Herbrechtingen: Albschäfer-Zeitspur „Eselsburger Talgang“
Diese Rundwanderung mit Hund führt uns durch eines der schönsten Flusstäler auf der Schwäbischen Alb: das Eselsburger Tal. Wir lieben es! 🤩Und nicht nur wir: Das Tal gehört zu den beliebtesten Wanderzielen der Region.
Die Auenlandschaft gehört zum Naturschutzgebiet Eselsburger Tal, dem wertvollsten Feuchtgebiet im Landkreis Heidenheim. Zwischen Wacholderheiden, lichten Wäldern und markanten Kalkfelsen zieht die Brenz in weiten, ruhigen Bögen durch die Talaue. Der Fluss lässt sich hier ungewöhnlich viel Zeit. Das liegt am geringen Gefälle der Brenz: Vom Ursprung bis zur Mündung verliert sie insgesamt nur etwa 73 Meter an Höhe. Dadurch fließt das Wasser hier besonders gemächlich und die Talaue bleibt vielerorts feucht oder sogar sumpfig. In den vergangenen Jahren wurden zusätzlich Bereiche renaturiert, sodass sich wieder zahlreiche Feuchtbiotope entwickelt haben.
Zu diesen Lebensräumen gehört auch die Rosshalde, eine kleine Tümpellandschaft, an der wir auf unserer Wanderung vorbeikommen. 🐸🦫Mehrere flache Gewässer und feuchte Wiesen bieten seltenen Arten einen idealen Lebensraum. Reiherenten überwintern hier regelmäßig. Mit etwas Glück sehen wir Eisvögel. Auch Grasfrosch, Gelbbauchunke und zahlreiche Wasservögel fühlen sich hier wohl. Und selbst der Biber hat sich im Tal wieder angesiedelt.
Wer über die Tümpel blickt, entdeckt auf der gegenüberliegenden Seite zwei auffällige Felsnadeln: die Steinernen Jungfrauen. Diese markanten Kalkfelsen entstanden aus den Jurakalken der Schwäbischen Alb. Über Jahrmillionen hat die Verwitterung weichere Gesteinsschichten abgetragen, während härtere Kalkbänke stehenblieben. Übrig blieben schlanke Felsnadeln und steile Felswände. Auch die vielen Felsen rechts und links des Weges sind auf diese Weise entstanden: Regenwasser löst Kalk aus dem Gestein, Frost sprengt Risse auf, und Erosion und die Zeit sorgen für den Rest. Ihren Namen verdanken die „Steinerne Jungfrauen“ einer Sage: Zwei Mädchen, die an einem Feiertag tanzen statt zur Kirche gehen wollten, wurden zur Strafe in Stein verwandelt. Wie so oft auf der Alb verbindet sich hier Landschaft mit Moral.
Der abwechslungsreiche, durchgehend gut beschilderte Weg führt uns teils über offene Wiesenflächen, teils durch stille Laubwälder. Viele dieser Wälder sind sogenannte Bannwälder. Sie werden nicht forstwirtschaftlich genutzt, sondern sich selbst überlassen. Bäume dürfen hier alt werden, umstürzen und wieder vergehen – ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere, Pilze und Insekten.
Einer der Höhepunkte unterwegs ist die Domäne Falkenstein, die hoch über der Brenz auf einem Felsplateau thront. Der historische Gutshof wurde im 19. Jahrhundert gegründet und gehört heute zu einem landwirtschaftlichen Betrieb, der unter anderem Freiluftschweine hält. Gleichzeitig dient die Anlage als Wanderheim und Einkehrstation. Vom Aussichtsfelsen direkt oberhalb eröffnet sich ein schöner Blick über das Brenztal, ein schöner Picknickplatz. 🧺
Direkt hinter der Domäne geht es sehr schön weiter: Wir folgen dem Zoeppritz-Weg. Der Industrielle und Geheime Kommerzienrat Viktor Zoeppritz, der sich für die touristische Erschließung der Region engagierte, ließ den schmalen Pfad Ende des 19. Jahrhunderts anlegen. Der Weg führt abwechslungsreich durch Wald und entlang der Hangkante. Immer wieder öffnen sich kleine Aussichtspunkte mit Blick ins Tal. Auf der Picknickbank mit Blick ins Tal haben wir zu Mittag gegessen. Großartig!
Gegen Ende der Wanderung queren wir das Gelände des ehemaligen Klosters Anhausen. Das Kloster wurde im 14. Jahrhundert gegründet und gehörte zum Kartäuserorden, einem besonders streng lebenden Mönchsorden. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst; Teile der Anlage sind bis heute erhalten und geben dem Ort eine besondere Atmosphäre. Einkehren kann man hier auch.
Schön ist die Wanderung zu jeder Jahreszeit. Besonders reizvoll wirkt das Tal für uns jedoch im frühen Frühjahr: Dann sind hier noch nicht so viele Wanderfans unterwegs. Im Wald blühen die ersten Wildblumen, und unterhalb der Domäne Falkenstein überzieht ein Teppich aus Schneeglöckchen die Felsenhänge. 🌼
🪧 Der Wanderweg – eine von mehreren kurzen Rundtouren entlang des Fernwanderwegs Albschäferweg – ist durchgehend gut ausgeschildert. Wir orientieren uns unterwegs einfach am gelben Ring.
