offiziell zum halben Fahrpreis mit. Voraussetzung sind Leine und Maulkorb.
Wichtig: Rund um die Cinque Terre gelten teilweise besondere Tarife. Deshalb kostet eine Fahrt in eines der fünf Dörfer oft mehr als eine Fahrt in andere Küstenorte, selbst wenn diese weiter entfernt liegen.

Cinque Terre Card: Lohnt sie sich?

Wer mehrere Tage in den Cinque Terre unterwegs ist, sollte sich die Cinque Terre Card anschauen.
Je nach Variante beinhaltet sie unbegrenzte Fahrten zwischen La Spezia und Levanto, den Zugang zu kostenpflichtigen Wanderwegen sowie weitere Leistungen des Nationalparks.

Für gelegentliche Fahrten reicht meist ein normales Bahnticket. Wer jedoch häufig zwischen den Dörfern pendelt oder mehrere Wanderungen plant, kann mit der Karte Geld sparen.

Zug: der große Vorteil für Wanderungen

Besonders begeistert hat uns die Freiheit, die das Bahnnetz bietet.

Viele der schönsten Wanderungen Liguriens sind keine Rundtouren. Mit dem Zug wird das plötzlich zum Vorteil: Man startet in einem Ort, wandert entlang der Küste oder durch die Berge und fährt vom Zielbahnhof bequem zurück.

Dadurch ergeben sich deutlich mehr Möglichkeiten als bei klassischen Rundwanderungen.
Ob Portofino, Camogli, Sestri Levante, Bonassola, Framura oder die Cinque Terre – oft liegt der nächste Bahnhof nur wenige Gehminuten entfernt.

Fahrzeiten ab Sestri Levante

Sestri Levante → Monterosso: ca. 20 Minuten
Sestri Levante → Manarola: ca. 30 Minuten
Sestri Levante → La Spezia: ca. 35–40 Minuten
Sestri Levante → Camogli: ca. 25 Minuten
Sestri Levante → Santa Margherita Ligure: ca. 30 Minuten
Sestri Levante → Genua: ca. 45–60 Minuten

Unser Fazit zum Zugfahren mit Hund in Ligurien

Anfangs hatten wir den Zug vor allem als praktische Alternative zur Parkplatzsuche betrachtet. Mit der Zeit stellten wir jedoch fest, dass er uns sogar mehr Freiheit verschaffte. Viele Wanderungen an der Riviera di Levante sind Streckenwanderungen. Mit der Bahn konnten wir in einem Ort starten und in einem anderen Ort entspannt in den Zug zurücksteigen. Mit dem Auto wäre das deutlich umständlicher gewesen. Nach wenigen Tagen wurde der Zug deshalb für uns zum wichtigsten Verkehrsmittel vor Ort.

Hinzu kommt: Zug fahren ist nicht nur gut für die Umwelt. Es spart auch Zeit, Geld und schont die Nerven.

Camping mit Hund in Ligurien

Es spricht vieles dafür, Ligurien außerhalb der Hauptsaison zu besuchen. Während man anderswo noch durch Schnee stapft oder grauen Nieselregen erträgt, blüht und zwitschert es hier oft schon im Winter. Die Temperaturen sind angenehm für Wanderungen, die Landschaft zeigt sich von ihrer grünen Seite und selbst bekannte Ziele wie die Cinque Terre wirken deutlich entspannter als in den Sommermonaten.

Gerade für Menschen mit Hund ist das ein großer Vorteil. Viele Wanderwege sind angenehm leer, die Vierbeiner haben mehr Freiraum und man erlebt die Region deutlich ursprünglicher.

Camping mit Hund in Ligurien im Winter

Die italienische Riviera ist ein klassisches Urlaubsziel für Badegäste. Das bedeutet: Außerhalb der Badesaison haben fast alle Campingplätze geschlossen. Wir haben lange in der Umgebung von Portofino gesucht und nichts gefunden. Dann haben wir uns nach Stellplätzen für Wohnmobile umgeschaut – weil diese oft ganzjährig geöffnet sind. Hier wurden wir schließlich fündig.

