Deutschland: Top-Ziele für Urlaub mit Hund am Meer

Wenn wir Urlaub mit Hund am Meer planen, steht Deutschland auf der Liste unserer Top-Ziele immer ganz weit oben. Die Auswahl ist riesig. Schließlich umfasst die Küste des deutschen Nord- und Ostseefestlandes rund 1.600 Kilometer, 621 Kilometer an der Nord- und 964 Kilometer an der Ostsee. Hinzu kommen zahlreiche Inseln. Für die Nordsee spricht die starke Brandung, die viele maritime Aerosole in die Luft pustet. Das belebt und bringt auch alte Hunde in Schwung. Für die Ostsee spricht: Das Meer ist immer da. Hier gibt es auch mehr Sandstrände.

An der deutschen Nord- und Ostsee startet die Badesaison kalendarisch meist Mitte Mai und endet Ende September. In dieser Zeit müssen sich Hundebesitzer in der Regel auf Hundestrände und die wenigen Naturstrände beschränken. An beiden gilt meist keine Leinenpflicht. Außerhalb der Saison werden diese Auflagen oft aufgehoben oder deren Einhaltung einfach nicht länger kontrolliert. Ausnahmen sind hier zum Beispiel die Küsten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Im Sommer, aber auch im tiefsten Winter muss hier der Vierbeiner selbst an den Hundestränden an die Leine. Auch im Watt.
Hier eine Auswahl unserer Lieblingsziele für Urlaub mit Hund an der deutschen Nord- und Ostsee. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Was wir immer mitberücksichtigen: landschaftliche Schönheit, schließlich will man ja auch mal das Hinterland mit dem Wauzi durchstreifen. Und: Wie willkommen wir uns mit Hund gefühlt haben.

Ostsee

In der Regel gilt an Hundestränden keine Leinenpflicht, und außerhalb der Saison sind alle Strände auch mit Hund frei zugänglich.

Stettiner Haff: noch ein Geheimtipp

Am Naturstrand von Altwarp Siedlung

Im äußersten Nordosten Deutschlands, an der Grenze zu Polen, liegt das Stettiner Haff. Ein Märchenland mit schilfbestandenen Ufern, wenigen, dafür feinsandigen Stränden, kleinen Fischerkaten und traditionsreichen Seebädern wie Ueckermünde und Mönkebude. Außerdem: Seeadler, die du sonst fast nirgendwo siehst, und unglaubliche Sonnenauf- und -untergänge, die das Haff in alle Schattierungen zwischen Lila, Rot und Rosa tauchen. Während des Vogelzugs machen hier abertausende Kraniche Rast.

Das Haff ist streng genommen eine Lagune. Mit direktem Zugang zur Ostsee, aber ohne Ebbe, Flut und nennenswerten Salzgehalt. In der Sommersaison gibt es ausgewiesene Hundestrände auch an bevorzugten Strandabschnitten, zum Beispiel den Hundestrand von Ueckermünde. Außerdem malerische Naturstrände, zu denen oft schöne Spaziergänge durch den Wald führen, etwa zum Hundestrand von Altwarp Siedlung.

Der Hundestrand von Ueckermünde liegt direkt neben dem Strandbad.

Das Hinterland ist fast menschenleer und wie geschaffen für ausgedehnte Touren. Hier ist alles eben und mit feinsandigen Böden, perfekt für Hundepfoten. Das Bild prägen Heide- und Moorlandschaften, ausgedehnte Waldstücke, dazwischen kleine Dörfer mit Fachwerkkirchen und Kopfsteinpflaster. Besonders malerisch: Ried mit seinen liebevoll renovierten Häusern, Cafés und Restaurants in historischen Mauern plus eigenem Bootssteg.

Unsere Lieblingsunterkunft im Stettiner Haff ist der Campingpark Ueckermünde-Bellin. Aber auch Nichtcamper mit Hund finden beispielsweise in Ried freundliche Pensionen und kleine Hotels, außerdem stilvoll renovierte Ferienhäuser in historischen Mauern und sogar zweit nagelneue Hausboote (Anbieter: Traumhaff).

Fazit: Großartig für Romantiker, die Ruhe suchen. Und solche Zwei- und Vierbeiner, die lange Strandspaziergänge (sehr lange Strände gibt es hier nicht) gerne gegen Streifzüge durch stille Wälder, Vogelreichtum und Badepausen an kleinen Naturstränden tauschen. Mehr Infos findest du hier.

Usedom: Steilküsten und lange Strände

Usedom gleicht landschaftlich dem Stettiner Haff. Auch auf der Sonneninsel der Ostsee gibt es tiefe Wälder und malerische Ecken mit schilfbestandenen Binnengewässern, reetgedeckten Katen und Landwirtschaft. Diese Idylle findest du im Lieper Winkel. Was es hier aber außerdem gibt: Steilküsten mit großartigem Weitblick und vergleichsweise lange Hundestrände. Unsere Lieblingswanderung von Ückeritz und Koserow verbindet beides. Im Gegensatz zum Stettiner Haff geht es auf Usedom in den Sommerferien lebhaft zu. Die Seebrücke von Heringsdorf und das Seebad Ahlbeck ziehen Touristen magnetisch an. Viele von ihnen reisen mit Vierbeinern an. Dementsprechend groß ist die Auswahl an Hotels, Pensionen, Ferienhäusern, Campingplätzen und Gastronomie-Angeboten, die wirklich hundefreundlich sind.