⚠️🐕🦺 Von wenigen Abschnitten abgesehen verläuft die Runde fast vollständig durch das Naturschutzgebiet Eselsburger Tal. Leinenpflicht! Wer einen Vierbeiner dabei hat, der zuverlässig bei seinen Menschen bleibt, kommt mit einer Schleppleine gut zurecht. Angesichts der außergewöhnlich schönen Landschaft und der Abwechslung auch für unseren Vierbeiner lohnt sich diese Runde trotz der Einschränkung für unseren Vierbeiner. 🌿
🥾🐾 Unter Füßen und Pfoten: Etwa die Hälfte der Strecke verläuft auf schmalen Wald- und Wiesenpfaden. Der restliche Teil führt überwiegend über gut begehbare, sanft geschotterte Wanderwege. Dazu kommen nur kurze Abschnitte auf Asphalt.
🗺️ Wegbeschreibung: Vom Parkplatz am Erlebnisbad „Jurawell“ folgen wir dem Lauf der Brenz auf einem sanft geschotterten, breiten Wanderweg ins Tal hinein. Der Weg verläuft rechts des Flusses mitten durch das Naturschutzgebiet Eselsburger Tal. Schon hier eröffnet sich der Blick auf die markanten Felsformationen. Der gelbe Ring zeigt uns zuverlässig den Weg.
An der Brenzbrücke angekommen, halten wir uns rechts und steigen am Rand des Hangwaldes hinauf, zunächst über einige wenige Treppen im Hang. Oben lohnt sich ein kurzer Abstecher zur Buigenhütte, die etwa 400 Meter entfernt liegt. Von dort bietet sich ein guter Blick über das gesamte Tal.
Zurück auf dem Wanderweg Zeitspur führt uns der Waldpfad wieder bergab zur anderen Seite der großen Flussschlinge. Nach der Querung der Brenz steigen wir – weiterhin dem gelben Ring folgend – recht steil zur Domäne Falkenstein hinauf. Vom Aussichtsfelsen oberhalb des Gutshofs genießen wir den Weitblick über das Brenztal.
Die Zeitspur und der Fernwanderweg Albschäferweg laufen jetzt ein Stück miteinander. Wir laufen am Gutshof vorbei, wenige Meter vorbei an den Feldern. Dann biegen wir rechts ab in den Wald auf den Zoeppritz-Weg. Mal verläuft er durch Wald, mal am Waldrand entlang, während wir langsam Richtung Anhausen hinabwandern. Am ehemaligen Kloster trennen sich unsere Wege wieder: Der Albschäferweg zieht weiter, während wir dem gelben Ring Richtung Herbrechtingen folgen.
Der Weg führt uns zunächst an der Kneippanlage Riedmühle vorbei (Hunde dürfen nicht ins Becken) und anschließend kurz durch den Ort, bevor wir wieder ansteigen. Vom Pfaffenberg eröffnen sich weite Ausblicke bis nach Heidenheim. Noch eindrucksvoller ist der Blick vom Stürzel: Von hier aus schauen wir tief ins Eselsburger Tal, über die Bindsteinmühle hinweg bis hinüber zum Falkenstein.
Durch einen Buchenwald erreichen wir schließlich den Schafhof Wiedenmann. Während der Vegetationszeit ist seine Herde mit rund 550 Schafen in der Umgebung unterwegs. Die Tiere sorgen dafür, dass die Wacholderheiden bestehen bleiben.
Mit weitem Blick über Herbrechtingen steigen wir zwischen Heide und Wald bergab und erreichen wenig später unseren Parkplatz. Dieser bietet übrigens auch Wohnmobilstellplätze.
- Sommer/Herbst
- Winter/Frühling
- Wasser an der Strecke
- Einkehr möglich
- bezahltes Parken am Startplatz
- (Überwiegend) Leinenpflicht
Brücke über die Brenz mit Blick auf die Domäne Falkenstein über dem Fluss - eines von vielen landschaftlich besonderen Punkten entlang unseres Wegs.
Jenseits der Tümpel sehen wir die beiden berühmtesten Felsnadeln des Eselsburger Tals: die "Steinerne Jungfrauen".
Tipp
Mini-French-Press für Unterwegs
Wir lieben Kaffeepausen beim Wandern, ganz besonders an kühlen oder regnerischen Tagen.
Diese Version der French Press nimmt kaum Platz weg, wiegt fast nichts und deswegen auf allen Touren mit dabei.
* Affiliate-Link. Wenn du einen solchen Link anklickst und auf der Zielseite etwas kaufst, bekommen wir vom betreffenden Anbieter oder Online-Shop eine Vermittlerprovision. Der Preis des Produkts ändert sich für dich dadurch nicht.

Wie hat dir die Wanderung gefallen?
Wir freuen uns sehr, wenn du deine Erfahrungen und Tipps mit anderen gassi-guide-User teilst!