Einstiegshilfe für alte Hunde: Rampe, Treppe oder Hebegeschirr?

Die meisten Hunde springen voller Vorfreude ins Auto, weil sie Autofahren mit Abwechslung und Abenteuer verbinden. Für einen jungen und gesunden Hund ist das in der Regel überhaupt kein Problem, wenn es in den Kofferraum eines Kombis geht. Aber schon die Einstiegshöhe bei modernen SUVs ist für kleinere Hunde ein Hindernis. Und wenn dein Hund älter oder nicht ganz fit ist, kann auch der Einstieg in ein normales Auto zur Herausforderung werden.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Einstiegshilfen für Hunde. Wir haben uns die gängigen Systeme angesehen und getestet, welche Variante für welchen Hund und welche/n Halter/in empfehlenswert ist.

Wann braucht ein Hund eine Einstiegshilfe?

Drei große Hunde sitzen erwartungsvoll im geöffneten Kofferraum

Manchmal gibt es akute Situationen, in denen der Hund nicht allein ins Auto kommt. Beispielsweise nach einer OP oder einer Verletzung nach der er sich schonen soll. Und es gibt Erkrankungen, bei denen die Belastung eines Sprungs möglichst vermieden werden soll, wie Arthrose oder HD.

Und schließlich werden unsere Hunde irgendwann auch älter und haben deshalb Mühe, allein ins Auto einzusteigen. Manche Hunde lassen sich dann „per Hand“ einladen, bei anderen ist das schwieriger, weil sie sich nicht gerne heben lassen oder weil sie einfach für Herrchen oder Frauchen zu schwer sind.

Auch die beliebten SUVs sind für Menschen bequem, weil man hoch sitzt, für Hunde stellt der Einstieg oft eine Herausforderung dar. Unser Amos ist topfit und sprungstark, wenn er in das Auto von Freunden springen soll, ist er dennoch überfordert, weil die Ladekante fast 80 cm hoch ist und er nicht sieht, wo er landet.

Wenn du merkst, dass dein Hund beim Sprung ins Auto zögert, egal aus welchem Grund, könnte eine Einstiegshilfe eine echte Erleichterung darstellen.

Rampe, Treppe oder Hebegeschirr – welche Einstiegshilfe passt für dich?

Um dem Hund beim Einstieg ins Auto zu helfen, haben sich diese drei Varianten durchgesetzt. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, abhängig von deinem Hund, dir und dem Einsatzzweck.

Die Optionen im Überblick

Vorteile Nachteile Preis Für wen geeignet
Rampe Dein Hund läuft selbst, du musst ihn nicht tragen Braucht viel Platz, nicht ganz billig 120–200 € Große Hunde, die sich langsam führen lassen
Treppe Kompakt faltbar Stufen bei Arthrose nicht geeignet 50–100 € Mittelgroße Hunde, die langsam über Stufen gehen
Hebe-Geschirr Nimmt keinen Platz weg Besitzer/in muss heben 15–40 € Zur gelegentlichen Unterstützung für kleine und mittelgroße Hunde

Die Vor- und Nachteile im Detail

Natürlich steht beim Kauf einer Einstiegshilfe für Hunde der Nutzen für den Hund im Vordergrund. Um einen Fehlkauf zu vermeiden, gibt es aber ein paar Punkte, die du vorher beachten solltest:

Hebegeschirr

Vorteile: Ein solches Geschirr lässt sich leicht in jedem Auto verstauen und nach der Nutzung gut reinigen. Es ist auch gut zu nutzen, wenn wenig Platz hinter dem Auto ist. Da viele Hunde bereits Geschirre kennen, ist das Anlegen ohne Gewöhnung leicht möglich.

Nachteile: Das Verhältnis zwischen dem Gewicht des Hundes und deiner Körperkraft muss stimmen. Wenn es eng ist und du den Hund mit einer Hand heben musst, wenn deine Kofferraumklappe nicht weit aufgeht oder die Ladekante deines Autos sehr hoch ist, kann es ein ziemlicher Kraftakt werden, einen schwereren Hund ins Auto zu laden.

Hundetreppe

Vorteile: Die Treppe lässt sich wie eine Ziehharmonika zusammenfalten, in der Regel findet sich im Auto ein Platz dafür. Die meisten Hunde kennen Treppen aus dem Haushalt, die Gewöhnung an eine solche Treppe sollte also kein Problem sein.

Nachteile: Hunde mit Arthrose oder anderen Gelenkerkrankungen sollen Stufen vermeiden. Einige Hunde sind es gewohnt, gleich mehrere Stufen in einem Satz zu nehmen. In diesem Fall bietet eine Treppe keinen gelenk- und wirbelsäulenschonenden Einstieg. Je nach Anstellwinkel, der abhängt vom Platz hinter dem Auto und der Höhe der Ladekante, ist es gerade für größere Hunde schwierig, jede einzelne Stufe zu nehmen.