Fazit: Mit viel Natur und zahlreichen langen Hundestränden in Bestlage ist Usedom eine tolle Alternative zum bekannteren Rügen. Mehr dazu hier.

Eckernförde und Schlei: Fjorde, Förde, Hafenstädte

Im höchsten Norden, zwischen Kiel und Flensburg, erwarten euch Hunde- und Naturstrände, Wälder, Moore, Steilküsten mit Weitblick über schier endlose Felder und die Ostsee. Noch mehr Wasser gibt’s im Hinterland: viele Binnenseen und die Schlei. Der Ostseefjord schiebt sich gut 42 Kilometer tief ins Land hinein, ist mal gerade 135 Meter, mal satte 4 Kilometer breit. Verträumte Orte wie Sieseby und Arnis, die wie aus einem Geschichtsbuch gefallen zu sein scheinen, und die quirlige Hafenstadt Kappeln säumen den Fjord. Hunde gehören hier überall wie selbstverständlich dazu. Auch in der ebenfalls pittoresken Hafenstadt Eckernförde.

Im Hafen von Eckernförde

Die Region lockt Hundebesitzer mit vielen Hundestränden (ohne Leinenpflicht). Zu jedem Campingplatz gehört mindestens einer, der freilich auch für Besucher zugänglich ist. Unsere liebsten Hundestrände sind die von Karlsminde und die der Geltinger Bucht direkt neben dem Naturschutzgebiet Geltinger Birk – mit Leuchtturm und Schafen echte Ostseeidylle. Einen der schönsten Naturstrände der Region.

Steilküsten findest du auf der Halbinsel Dänischer Wohld östlich von Eckernförde. Unserer absolute Lieblingswanderung führt dich über Hügel und Kuppen über dem Meer, zurück am Wasser, von Stohl bis Dänisch-Nienhof.

Fazit: Super für alle, die neben schönen Stränden die Abwechslung suchen und gerne mal einen Stadtbummel einschieben. Besonders geeignet für Camping-Urlauber, die gerne auch mal mit Hund und Rad unterwegs sind. Mehr Infos findest du hier.

Deutsche Nordsee

Dorum-Neufeld: an der Wurster Nordseeküste

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer umfasst die Inseln, Watten und Seemarschen von der Grenze zu den Niederlanden bis hinauf nach Cuxhaven. Millionen von Zugvögeln machen hier Rast und füllen ihre Reserven auf, bevor es weitergeht. Das Wattenmeer ist also nicht für Urlauber eine Energietankstelle, sondern auch eine der wichtigsten für den weltweiten Vogelzug. Kein Wunder also, dass die Region und ihre Tiere unter besonderem Schutz stehen. Grundsätzlich gilt hier Leinenpflicht für Hunde – auch an den Hundestränden und zu jeder Jahreszeit.

Der kleine Ort Dorum-Neufeld an der Wurster Nordseeküste zwischen Cuxhaven und Bremerhaven tut jedoch alles dafür, dass sich Zwei- und Vierbeiner dort wohlfühlen. Das beginnt mit dem Hundestrand. Der ist vergleichsweise weitläufig und bietet – eine absolute Seltenheit in dieser Ecke – eine Freilaufzone. Wer mag, kann sich hier auch einen Strandkorb mieten, den Vierbeinern beim Toben zusehen und locker den ganzen Tag verbringen. Wenn der Magen knurrt, schlenderst du einfach zu den vielen Strandbuden, wo es Fisch satt und natürlich auch anderes gibt. Oder du läufst die wenigen hundert Meter vor bis zum Kutterhafen. Hier gibt’s Krabben direkt von Bord. Zum selber Pulen, versteht sich.

Leckerchen am Zugang zum Hundestrand

Die Atmosphäre ist tiefenentspannt, die Hundefreundlichkeit groß. Am Zugang zum Badestrand gibt’s Leckerli am Kassenhäuschen, ebenso im Nationalparkhaus, dessen Ausstellung zum Watt du auch mit Hund besichtigen kannst (Eintritt für Zwei- und Vierbeiner frei). Natürlich. Hier gibt’s auch maritim gestylte Hundeleinen und jede Menge Infobroschüren für Hundebesitzer. Die sind nicht mit erhobenem Zeigefinger geschrieben, sondern setzen auf Erläuterungen und Verständnis. Auch in den vielen Restaurants und Cafés sind Hunde meist herzlich willkommen, oft auch im Innenraum. Die Auswahl an hundefreundlichen Unterkünften ist groß, unsere liebste ist der Knaus Campingpark vor dem Deich direkt an Meer und Leuchtturm (extrem viel besser, als die Google-Bewertung vermuten lässt).

Den Sonnenuntergang verbringst du am besten mit Blick auf den historischen Leuchtturm Obereversand. Viele finden sich hier gegen Abend im schön angelegten Wattpark ein, kuscheln sich auf eine der Ruhebänke, eine Flasche Bier in der Hand, die oder den Liebsten im Arm und der Hund ausgestreckt auf der Wiese zu ihren Füßen. Genießen kann so einfach sein.

Fazit: Ideal für alle, die eine tiefenentspannte Auszeit von morgens bis abends am Meer verbringen wollen und gar nicht viel Drumherum wollen. Und wer doch mal einen Abstecher ins Hinterland machen möchte, hier unsere Lieblingswanderung.

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