Sigmaringen: Rundwanderung Klosterfelsenpfad
Egal, wen man fragt, unseren Hund Amos oder seine Menschen: Für uns alle gehört der Klosterfelsenpfad bei Sigmaringen zu den schönsten Wanderungen auf der Schwäbischen Alb. Kaum eine Tour verbindet so viele unterschiedliche Eindrücke auf vergleichsweise kurzer Strecke. Mal geht es durch schattige Wälder, dann wieder über offene Wiesen, vorbei an mächtigen Jurafelsen. Und immer wieder bieten sich uns großartige Aussichten auf die Felsen um uns und die Donau unter uns. Für Amos, der Weitblick und Wasser liebt, sind vor allem die Aussichtspunkte und die vielen Möglichkeiten zum Planschen die Höhepunkte der Tour. Uns begeistert vor allem die Vielfalt dieser Runde. Hinter fast jeder Wegbiegung wartet eine neue Entdeckung, von Höhlen bis zu Bauwerken wie der berühmten Teufelsbrücke oder der filigranen Hängebrücke über die Donau. 💦🐶
Einen großen Teil ihres besonderen Charmes verdankt die Wanderung dem Fürstlichen Park Inzigkofen. Der romantische Landschaftsgarten entstand Anfang des 19. Jahrhunderts auf Initiative der außergewöhnlichen Fürstin Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen (1760–1841). Die als „Prinzessin von Paris“ bekannte Adelige galt zu ihrer Zeit als selbstbewusstes Enfant terrible. Während der Französischen Revolution bewegte sie sich geschickt zwischen Adel und Politik und soll maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das Haus Hohenzollern seine Besitzungen behielt. Deshalb wird sie bis heute auch als „Retterin des Hauses Hohenzollern“ bezeichnet.
Mit dem Landschaftspark ließ Amalie Zephyrine ihre Begeisterung für die romantischen englischen Gärten verwirklichen. Anders als streng angelegte Barockgärten sollte die Natur hier möglichst ursprünglich wirken. Tatsächlich verschmelzen Wald, Felsen und Donau so harmonisch miteinander, dass wir vielerorts nicht erkannt haben, wo die gestaltete Parklandschaft endet und die natürliche Landschaft beginnt.
Zu den schönsten Stationen zählen der Amalienfelsen mit seinem weiten Blick über die Donauschleife, die geheimnisvolle Teufelsbrücke, die eine schmale Felsschlucht überspannt, die Inzigkofer Grotten, das aussichtsreiche Känzele, die moderne Hängebrücke über die Donau sowie der Aussichtspunkt Gespaltener Felsen, von dem sich das Donautal noch einmal von seiner schönsten Seite zeigt.
Der Klosterfelsenpfad hat sein Gütesiegel Premiumwanderweg mehr als verdient, finden wir. Für uns gehört er zu den Wanderungen, die man auf der Schwäbischen Alb unbedingt einmal erlebt haben sollte. Geeignet auch für warme Tagen, wenn die schattigen Waldpassagen und die Nähe zur Donau für angenehme Abkühlung sorgen. Besonders schön in Frühling und Sommer, wenn überall am Wegrand Blumen blühen.
🪧 Der Weg ist durchgehend gut beschildert. Wir folgen einfach den Wegweisern Donau-Felsenweg.
🐕🦺 Wichtig für Hundemenschen: Im Fürstlichen Park Inzigkofen gilt Leinenpflicht. Für uns war allerdings nicht eindeutig erkennbar, wo der historische Landschaftspark in die freie Natur übergeht. Wie wir hinterher gelesen haben, wurde die Anlage bewusst so gestaltet, dass sie wie eine natürliche Landschaft wirkt. Wer einen Hund dabeihat, der zuverlässig bei seinen Menschen bleibt, kommt über weite Strecken mit einer Schleppleine gut zurecht. Auch für Zweibeiner gilt: Bitte die Wege im Park nicht verlassen.
Die neue Gitterhängebrücke über die Donau schwingt bei jedem Schritt leicht mit und dürfte deshalb nicht jedem Hund geheuer sein. Das Schöne: Auf dieser Rundwanderung müsst ihr sie nicht überqueren. Sie liegt aber nur wenige Meter vom Weg entfernt – ein kurzer Abstecher lohnt sich allein wegen der spannenden Perspektive auf die Donau und den Park.
🥾🐾 Unter Füßen und Pfoten: Überwiegend naturbelassene Wald- und Wiesenpfade, dazwischen gut angelegte Wanderwege sowie kurze Abschnitte auf Schotter- und Kieswegen.
🗺️ Wegbeschreibung
Wir starten unsere Tour an der Turnhalle in Laiz. Auf dem großen Parkplatz findet auch ein mittelgroßes Wohnmobil problemlos Platz.
Nach dem Überqueren der Brücke gehen wir zunächst ein kurzes Stück auf der Inzigkofer Straße bis zur nächsten Kreuzung. Dort biegen wir zum Donauufer ab und folgen dem Weg auf dem Deich in Richtung Inzigkofen. Die Donau begleitet uns dabei ständig auf unserer rechten Seite. Amos nutzt direkt die Gelegenheit zum Planschen.