Viele Plätze waren schlecht bewertet und/oder lagen innerstädtisch laut, dicht umbaut und umgeben von Straßen. Ungeeignet fürs Übernachten mit Hund. Denn wir wollen es grün für unseren Vierbeiner, nicht bloß eine Verkehrsinsel für den Morgen und den Abend.

Wir haben gerade einmal zwei Plätze gefunden, die unseren Kriterien entsprachen:

Levante Camper in Sestri Levante

Der Stellplatz bietet alle Annehmlichkeiten eines Campingplatzes – von Trinkwasseranschluss an der Parzelle bis zu Duschen. Seine Lage ist ziemlich unschlagbar: ruhig am Ende einer Sackgasse, von Grün umgeben, nur wenige Schritte vom Meer entfernt und gleichzeitig nur rund zwei Kilometer von der Autobahn.

Besonders praktisch: Der Bahnhof ist zu Fuß erreichbar. Das erleichtert den Umstieg auf den Zug für entspannte Ausflüge mit Hund ohne Parkplatzsorgen – ein absoluter Pluspunkt an der ligurischen Küste.

Der Ort Sestri Levante präsentiert sich mit vielen Vorzügen, die für Ligurien typisch sind: historische Fassaden, eine lebendige Altstadt, zwei wunderschöne Buchten und bewaldete Hügel mit zahlreichen Wanderwegen und Aussichtspunkten direkt vor der Haustür.

Stellplatz „La Rosa“

Der Stellplatz „La Rosa“ liegt etwa 15 Kilometer vom Meer und rund 50 Kilometer von Genua entfernt. Wir hatten uns damals für diesen Platz entschieden, weil uns die Fotos der Anlage und der Umgebung sofort angesprochen haben. 🤩

Das komplett umzäunte Gelände liegt im Talgrund an einer kaum befahrenen Straße, umgeben von grünen Hügeln, auf denen kleine Bergdörfer thronen.

Der Platz bietet 14 Stellplätze mit Trinkwasser- und Stromanschluss (3 Ampere) sowie weitere Stellplätze ohne eigene Anschlüsse. WLAN ist auf dem gesamten Gelände verfügbar und tatsächlich erstaunlich stabil. Der Sohn des sehr freundlichen Betreibers ist IT-Experte. Das merkt man. 😁 Ein weiteres Technik-Highlight: Die Einfahrt wird per Kennzeichenerkennung gesteuert.

Duschen und Toiletten waren bei unserem Besuch modern gestaltet und ausgesprochen sauber. Einziges Manko sind die Münzduschen, die gelegentlich Münzen verschlucken und insgesamt nicht besonders benutzerfreundlich sind. Auch im Winter sind die Duschräume unbeheizt, an den Waschbecken gibt es nur kaltes Wasser. Nichts für empfindliche Naturen.

Vom Stellplatz aus kann man direkt zu einer schönen Wanderung durch den Wald hinauf zur Kirche San Nicolò starten – inklusive herrlicher Tiefblicke ins Tal.

Camping mit Hund in Ligurien im Frühjahr und Herbst

Ab Ostern verändert sich die Situation deutlich. Dann öffnen entlang der Küste zahlreiche Campingplätze – sowohl direkt am Meer als auch in den Bergen oberhalb der Riviera.

Viele Plätze im Hinterland bieten während der Saison sogar Shuttle-Services zu den Küstenorten oder den nächstgelegenen Bahnhöfen an. Das ist praktisch, denn die Bahn eignet sich hervorragend, um Ligurien zu erkunden.

Wer unabhängig von Fahrplänen und Shuttlebussen bleiben möchte, sollte bei der Platzwahl auf drei Dinge achten:

  • fußläufige Nähe zu einem Bahnhof
  • Nähe zu einem Hundestrand
  • ein Ort, der auch ohne Auto viel zu bieten hat

Genau diese Kombination haben wir in Sestri Levante gefunden.

