Ginzling, Zillertal (Tirol): Rundwanderung Schlegeisspeicher – Olperer Hütte – Neumarkter Runde
Diese Rundwanderung im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen gehört für uns zu den spektakulärsten Touren, die wir bislang mit Hund in Tirol erlebt haben. Vom ersten Anstieg bis zum letzten Kilometer begleitet uns ein Panorama, das kaum beeindruckender sein könnte: Tief unter uns leuchtet der türkisfarbene Schlegeisspeicher, darüber ragen die vergletscherten Dreitausender des Zillertaler Hauptkamms in den Himmel. Direkt über uns erhebt sich der Olperer (3.476 m), höchster Gipfel des Tuxer Hauptkamms und einer der markantesten Berge Tirols. Das Schönste daran: Trotz dieser hochalpinen Kulisse braucht es weder Kletterkünste noch Schwindelfreiheit, um diese Tour zu genießen. Eine gute Portion Puste sollte man allerdings mitbringen.
Wasser begleitet uns auf der gesamten Runde. Schon beim Aufstieg rauscht der Riepenbach neben dem Steig talwärts. Später überqueren wir den Alelebach auf der berühmten Panoramabrücke, queren den Unterschrammachbach und steigen schließlich am Zamserbach zurück zum Schlegeisspeicher ab. Gespeist werden sie alle von den Gletschern der umliegenden Dreitausender – und genau deshalb ist das Wasser hier selbst im Hochsommer herrlich kalt. Für Amos natürlich ein Paradies.
Kaum eine Wanderung zeigt auf so kurzer Strecke, wie abwechslungsreich die Alpen sein können. Wir laufen durch sattgrüne Almwiesen, denen bewimperte Alpenrosen pinke Farbtupfer aufsetzen. Dazwischen wiegt Wollgras seine puscheligen Köpfe im Wind. Wir steigen durch Latschenfelder und queren später von Flechten überzogene Blockhalden, die überraschend angenehm zu gehen sind und uns eher an Norwegen oder Schottland erinnern als an Tirol. Dabei ist die Grenze zu Italien nur einen Katzensprung entfernt.
Zu den offiziellen Höhepunkten zählt die Olperer Hütte auf 2.389 Metern. Die Hütte gehört der DAV-Sektion Neumarkt i.d.OPf., ist Stützpunkt des Berliner Höhenwegs und Mitglied der Initiative „So schmecken die Berge“. Und das schmeckt man auch. Unbedingt probieren: Graukäse sauer, die Tiroler Antwort auf Handkäs mit Musik. Da singt die Zunge. 😊
Der wohl größte Besuchermagnet ist allerdings die berühmte Panoramabrücke über den Alelebach. Menschen aus aller Welt stehen geduldig Schlange für das perfekte Foto. Der Trick: Aus dem richtigen Blickwinkel sieht es so aus, als würde man von der Brücke viele hundert Meter tief direkt in den Schlegeisspeicher stürzen. Tatsächlich hängt sie nur wenige Meter über dem Bach. Großartig – und herrlich ungefährlich. 😊 Selbst Amos, der Hängebrücken normalerweise eher skeptisch begegnet, spaziert hinüber.
Für uns und unseren Hund besteht der Reiz dieser Wanderung aber gerade darin, dass sie nicht nur einen einzigen Höhepunkt bietet. Hinter fast jeder Kurve wartet der nächste Tiefblick auf den Stausee, ein neuer Gebirgsbach oder ein anderes Bergpanorama. Der einzige kleine Wermutstropfen für Amos: Die Kaninchen, Schafe und Hühner rund um die Olperer Hütte durfte er sich nur aus sicherer Entfernung anschauen. 😊
🪧 Der Weg ist durchgehend gut beschildert. Wir folgen den Wegweisern zunächst Richtung Olperer Hütte, anschließend der Neumarkter Runde. Verlaufen ist nahezu unmöglich.
