Hjørring, Jütland / Dänemark: von der Rubjerg Knude nach Lønstrup

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gassi-guide(614 Touren)

Wir haben viele großartige Wanderungen mit unserem Hund in Jütland unternommen. Doch diese hier, von der Rubjerg Knude nach Lønstrup, hat uns umgehauen. Wir wussten, dass die Wanderdüne enorme Dimensionen hat. Wir wussten auch, dass gewiefte Handwerker mit tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung den Leuchtturm vor einigen Jahren auf Schienen ein gutes Stück ins Landesinnere versetzt hatten, um ihn vor dem Absturz ins Meer zu bewahren. Denn die Nordsee beißt hier Jahr für Jahr große Stücke aus dem Land. Aber wir wussten nicht, wie es sich anfühlt, mitten in diesen gewaltigen Sandmassen zu stehen: einfach überwältigend. Die Landschaft wirkt wie eine Mischung aus Wüste, Mondlandschaft und einem Gemälde von Salvador Dalí. Oder, aus der Perspektive unseres Hundes betrachtet, wie eine überdimensionale Sandkiste mit Hügeln und Senken, die eigens für ihn angelegt wurde. 🐾

Die Rubjerg Knude gehört zu den eindrucksvollsten Wanderdünen Dänemarks. Das ausgewiesene Naturgebiet umfasst rund 11,4 Hektar. Wind und Sand formen die Landschaft ständig neu, während die Nordsee an der Steilküste nagt. Wie viel Kraft die Natur hier entfaltet, zeigt auch die Geschichte des Rubjerg Knude Fyr: Der 1900 in Betrieb genommene Leuchtturm stand ursprünglich rund 200 Meter von der Küste entfernt. Als die Abbruchkante immer näher rückte, wurde er im Oktober 2019 in einer spektakulären Aktion auf Schienen um 70 Meter ins Landesinnere versetzt. Heute ist er ein Wahrzeichen der dänischen Nordseeküste. 🌬️

Fraglos ist der Marsch durch die Wanderdüne der spektakulärste Teil unserer Tour. Doch auch der Rest des Weges ist wunderschön und abwechslungsreich. So kommen wir dort vorbei, wo die mittelalterliche Mårup Kirche stand. Diese wurde abgetragen, bevor sie ins Meer stürzen konnte. Vom einstigen Gotteshaus ist der Friedhof geblieben. Die alten Grabsteine stehen heute nur noch wenige Schritte von der Abbruchkante entfernt.

Lønstrup, unser Zwischenziel, hat sich vom Fischerdorf zu einem beliebten Urlaubsort entwickelt. Kleine Häuser, Galerien, Kunsthandwerksläden und gemütliche Cafés prägen das Ortsbild. Und auch ein schöner Strand gehört dazu. Hier steht eine öffentliche Sauna, die sonntags durchgehend beheizt wird. 😊

Gäbe es nur eine Wanderung, die wir in Jütland machen dürften, würden unser Hund und wir diese hier wählen.

🪧 Orientierung: Wir folgen überwiegend den Wegweisern des Nordsøstien. Auf der Düne gibt es keine Markierungen. Doch hier können wir gut „auf Sicht“ laufen. Lønstrup, unser Zwischenziel, ist vom Leuchtturm aus schon zu sehen. Der Weg dorthin führt immer am Meer entlang. Verlaufen ist fast unmöglich.

⚠️😎 Gut zu wissen: Bei Wind fegt der Sand auf der Düne mächtig ins Gesicht und in die Augen. Eine Sonnenbrille sollte man deshalb dabeihaben.

🐕‍🦺 Wichtig für Hundemenschen: Wir haben keinen entsprechenden Hinweis gesehen, gehen aber davon aus, dass auf den Wanderwegen durch die Dünen und entlang der Abbruchkante Leinenpflicht gilt. Am Strand dürfen Hunde von Oktober bis Ende März freilaufen.

🥾🐾 Unter Füßen und Pfoten: Wir sind auf Sand und Wiesenwegen unterwegs. In Lønstrup laufen wir kurz über den Bürgersteig durch den Ort.

🗺️ Wegbeschreibung: Ausgangspunkt unserer Tour ist ein kleiner, leicht zu übersehender Parkplatz am Waldrand an der Straße von Gølstrup nach Lønstrup, in der Nähe des Infozentrums Jens Thomsens Gård.