Der Campingplatz Santa Anna.

Unser Favorit für Frühling und Herbst: Sant’Anna Camping al Mare

Für uns ist Sestri Levante einer der schönsten Orte an der Riviera di Levante – und Sant’Anna Camping al Mare der ideale Ausgangspunkt, um die Region mit Hund zu entdecken.

Der kleine Campingplatz liegt in einem ehemaligen Steinbruch am Rand der Baia delle Favole, von Grün umgeben und von hohen Felswänden eingerahmt. Das sieht fast schon herrlich-dramatisch aus. Die Atmosphäre: familiär und angenehm entspannt.

Vom Platz läuft man lediglich ein paar Schritte bergab, eine Treppe hinunter, durch eine Unterführung – und steht wenige Minuten später am Meer. Der breite Hundestrand an der Baia delle Favole ist ebenfalls bequem zu Fuß erreichbar.

Ebenso praktisch: Zum Bahnhof von Sestri Levante benötigt man nur etwa 15 Minuten. Damit eignet sich der Platz hervorragend für Wanderungen und Ausflüge mit dem Zug entlang der gesamten Riviera di Levante.
Auch Wanderfans kommen direkt ab Campingplatz auf ihre Kosten. Von hier startet beispielsweise unsere Tour hinauf zur Kirchenruine Sant’Anna mit ihren großartigen Ausblicken über Sestri Levante und die ligurische Küste .

Hinter dem Zaun des Campingplatzes plätschert ein kleiner Bach. Unser Amos hat ihn sofort zum Ritual erhoben: Nach jeder Wanderungen oder nach Bahnausflügen ist er zur Abkühlung hineingesprungen. 🐾
Rund um den Bahnhof finden sich Supermärkte, Geschäfte und alles, was man im Urlaub benötigt. Auf dem Campingplatz selbst gibt es eine kleine Bar sowie einen Frühstücksservice. Neben Brötchen kann man dort auch Focaccia, Cornetti mit Pistaziencreme und andere italienische Leckereien für den nächsten Morgen bestellen.

Besonders gefallen hat uns die entspannte Atmosphäre. Der Betreiber sitzt oft selbst an der Rezeption, plaudert gerne mit den Gästen und kümmert sich mit großer Umsicht um den Platz.

Überflüssigen Schnickschnack gibt’s hier nicht. Der Luxus sind die Lage, die Atmosphäre und die Möglichkeiten direkt vor der Tür.

Für uns war Sant’Anna Camping al Mare die perfekte Basis, um Ligurien mit Hund zu entdecken. 🐾🌊🏕️

Hundestrände und Baden mit Hund in Ligurien

Ligurien gilt nicht als klassische Hochburg für Hundestrände. Doch es gibt sie, vor allem an der Riviera di Ponente und vereinzelt auch an der Riviera di Levante.

Wichtig zu wissen:

  • Offizielle „Bau Beach“-Abschnitte, so heißen Hundestrände in Italien, sind meist klar ausgewiesen und unterliegen lokalen Regelungen.
  • In der Hauptsaison (ca. Mai bis September) dürfen Hunde vielerorts nur an ausgewiesenen Hundestränden oder in speziellen Hundebereichen an den Strand.
  • Außerhalb der Badesaison sind Hunde an vielen Stränden geduldet oder ausdrücklich erlaubt, selbst dort, wo im Sommer Verbote gelten.

Typisch für Ligurien sind kleine Kies- und Felsbuchten statt kilometerlanger Sandstrände. Allein ist man hier jedoch nur im Winter. Gut für Hunde wie unseren Amos, der auch dann gerne planscht. 🥶

Klassische Strandwanderungen wie an Nord- oder Ostsee sollte man hier aber nicht erwarten.