Hunderampe

Vorteile: Der Hund kann in seinem eigenen Tempo jeden einzelnen Schritt machen. Dabei kann er von beiden Seiten unterstützt werden. Er muss keine Stufen überwinden, schont also Gelenke und Wirbelsäule. Bei ausreichend Platz kann man eine Rampe mit der entsprechenden Länge sehr flach anstellen. Lange Rampen bieten auch bei hohen Ladekanten einen gemäßigten Anstieg.

Nachteile: Selbst zusammengeschoben nehmen Rampen viel Platz im Auto weg. Die Anschaffung einer wertigen Rampe ist recht teuer, unter 100 Euro gibt es hier keine stabile Variante. Bei wenig Platz (beispielsweise auf engen Parkplätzen) lässt sich die Rampe nicht in voller Länge ausziehen.

PetSafe Teleskop-Hunderampe im Test

Eine Rampe lehnt an einem geöffneten Kofferraums eines Kombis. Eine Hündin steigt gerade über die Rampe ein, begleitet von ihrem Besitzer

Gefühlt war es erst gestern, als unser Hund munter in den Kofferraum gesprungen ist, wenn es auf Tour ging. Mittlerweile hat sie ein stolzes Alter erreicht. Natürlich fährt sie noch mit zu jedem Ausflug, aber sie schafft es nicht mehr allein ins Auto. Manche Hunde lassen sich unkompliziert heben, für die gibt es eine gute und leicht zu handhabende Tragehilfe. Aber Hanni lässt sich nur ungern hochheben und ist mit ihren 35 Kilo auch nicht ganz leicht. Deshalb haben wir uns auf die Suche nach einer Rampe gemacht. Unsere Wahl ist dabei auf die PetSafe Teleskop Hunderampe gefallen.

Die PetSafe Hunderampe im zusammengeklapptem Zustand - ein großer Koffer.

Die Vorteile der PetSafe Teleskop Hunderampe

Sie ist im ausgefahrenen Zustand knapp 180 cm lang, dadurch ist der Einstieg nicht so steil wie bei kürzeren Rampen. Und eignet sich damit auch für höhere Einstiege bei Minivans oder SUVs. Außerdem ist sie mehrteilig, lässt sich deshalb auf das kompakte Maß von einem Meter zusammenschieben.

Neben der beschriebenen Länge und der Möglichkeit, die Rampe bei Nichtgebrauch auf kleines Maß zu reduzieren, ist besonders die trittsichere Oberfläche hervorzuheben. Sie erinnert ein wenig an grobes Schmirgelpapier (Vorsicht beim Anfassen) ist aber selbst bei Regen und Schnee absolut rutschfest. Ein enormer Vorteil, gerade wenn der Hund nicht mehr trittsicher ist. Der Rahmen besteht aus stabilem Aluminium, das Gewicht beträgt nur sechs Kilo. Die Rampe lässt sich also am montierten Griff gut tragen.

Wo besteht Verbesserungsbedarf?

Ungünstiges Verriegelungssystem

Wenn die Rampe zusammengeschoben ist, kann man sie mit einem Druckknopf verriegeln. Dieser Druckknopf ist an einem Plastikband montiert, das beim Zusammenschieben leicht zwischen die einzelnen Elemente gerät. Bei uns hat es keine zwei Wochen gedauert, bis dieses Plastikband abgerissen ist. Seitdem transportieren wir die Rampe mit der Oberseite nach unten, dann können die einzelnen Elemente nicht versehentlich rausrutschen.

Die Oberfläche ist rau und trittsicher, lässt sich aber auch dementsprechend schwer reinigen.

Fazit: stabil und alltagstauglich

Eine stabile und alltagstaugliche Rampe, die auch schweren Hunden (zugelassen bis 180 Kilo) ausreichend Sicherheit verspricht. Leicht und kompakt im eingefahrenen Zustand. Auf beiden Seiten eine kleine Erhöhung, die es dem Hund zusätzlich erleichtert, die Rampe rauf oder runterzulaufen.

Wie ist das Preis-/Leistungsverhältnis?

Die verbauten Materialien wirken robust und strapazierfähig. Das Konzept ist durchdacht und alltagstauglich. Daher passt für uns das Preis-/Leistungsverhältnis. Es gibt allerdings auch Rampen, die nur die Hälfte kosten.

Was kostet die Rampe?

150 bis 160 Euro
Das von uns getestete Modell ist mittlerweile nicht mehr erhältlich, das Nachfolgemodell gibt es hier:

Hebegeschirr im Test

Eine Rampe mag nicht jeder Vierbeiner, manchmal ist sie auch aus Platzgründen ungeeignet. Für diese Fälle gibt es Hebegeschirre für Hunde. Die Hundeseniorin Lola und wir haben eins getestet.