Am Parkplatz öffnet sich zwischen zwei Holzpfählen ein schmaler Durchlass in den Wald. Die Pfähle sind mit dem Nordsøstien markiert, einem Weitwanderweg mit dem Symbol eines weißen Wanderers. Wir folgen dem schmalen Pfad durch lichten Wald, bald nach rechts, dann geradeaus. An einer Gabelung halten wir uns rechts, danach gleich wieder links und passieren einen Übernachtungsplatz mit Grillstelle. Wir folgen dem Pfad nach links, dann nach rechts und erreichen schließlich den Fuß der mächtigen Wanderdüne.

Nun laufen wir weglos bergauf und orientieren uns dabei am Leuchtturm, den wir wenig später erreichen. Jetzt im Oktober sind hier nur wenige Menschen unterwegs. Die meisten halten sich rund um den Leuchtturm auf.

Der Leuchtturm lässt sich besteigen. Das lohnt sich! Wir wechseln uns ab, damit unser Hund nicht unbeaufsichtigt ist. Von oben bietet sich ein großartiger Blick über die Düne, das gefräßige Meer und hinüber zu den Häusern von Lønstrup.

Weiter geht es weglos über die Wanderdüne in Richtung Lønstrup. Schließlich stoßen wir auf den Wanderweg Nordsøstien, der durch die mit Strandhafer bewachsenen Dünen führt. Der schöne Wanderweg geht in einen Wiesenpfad über. Er bringt uns am Friedhof der Mårup Kirche vorbei. Nach der Besichtigung folgen wir dem Wiesenpfad entlang der Abbruchkante über dem Meer, vorbei an schönen Ferienhäusern, die hier vermutlich nicht mehr lange stehen werden.

Schließlich erreichen wir eine steile Holztreppe, die uns hinunter zum Strand bringt. Wir halten uns rechts und laufen bis ans Ende dieses Strandabschnitts. Dort steht eine urige Holzsauna, die schon bald von zwei Däninnen besetzt wird.

Rechts neben der Sauna verlassen wir den Strand, halten uns wieder rechts und folgen dem schmalen Wanderpfad durch die kleine Schlucht Bækslugten, die uns zwischen den Dünen zur Haupteinkaufsstraße von Lønstrup führt. Die Schlucht entstand bei einer Naturkatastrophe im August 1877: Nach einem Wolkenbruch schwollen die Wassermassen so stark an, dass sie Erde, Sand und Häuser mit sich rissen.

Nach einer Einkehr im beliebten Café-Restaurant „Café Slugten“ laufen wir auf der Hauptstraße weiter durch den Ort in Richtung Ortsausgang. Rechts von der Hauptstraße zweigt der Mårup Kirkevej ab. Wir nehmen vorher die Holztreppe den Hügel hinauf und gelangen bald auf eine geschotterte Zufahrtsstraße durch die Ferienhaussiedlung. Am Ende des Weges Højlandet halten wir uns rechts und bald darauf wieder links. So gelangen wir auf den Wanderweg, den wir bereits vom Hinweg kennen. Wir folgen ihm bis zum Leuchtturm auf der Wanderdüne.

Nun laufen wir wieder weglos rechts am Leuchtturm vorbei und weiter entlang der Hangkante über dem Meer. Bald erreichen wir eine Senke mit einem tiefen Einschnitt im Hang. Hier können wir steil hinunterlaufen und einen Abstecher zum Strand machen.

Wieder zurück auf der Düne halten wir uns links und stoßen bald auf einen befestigten Wanderweg. Wir folgen ihm nach links in den Wald hinein. Schließlich sehen wir die Straße vor uns. Hier folgen wir einem Graspfad nach rechts, laufen an einem fast verlandeten Weiher vorbei und passieren die Rückfront eines Bauernhofs. Wir halten uns rechts, an der nächsten Möglichkeit wieder links und gleich danach erneut links. Nach wenigen Metern erreichen wir unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz am Waldrand.

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  • check Winter/Frühling
  • check Einkehr möglich
  • check kostenlose Parkplätze
  • error_outline Am Strand können Hunde von Oktober bis Ende März freilaufen.
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