Bekannte Hundestrände in Ligurien

  • Bau Bau Beach – Albissola Marina
  • Baba Beach – Alassio
  • Spiaggia Libera Attrezzata per Cani – Lavagna
  • Spiaggia per Cani – Ventimiglia
  • Il Lido di Fido – Chiavari

Hundestrand Sestri Levante

Unsere Erfahrungen an der Riviera di Levante

Auch in Sachen Hundestrand hat uns Sestri Levante überzeugt: Er liegt an der Baia delle Favole, ist vergleichsweise breit und findet sich in bester Lage. Hier haben wir Menschen gesehen, die mit ihren Vierbeinern an den Strand gingen, als wir morgens zum Zug marschierten – und dort immer noch lagen, wenn wir am frühen Abend wiederkamen.

Direkt in Portofino haben wir dagegen keinen offiziellen Hundestrand entdeckt. Die Küste ist überwiegend felsig. Der Strand von Paraggi ist der einzige etwas größere Badestrand in der Nähe. Eine ausgewiesene Hundezone haben wir dort nicht gesehen.

Auch in den Cinque Terre sind Hundestrände rar. Während unserer Wanderungen haben wir mehrfach erlebt, dass Hunde in den kleinen Häfen und Badebereichen nicht ins Wasser durften. Das sollte man insbesondere im Sommer bedenken, wenn die Temperaturen steigen und Hunde sich unterwegs gerne abkühlen würden.

Wer genau hinsieht, entdeckt den Retriever rechts im Hafenbecken.

Im Winter ist vieles entspannter. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns ein Flat Coated Retriever, der im Hafenbecken von Porto Pidocchio (Camogli, Ortsteil San Rocco) begeistert seine Bahnen durch das glasklare Wasser zog – sehr zur Freude der umstehenden Italienerinnen und Italiener. 😊

Einreisebestimmungen, Leinenpflicht & Hundefreundlichkeit

San Rocco hat einem Hund als treuestem Freund des Menschen sogar ein Denkmal gesetzt. 🙂

Wir haben Ligurien als ausgesprochen hundefreundlich erlebt – auch wenn es natürlich Regeln gibt. Die braucht man vermutlich auch für das Zusammenleben in kleinen Orten, die jedes Jahr Millionen Gäste anziehen.

Leinenpflicht in Ligurien

In den meisten Orten und Stadtzentren gilt Leinenpflicht. Entsprechende Hinweise haben wir regelmäßig gesehen, ebenso die Pflicht, Hundekot aufzusammeln.

Auf Wanderwegen hängt es vom jeweiligen Gebiet ab. Im Naturpark Portofino haben wir keine generelle Leinenpflicht auf allen Wegen festgestellt. Hunde sind dort willkommen, solange sie unter Kontrolle bleiben und weder Wildtiere noch andere Besucher bedrängen. In sensiblen Bereichen können jedoch abweichende Regelungen gelten. Beschilderungen solltet ihr deshalb immer beachten.

Auf dem Sentiero Azzurro in den Cinque Terre gilt Leinenpflicht

Das haben wir vorher noch nie gesehen: ein Hund in der Kirche.

Hundefreundlichkeit im öffentlichen Leben

Immer wieder haben wir erlebt, dass Hunde ihre Menschen ganz selbstverständlich in Trattorien, Bars und Cafés begleiten.

Bestes Beispiel war für uns die Bar Pippi in San Rocco (Camogli). Hier schienen viele Hunde regelrechte Stammgäste zu sein. 😊

Ebenfalls in San Rocco hat uns eine Italienerin verblüfft, die mit ihrem Flat Coated Retriever einfach in die Kirche San Nicolò spazierte. Dort lief gerade eine Führung, an der sie mit Hund teilnehmen durfte. Der Führer kommentierte das lachend mit den Worten, dass schließlich auch Hunde immer etwas dazulernen könnten.

Mancherorts wie hier in Marina di Bibbona sind Hunde sogar im Supermarkt gestattet – wenn sie im Einkaufswagen sitzen.