Am Ende des Deichs führt ein Kiesweg zum Abzweig Amalienfelsen, so benannt nach der Schöpferin des Parks, Fürstin Amalie Zephyrine. Wir machen zunächst einen Abstecher zu einem ausgeschilderten Aussichtspunkt auf dem Felsen. Dazu laufen wir leicht bergan durch lichten Mischwald. Kurz vor dem Ziel spazieren wir durch eine historische Lindenallee. Oben angekommen öffnet sich uns ein schöner Blick über die Donauschleife mit der neuen Hängebrücke. Wieder zurück auf dem Hauptweg erreichen wir den Fluss. Hier sollen einst die Fürsten des Hauses Hohenzollern an heißen Sommertagen gebadet haben. Heute baden hier einige Familien – und natürlich unser Hund. 😊 Von hier aus machen wir noch einen Abstecher zur moderne Hängebrücke, die seit 2019 die beiden Parkteile miteinander verbindet.
Zurück auf dem Hauptweg folgen wir der Donau ein kurzes Stück flussaufwärts, bevor wir nach rund 100 Metern scharf links zum Kloster Inzigkofen aufsteigen. Unterwegs lohnt sich ein kurzer Abstecher zum Fürstendenkmal, das an den geliebten Bruder der Fürdstin erinnert. Er stark während der Französischen Revolution unter der Guillotine.
Nach einer kleinen Rast am einstigen Kloster, in dem heute die VHS residiert, geht es weiter in nordwestlicher Richtung. Etwa 50 Meter hinter der Klostermauer biegen wir rechts ab und steigen wenige Meter später zur berühmten Teufelsbrücke hinunter. Sie überspannt spektakulär die enge Felsschlucht Höll und zählt zu den bekanntesten Bauwerken des Landschaftsparks. Ihren Namen verdankt sie einer alten Sage: Der Teufel soll die Brücke erbaut haben und dafür die Seele des ersten Lebewesens gefordert haben, das sie überquert. Die Bewohner sollen ihn jedoch überlistet und zunächst einen Hund über die Brücke gejagt haben. Unserem Hund haben wir diese Geschichte natürlich nicht erzählt.
Hinter der Teufelsbrücke führt ein schmaler Pfad zum Aussichtspunkt Känzele, von dem sich ein wunderschöner Blick über das Donautal eröffnet. Anschließend folgen wir dem Weg weiter Richtung Südosten, bis der Abstieg ins Tal beginnt. Unterwegs passieren wir die Inzigkofer Grotten, die durch Auswaschungen im weichen Kalkgestein entstanden sind und zu den eindrucksvollsten Naturdenkmälern des Parks gehören.
Unten angekommen biegen wir rechts ab und wandern auf einem angenehmen Uferweg parallel zur Donau. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir die nächste Brücke und wechseln auf die andere Flussseite. Vom ehemaligen Bahnhof Inzigkofen steigen wir hinauf zum Aussichtspunkt Gebrochener Gutenstein, der einen schönen Blick auf die Auenlandschaft der Donau bietet.
Von dort führt der Weg in nordwestlicher Richtung weiter, bis wir die Bahngleise erreichen. Hier halten wir uns rechts und wandern zum Zigeunerfelsen mit Grillstelle.
Vom Zigeunerfelsen folgen wir zunächst einem Schotterweg, später naturbelassenen Waldwegen. Nachdem wir mehrere Wegkreuzungen passiert haben, kommen wir zum Erratischen Block. Der Findling, den wir uns tatsächlich mächtiger vorgestellt haben, wurde während der letzten Eiszeiten vom Rheingletscher hierher transportiert.
An der Kreuzung wenden wir uns nach Süden und erreichen wenig später den Aussichtspunkt Gespaltener Felsen. Von hier öffnet sich noch einmal ein beeindruckender Blick über das Donautal und die bewaldeten Jurahänge – einer der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Rundwanderung.
Nach dem Abstecher geht es bergab Richtung Osten. Bald verlassen wir den Wald und erreichen eine offene Ackerlandschaft auf einer Donauhalbinsel, die von einem Altarm des Flusses umschlossen wird. Wir gehen geradeaus bis zum Ortsrand von Laiz und erreichen den Parkplatz Alte Donau.
Hier biegen wir rechts in die Donautalstraße ein. Nach der ersten Unterführung der L277 verlassen wir die Straße wieder nach rechts und wenige Meter später gleich links in Richtung Donauufer. Auf einem schmalen Uferweg folgen wir ein letztes Mal dem Fluss und erreichen bald unseren Ausgangspunkt an der Turnhalle Laiz.
- Sommer/Herbst
- Winter/Frühling
- Wasser an der Strecke
- Einkehr möglich
- kostenlose Parkplätze
- (Überwiegend) Leinenpflicht

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