⚠️ Der Startpunkt unserer Tour liegt am Ende einer Mautstraße. Derzeit kostet die Maut 19 Euro für Pkw und 25 Euro für Wohnmobile. Eine Ausgabe, die sich unseres Erachtens absolut lohnt. Die Straße ist schmal. Deshalb regelt eine Ampel den Verkehr bergauf und bergab. Gegenverkehr gibt es also nicht.
🐕🦺 Wichtig für Hundemenschen: Auf dem Wanderweg gilt Leinenpflicht. Beim Abstieg über die Blockhalden haben wir Amos zwischen uns freilaufen lassen, damit er sich seinen Weg selbst suchen konnte.
🥾🐾 Unter Füßen und Pfoten: Wir sind auf schmalen Bergsteigen unterwegs, die mal mehr, mal weniger steinig sind. Zwischendurch queren wir ausgedehnte Blockhalden. Die Felsbrocken liegen erstaunlich eben und sind deshalb sowohl für Menschen als auch für Hunde angenehm zu laufen.
🗺️ Wegbeschreibung: Ausgangspunkt unserer Tour ist der große Parkplatz kurz hinter der Staumauer des Schlegeisspeichers. Wir laufen zunächst ein Stück zurück, queren die Straße und biegen links Richtung Olperer Hütte ab.
Der Bergsteig führt uns knackig bergauf durch Latschenfelder und wenig später am tosenden Riepenbach vorbei. Hier gönnt sich Amos erst einmal eine ausgiebige Abkühlung. Schon nach kurzer Zeit liegt der Schlegeisspeicher tief unter uns – ein türkisfarbener Tropfen, eingerahmt von den grauen und weißen Bergriesen ringsherum.
Mit zunehmender Höhe wird die Steigung etwas angenehmer. In weitem Bogen führt uns der Weg am Hang entlang. Erst die letzten Meter hinauf zur Olperer Hütte werden noch einmal etwas steiler. Schon von Weitem hören wir die Schafe blöken. Nach einer ausgiebigen Rast auf der Sonnenterrasse steigen wir die Treppe hinter der Hütte hinauf und halten uns rechts. Wenige Schritte später stehen wir an der berühmten Panoramabrücke – und reihen uns erst einmal in die erfreulich kurze Schlange ein. Foto im Kasten. 😃
Anschließend gehen wir ein Stück zurück zur Hütte und steigen die Treppe wieder hinunter. Nun halten wir uns rechts. Am Schafstall vorbei folgen wir der Beschilderung der Neumarkter Runde.
Über weite Strecken begleitet uns nun der Panorama-Höhenweg mit immer neuen Tiefblicken auf den Schlegeisspeicher. Nachdem wir die Weiße Madonna unterhalb des Schramerkopfs passiert haben, öffnen sich fantastische Ausblicke nach Süden auf die vergletscherten Gipfel entlang der italienischen Grenze.
Am großen Steinmännchen am Ausläufer des Riepengrats beginnt schließlich der Abstieg ins Unterschrammachkar. Über einen angenehm zu gehenden Bergsteig erreichen wir den Unterschrammachbach und überqueren ihn auf einer kleinen Brücke. Anschließend führt uns der Weg durch Latschenfelder weiter bergab bis zum Zamsgatterl.
Von dort begleitet uns der Zamserbach ein gutes Stück des Rückwegs. Wir laufen durch blühende Bergwiesen, immer wieder direkt am Wasser entlang und genießen ein letztes Mal die großartige Hochgebirgskulisse, bevor wir den Schlegeisspeicher erreichen. Von hier sind es nur noch wenige Minuten zurück zum Parkplatz.
Wer nach dieser Runde noch nicht genug hat, findet im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen zahlreiche weitere Touren – vom gemütlichen Spaziergang bis zur anspruchsvollen Gipfelwanderung.
- Sommer/Herbst
- Wasser an der Strecke
- Einkehr möglich
- ÖPNV möglich ( Anmerkungen: Linie: 4102, Haltestelle: Schlegeis Stausee www.mayrhofen.at/fahrplaene )
- kostenlose Parkplätze
- (Überwiegend) Leinenpflicht
- Startpunkt liegt an einer Mautstraße

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