Was für uns als Deutsche ebenfalls ungewöhnlich war: In manchen Supermärkten dürfen Hunde mit hinein – vorausgesetzt, sie sitzen im Einkaufswagen. Das funktioniert natürlich nur mit kleineren und mittelgroßen Vierbeinern, zeigt aber sehr schön, wie selbstverständlich Hunde vielerorts zum Alltag dazugehören.

Was benötigt mein Hund für die Einreise nach Italien?

Für die Einreise nach Italien benötigt euer Hund:

  • einen gültigen EU-Heimtierausweis
  • eine gültige Tollwutimpfung
  • einen Mikrochip zur eindeutigen Kennzeichnung

Die aktuellen Bestimmungen solltet ihr vor Reiseantritt noch einmal prüfen.

Muss ich einen Maulkorb dabeihaben?

Ja. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt für Hunde offiziell Maulkorbpflicht.

Wir haben allerdings festgestellt, dass viele Menschen den Maulkorb eher vorsorglich dabeihatten als tatsächlich nutzten. Unser Amos war zeitweise der einzige Hund im Zug, der seinen Maulkorb wirklich trug. Trotzdem würden wir niemals ohne passenden Maulkorb nach Italien reisen.

Muss ich Hundekot aufsammeln?

Ja. Wie in Deutschland gilt auch in Italien die Pflicht, die Hinterlassenschaften des eigenen Hundes zu beseitigen. Wir haben einige Beutelspender mit Entsorgungsstationen gesehen. Da diese Angebote aber nicht flächendeckend sind, sollte man immer ausreichend Beutel dabei haben.

FAQ: Ligurien mit Hund

Ist Ligurien ein gutes Reiseziel für Hundemenschen?

Aus unserer Sicht definitiv. Die Region verbindet Meer, Berge, historische Küstenorte und zahlreiche Wanderwege auf engem Raum. Gleichzeitig haben wir Ligurien als ausgesprochen hundefreundlich erlebt. In Restaurants, Cafés und selbst in manchen Geschäften sind Hunde oft willkommen.

Wann ist die beste Reisezeit für Ligurien mit Hund?

Unser persönlicher Favorit sind Winter und Frühjahr. (Auch der späte Herbst soll sehr schön sein, haben uns viele Einheimische erzählt.) Dann sind die Temperaturen angenehm, die Wanderwege deutlich leerer und viele Orte entspannter als in der Hauptsaison. Selbst zu Ostern war das Wetter bereits herrlich. Doch die Cinque Terre waren schon so voll, dass wir uns teilweise durch die Gassen drängen mussten.

Sind die Cinque Terre mit Hund empfehlenswert?

Ja, aber mit Einschränkungen. Die berühmten Dörfer sind wunderschön, dabei aber sehr klein und oft stark besucht. Für gelassene Hunde ist das kein Problem. Sensiblere Vierbeiner könnten sich im Gedränge dagegen unwohl fühlen.

Welche Wanderung in den Cinque Terre würden wir mit Hund besonders empfehlen?

Unsere bisherige Lieblingstour führt von Corniglia über Volastra nach Manarola. Schon kurz hinter Corniglia wird es deutlich ruhiger. Statt Menschenmassen erwarten euch Weinberge, Trockenmauern, schattige Waldstücke und großartige Ausblicke auf die Küste.

👉 Hier geht’s zur Tour: Cinque Terre: von Corniglia über Volastra nach Manarola 

Wo ist es in Ligurien mit Hund ruhiger als in den Cinque Terre?

Besonders gut gefallen haben uns Sestri Levante sowie die Küstenlandschaft zwischen Bonassola und Framura. Dort waren wir selbst über Ostern oft überraschend entspannt unterwegs.

👉 Unsere Touren rund um Sestri Levante, Bonassola und Framura findet ihr weiter oben im Beitrag.

Gibt es Hundestrände in Ligurien?

Ja. Entlang der ligurischen Küste gibt es mehrere ausgewiesene Hundestrände. Besonders angenehm fanden wir den breiten Hundestrand an der Baia delle Favole in Sestri Levante.