Was ist gut gelöst?

Der Klettverschluss ist stabil und die Griffe sind rutschfest. Der Stoff ist breit genug, dass er den Hund nicht unangenehm drückt/ scheuert.

Was könnte besser sein?

Man muss aufpassen, dass der Gurt ganz vorne sitzt und dort bleibt. Sonst rutscht der Gurt beim Anheben nach hinten und man hebt das Hinterteil des Hundes hoch.

Wie leicht ist die Anwendung/Montage?

Selbsterklärend und absolut unkompliziert. Allerdings braucht man – je nach Gewicht des Hundes – Kraft, um den Hund hochzuheben bzw. beim Sprung in den Kofferraum zu unterstützen.

Wie hoch ist der Nutzen, wie das Preis-/Leistungsverhältnis?

Der Nutzen ist sehr hoch, wenn eine Rampe nicht in Frage kommt. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist absolut in Ordnung.

Was kostet das Produkt?

Wir haben es bei Schecker für rund 16 € gekauft, dort ist es aber inzwischen nicht mehr verfügbar. Ein ähnlicher Artikel ist bspw. dieser hier

So gewöhnt man den Hund an eine Rampe

Eine Hündin ist gerade mittels Rampe in den Kofferraum eines Kombis eingestiegen. Sie steht noch und blickt nach draußen.

Unerschrockene Hunde werden mit einer Rampe überhaupt kein Problem haben. Bei zögerlichen oder nicht ganz fitten Hunden kann es sein, dass der Hund an diese Form der Einstiegshilfe gewöhnt werden muss. Denn auch die stabilste Hunderampe schwankt ein wenig, weil sie nur oben und unten aufgelegt ist.

Wir haben unsere Hanni im vertrauten Umfeld (in der eigenen Garage und ohne Zuschauer) langsam an die Benutzung der Rampe gewöhnen müssen.

  • Im ersten Schritt haben wir die Rampe nur aufgebaut und auf den Boden gelegt, damit sie sie in Ruhe beäugen und beschnüffeln konnte.
  • Im zweiten Schritt haben wir sie mit Leckerli über die flach auf dem Boden liegenden Rampe geführt.
  • Im dritten Schritt haben wir die Rampe an den Kofferraum gelegt und sind links und rechts neben ihr hergegangen, ohne sie zu drängen oder an ihr zu zerren.
  • Von da an hat es nur noch zwei Versuche gebraucht, wir haben ein Leckerli in den Kofferraum gelegt und Hanni ist ohne Zögern in ihrem Tempo über die Rampe eingestiegen.

FAQ

Wie steil darf eine Hunderampe maximal sein? 

20 Grad sind für ältere oder kranke Hunde optimal, ab 30 Grad wird es zu anstrengend. Als Faustregel gilt: die Rampe sollte drei bis vier Mal so lang sein wie die zu überwindende Höhe. Unser letzter Kombi hatte eine Ladekantenhöhe von ca. 60 cm, wir haben uns deshalb für eine Rampe mit einer Länge von 180 cm entschieden.

Ab welchem Gewicht brauche ich eine Rampe statt eines Hebegeschirrs?

Das Hebegeschirr hat zwei Griffe, die du – je nach Situation – auch etwas weiter vom Körper weghalten musst. Versuch einfach mal einen vollen Kasten Mineralwasser 20 Zentimeter von deinem Körper entfernt zu heben. Der wiegt etwa 15 Kilo und ist damit ein solider Anhaltspunkt. Nach unserer Erfahrung sind 25 Kilo Hundegewicht das Maximum für ein Hebegeschirr, für schwerere Hunde empfehlen wir eine Treppe oder eine Rampe.

Geht ein Hebegeschirr auch ohne Kofferraum?

Ja. Wenn du deinen Hund auf dem Sitz transportierst, ist ein Hebegeschirr oft die einzige Möglichkeit, ihm ins Auto zu helfen. Hundetreppen oder Hunderampen lassen sich hier in der Regel nicht anlegen, weil sie auf dem Sitz nicht halten. Es muss allerdings garantiert sein, dass sich die Türen weit genug öffnen lassen. Bei den hinteren Türen von Kleinwagen kann das schon mal eng werden.

*Der Link ist ein sogenannter Affiliate-Link. Das heißt, dass wir eine kleine Provision bekommen, wenn du das Produkt über den Link kaufst, es wird dadurch aber nicht teurer für dich. Wir haben die Empfehlung auf der Seite auch nicht als Testprodukt o. ä. bekommen sondern selbst gekauft und ausführlich getestet.

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