Pertisau / Tirol: Rundwanderung Zwölferkopf – Bärenbadalm – Bärenkopf – Weißenbachsattel
Wir lieben den Achensee in Tirol. Türkisfarbenes Wasser, viele schöne Badestellen für Hunde und Menschen, eingebettet in bewaldete Hänge und überragt von mächtigen Gipfeln. Doch hin und wieder packt uns die Lust, den größten See Tirols von oben zu bewundern. Diese Rundtour auf den Bärenkopf zeigt uns den Achensee in voller Länge – und belohnt den recht knackigen Aufstieg mit einem atemberaubenden Blick auf den See, ins Inntal und auf die Bergwelt von Karwendel, Rofan und Zillertaler Alpen. Bei klarer Sicht grüßen aus der Ferne sogar die Gipfel der Hohen Tauern. 🏔️
Die ersten Höhenmeter hinauf zum Zwölferkopf über Pertisau nimmt uns die Karwendel-Bergbahn ab. Oben angekommen, können wir zunächst den Paraglidern beim Start zusehen. Die Bergstation ist ein beliebter Ausgangspunkt für die Flieger. Losreißen lohnt sich allerdings, denn uns erwartet eine Wanderung durch eine abwechslungsreiche Landschaft: offene Weiden, lichter Wald und Latschenfelder wechseln sich ab, dazwischen liegt noch ein Hochmoor. Und schließlich zur Krönung: der Gipfel des Bärenkopfs (1.991 m). Er zählt zu den besonders aussichtsreichen Gipfeln am Achensee.
Gleich zwei schöne Hütten erwarten uns an beziehungsweise nahe unserer Runde: die Bärenbadalm kurz nach dem Start und noch einmal vor dem Ziel sowie die Weißenbachalm, die nur einen kurzen Abstecher von unserem Wanderweg entfernt liegt. Wir lieben die Bärenbadalm (1.457 m), eine echte Almwirtschaft mit großer Terrasse, Kühen und Jungvieh – nicht nur wegen ihres guten Kuchens, sondern auch wegen der freundlichen Bedienung.
Auf den letzten Metern hinauf zum Gipfelkreuz des Bärenkopfs und wieder hinab müssen Hund und Mensch ein klein wenig kraxeln. Doch die vielen Hunde, die wir hier getroffen haben, haben’s alle gemeistert – vom Ridgeback bis zum Pudel. Unser Amos, in dessen Ahnenreihe sich wohl mal eine Ziege eingeschmuggelt hat, sowieso. 😅 Kurz unter dem Gipfel, wo sich der Weg am Fels entlangzieht, wird’s auch geröllig. Doch hier bietet uns ein Stahlseil sicheren Halt.
Wie in vielen Ecken Tirols steht die Landschaft auch hier unter Naturschutz. Leinenpflicht! Doch die Schönheit der Bergwelt macht dieses Manko wieder wett. 🌿
🪧 Die Wege sind durchgehend gut beschildert. Wir folgen zunächst den Wegweisern Richtung Bärenbadalm, dann weiter Richtung Bärenkopf, anschließend Richtung Weißenbachsattel und wieder zur Bärenbadalm.
⚠️ Der Aufstieg von der Bärenbadalm zum Bärenkopf ist teils felsig und kann bei Nässe rutschig sein. Deshalb empfiehlt es sich, die Rundwanderung in der von uns vorgeschlagenen Laufrichtung zu gehen. Denn der Weg über den Weißenbachsattel ist auch bei Feuchtigkeit deutlich angenehmer zu laufen – ideal für einen entspannten Abstieg.
🐕🦺 Wichtig für Hundemenschen: Auf dem Wanderweg gilt Leinenpflicht. An der einen Kraxelstelle unter dem Bärenkopf haben wir Amos beim Abstieg frei zwischen uns laufen lassen, damit er sich seinen Weg selbst suchen kann. Unterwegs gibt es kaum Wasserstellen. An warmen Tagen ausreichend Wasser für den Hund mitnehmen. Anders als vielerorts in Tirol üblich, muss der Hund in der Gondel keinen Maulkorb tragen. Darauf machte uns das freundliche Personal extra aufmerksam. Wir haben Amos dennoch mit Maulkorb reingeschickt, weil es in den Gondeln recht eng werden kann.
🥾🐾 Unter Füßen und Pfoten: Wir sind auf schmalen Bergsteigen unterwegs, die mal mehr, mal weniger steinig, bisweilen auch felsig sind. Die anspruchsvollste Passage erwartet uns kurz unterhalb des Gipfels. Hier ist der Weg sehr geröllig und deshalb rutschig, aber mit Seilen gesichert – gerade beim Abstieg eine große Erleichterung. Feste Schuhe sollten es schon sein.
🗺️ Wegbeschreibung:
Ausgangspunkt unserer Tour ist die Karwendelbahn in Pertisau. Für uns eine neue Form der Bergbahn: Je fünf Kabinen sind mit einem Seil aneinandergekoppelt. Deshalb hat man hier auch keine Kabine für sich allein.
An der Bergstation des Zwölferkopfs (1.500 m) folgen wir dem Wegweiser Richtung Bärenbadalm und nehmen den breiten Weg bergab, bergauf und wieder bergab zur Alm. Vor der Alm halten wir uns rechts Richtung Bärenkopf. Der schmale, zuweilen rutschige Steig führt uns in vielen Kehren durch lichten Wald bergauf, unter uns zeigt sich immer wieder der Achensee.
Schließlich weicht der Wald zurück und überlässt das Gelände den kaum kniehohen Latschenkiefern. Weiter geht’s in Kurven bergauf. Über die kurze Kletterpassage im Fels hilft uns ein Stahlseil hinüber. Dann zieht sich der Weg an steil abfallenden Felsen entlang weiter bergauf. Die letzten Meter zum Gipfelkreuz führen uns nun bequem auf dem breiten Bärenkopf durch die Latschen. Überall liegen Menschen mit und ohne Hund in der Sonne und genießen den großartigen Blick in alle Richtungen. Alle finden hier einen guten Platz, auch einem sonnigen Sommerferientag. Vom Gipfelkreuz genießen wir den Blick auf den Achensee, der von hier oben kaum mehr ist als eine türkisfarbene Pfütze mit kaum ameisengroßen Booten darauf.
Nach einer angemessenen Rast steigen wir übers Geröllfeld wieder hinab, die Hand fest am Stahlseil. Wir passieren die Kraxelstelle und halten uns gleich danach links Richtung Weißenbachsattel. Nach wenigen Metern auf dem recht steilen Steig bergab geht’s im nun sanften Auf und Ab über Wiesen und Wald zum Sattel. In nur zehn Minuten könnten wir von hier zur Weißenbachalm weiterlaufen. Wir folgen weiter unserem Hauptweg, halten uns rechts – und folgen einem schönen schmalen Steig in sanfter Neigung bergab zur Bärenbadalm. Hier kehren wir ein.
Auf dem nun schon bekannten Weg geht’s zurück zur Bergstation.
- Sommer/Herbst
- Einkehr möglich
- ÖPNV möglich ( Anmerkungen: Mit dem Zug bis Bahnhof Jenbach, weiter mit dem Bus nach Pertisau. )
- bezahltes Parken am Startplatz
- (Überwiegend) Leinenpflicht

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