Dürfen Hunde an den Stränden Liguriens ins Wasser?

Das hängt von Ort und Jahreszeit ab. Während der Hauptsaison gelten häufig Einschränkungen. Außerhalb der Badesaison haben wir viele Strände deutlich entspannter erlebt.

Ist Sestri Levante ein guter Urlaubsort mit Hund?

Für uns gehört Sestri Levante zu den schönsten Urlaubsorten an der Riviera di Levante. Der Ort verbindet eine wunderschöne Altstadt, gleich zwei Buchten, einen Hundestrand, gute Bahnverbindungen und zahlreiche Wanderwege direkt vor der Haustür.

👉 Besonders empfehlen können wir unsere Wanderungen zur Kirchenruine Sant’Anna, auf die Punta Manara und durch die Hügel oberhalb der Stadt.

Kann man Ligurien gut mit dem Zug erkunden?

Absolut. Die Bahn hat uns an der Riviera di Levante begeistert. Viele Orte sind hervorragend angebunden, Wanderungen lassen sich unkompliziert als Streckenwanderungen planen und man spart sich die oft mühsame Parkplatzsuche.

Dürfen Hunde in italienischen Zügen mitfahren?

Ja. Hunde dürfen in den meisten Regionalzügen mitfahren. Für größere Hunde gelten Leinen- und Maulkorbpflicht. Unser Amos war allerdings einer der wenigen Hunde, die ihren Maulkorb tatsächlich getragen haben. Die meisten Menschen hatten ihn eher vorsorglich dabei.

Muss ich Fahrkarten vor dem Einstieg kaufen?

Ja. Nach unserer Erfahrung werden die Tickets vor Fahrtantritt am Bahnhof gekauft und entwertet. Im Zug selbst ist das normalerweise nicht möglich.

Braucht mein Hund für Italien einen Maulkorb?

Ja. Ein passender Maulkorb sollte immer mitgeführt werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln wird er offiziell verlangt. In der Praxis haben wir allerdings erlebt, dass viele Menschen den Maulkorb eher dabeihatten als tatsächlich nutzten. Wir haben uns immer brav darangehalten. 😊

Gilt in Ligurien Leinenpflicht?

In Ortschaften, Bahnhöfen und vielen öffentlichen Bereichen ja. Auf Wanderwegen hängt es vom jeweiligen Gebiet ab. Im Naturpark Portofino haben wir keine generelle Leinenpflicht auf allen Wegen festgestellt. Auf dem Sentiero Azzurro in den Cinque Terre gilt dagegen Leinenpflicht. Beschilderungen und lokale Regelungen solltet ihr immer beachten.

Kann man Ligurien gut mit Wohnmobil oder Camper bereisen?

Ja. Allerdings sind Parkplätze in vielen Küstenorten knapp und oft teuer. Wir haben die besten Erfahrungen damit gemacht, einen festen Standort zu wählen und Ausflüge anschließend mit dem Zug oder zu Fuß zu unternehmen.

Welchen Campingplatz können wir Hundemenschen empfehlen?

Besonders begeistert hat uns der Campingplatz Santa Anna in Sestri Levante. Hundestrand, Bahnhof, Wanderwege, Altstadt und Strand liegen hier angenehm nah beieinander. Genau diese Kombination hat den Platz für uns zum perfekten Ausgangspunkt für die Erkundung der Riviera di Levante gemacht.

Fazit: Warum wir Ligurien mit Hund jederzeit wieder bereisen würden

Als wir das erste Mal nach Ligurien gefahren sind, wollten wir eigentlich nur ein paar Tage dem Winter entfliehen. Dass daraus eine unserer bisherigen Lieblingsregionen für Urlaub und Wanderungen mit Hund werden würde, hätten wir damals nicht gedacht.

Was uns bis heute begeistert, ist die außergewöhnliche Vielfalt auf engem Raum. Zwischen Meer und Bergen liegen historische Küstenorte, alte Pilgerwege, Weinberge, Kastanienwälder, Aussichtsbalkone über dem Mittelmeer und einige der schönsten Wanderwege, die wir bislang entdeckt haben.

Natürlich hat Ligurien auch seine Herausforderungen. Parkplätze sind knapp, viele Orte in der Hauptsaison sehr voll und die berühmtesten Ecken der Cinque Terre können selbst im Frühjahr bereits an ihre Grenzen stoßen.

Doch genau deshalb würden wir die Region heute anders erkunden als viele klassische Badeurlauber: mit festen Standorten, Wanderschuhen und möglichst oft mit dem Zug.

Besonders ans Herz gewachsen sind uns Sestri Levante, die Wanderwege im Naturpark Portofino und die ruhigeren Höhenwege oberhalb der Cinque Terre. Hier haben wir das Ligurien gefunden, das wir lieben: ursprünglich, aussichtsreich, hundefreundlich und voller kleiner Entdeckungen.

Wenn ihr gern mit eurem Hund wandert, mediterrane Landschaften mögt und auch abseits der bekanntesten Sehenswürdigkeiten unterwegs seid, dann können wir euch Ligurien aus voller Überzeugung empfehlen.
Wir jedenfalls werden wiederkommen. Es gibt noch viel zu entdecken. 🐾❤️

Italienische Riviera: Anreise von München mit hundegerechten Zwischenstopps

Erstmal ausschlafen, bevor es weitergeht.

Wir sind mit unserem rumänischen Spitzmix Amos und Leif, unserem Kastenwagen, im Januar von München über Lindau, Liechtenstein und Chur zunächst zum Lago Maggiore gefahren. 🚙

Wer für diesen ersten Teil der Reise einen Zwischenstopp für eine abwechslungsreiche Wanderung mit Hund sucht, dem können wir die Wanderung auf dem Känzeleweg oberhalb von Bregenz empfehlen. Weitblick über den Bodensee und ein wilder Waldweg, der Hunden einfach Spaß macht. Eine schöne Alternative: die Wanderung auf den Pfänder, den Hausberg von Bregenz.

Wer nur eben kurz an der Autobahn Halt machen möchte, dem legen wir die – von beiden Richtungen befahrbare – Autobahnraststätte „Via Mala“ in schweizerischen Thusis ans Herz. Die ist supersauber, bietet einen Hundebrunnen, und angeleinte Vierbeiner dürfen sogar mit hinein ins Gebäude mit Kiosk und schönem Bistro/Restaurant. Der größte Vorteil ist unserer Meinung jedoch die Tatsache, dass die Raststätte nicht umzäunt ist. Von hier aus kann man auf einem Anwohnersträßchen zwischen Feldern in den Wald spazieren. Nach wenigen Metern liegt rechts vom Weg ein natürlicher klarer Tümpel, der zum Planschen einlädt – wenn er sich nicht unter einer Schneedecke versteckt.

Wer flotter unterwegs ist, kann die Strecke München – Portofino auch in einem Rutsch durchfahren. Ohne den Umweg über den Lago Maggiore.

Wir haben uns für das gemütliche Unterwegs-sein entschieden und eine Zwischenübernachtung in Oggebio eingelegt. Warum gerade dort, zwischen Cannero Riviera und Verbania, am Westufer des Sees?  Weil es dort einen ganzjährig geöffneten Wohnmobilstellplatz gibt, die „Area Camper Oggebbio“. Und die bietet nicht nur einen großartigen Ausblick über den See, sondern auch viele andere Annehmlichkeiten.

Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Am nächsten Tag sind wir nach einem kurzen Gassi-Gang oberhalb von Oggebbio ohne Zwischenstopp durchgefahren zu unserem Stellplatz in Coreglia Ligure nahe Genua. Dort haben wir noch eine Wanderung zur Kirche San Nicolò unternommen – und den Tag mit Kartenspielen und chillen ausklingen lassen.

Praktisch für unterwegs

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