Münster & Münsterland mit Hund entdecken
Erst waren es unsere Eltern, die als begeisterte Radfahrer ihre Liebe fürs Münsterland entdeckten. Dann folgten Freund*innen aus Schulzeiten, die nach Münster zum Studieren gingen und gar nicht mehr wegwollten. Wegen der Uni, den Partys, der Atmosphäre. Dass Münster und das Münsterland auch Menschen mit Hund viel zu bieten hat, haben wir dann selbst viel später herausgefunden. Seither verbringen wir gerne Familienurlaube mit vielen Menschen und vielen Hunden im Münsterland. 🐶🏰
Die Region begeistert nicht mit wilder Natur und großen Freiheiten. Im Gegenteil. Hier reihen sich viele Schutzgebiete aneinander, für unsere Vierbeiner herrscht vielerorts Leinenpflicht. Es zieht uns trotzdem immer wieder hierhin, weil das Münsterland eine so abwechslungsreiche Mischung aus Natur und Kultur bietet. Auf unseren Wanderungen durchstreifen wir stille Laubwälder, Heideflächen und Moore mit seltenen Pflanzen- und Tierarten – und stehen wenig später vor bestens erhaltenen Burganlagen, prächtigen Schlössern oder üppig blühenden Parkanlagen aus längst vergangener Zeit. Und mittendrin die einzige Wildpferdeherde Deutschlands im Dülmener Bruch. Auch die dürfen wir mit Hund besuchen. 🐎
Münster und das Münsterland eignen sich unseres Erachtens ideal als Ausflugsziele für Familien mit Hund. Hier finden große und kleine Menschen, Zwei- und Vierbeiner garantiert viele Touren, die allen gefallen. Unsere schönsten Wanderungen und Lieblingsorte für Münster und das Münsterland mit Hund haben wir hier für dich zusammengestellt. Außerdem findest du hier Wissenswertes über das Leben mit Hund in dieser Region.
Münsterland im Überblick

Das Münsterland zählt zu den großen Kultur- und Genusslandschaften Nordrhein-Westfalens. Aber was gehört eigentlich dazu? Geografisch umfasst das Münsterland den Regierungsbezirk Münster mit den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie der kreisfreien Stadt Münster als Zentrum. Im Norden grenzt es an das Emsland und die Grafschaft Bentheim, im Osten an den Teutoburger Wald und das Osnabrücker Land, im Süden ans Ruhrgebiet und im Westen an die Niederlande.
Das Münsterland bietet eine Naturvielfalt, die wir in dieser Art nicht erwartet hatten. Die Region ist geologisch geprägt durch die Münsterländer Bucht, eine flache Tieflandzone, die in der Kreidezeit vom Meer bedeckt war. Der Boden – überwiegend sandige und lehmige Ablagerungen – erklärt, warum das Münsterland seit jeher intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.

Im Park von Schloss Ahaus.
Und so zeigt sich uns überall im Münsterland eine Kulisse, die über Jahrhunderte von bäuerlicher Landwirtschaft und adeliger Gutswirtschaft geformt wurde. Endlose Felder, Heckenlandschaften, von Bäumen gesäumte Alleen und immer wieder kleine Flüsse und Bäche, dazwischen mächtige Bauernhöfe, Burgen und Schlösser mit kunstvoll angelegten Parklandschaften.
Unterwegs in der Hohen Mark.
Dazwischen liegen naturräumliche Besonderheiten, die Wanderfans mit und ohne Hund Abwechslung bieten. Im Südwesten erhebt sich die Hohe Mark, ein ausgedehntes Waldgebiet mit sanften Hügeln, Heideflächen und stillen Seen. Im Norden der Region ragen die Baumberge aus dem Flachland heraus. Mit rund 187 Metern ist dieser Höhenzug für Alpinist*innen zwar kaum mehr als ein Maulwurfshügel, aber für das sonst so platte Münsterland ein echter Aussichtsbalkon. Der Baumberger Sandstein, ein heller, warm leuchtender Naturstein, wurde über Jahrhunderte hier abgebaut. Heute sehen wir ihn überall verbaut in Kirchen und Schlössern der Region.
Besonders artenreich sind die Moorlandschaften des Münsterlands. Das Venner Moor südlich von Münster gehört zu den gut erhaltenen Hochmoorgebieten der Region und bietet Lebensraum für seltene Pflanzen wie Sonnentau und Wollgras sowie für Vögel wie den Kranich und die Bekassine. In den feuchten Niederungen der Stever, Ems und Berkel gedeihen Auwälder und Feuchtwiesen – überlebenswichtige Rückzugsgebiete für Amphibien, Libellen, Wat- und Wiesenvögel.

Tiefenentspannt: Wildpferde im Wasserloch. Der Zaun trennt die Herde von den Besucher:innen.
Europaweit bekannt – zumindest bei Pferdefreund*innen – ist das Münsterland für die Dülmener Wildpferde. Diese letzte Wildpferdeherde des europäischen Kontinents lebt im Merfelder Bruch bei Dülmen– seit dem Jahr 1306 urkundlich belegt.
Münster mit Hund – was erlaubt ist und was verboten

Aasee mit Segelboot
Auch wenn die Hundefreiheit im Umland von Münster stärker reglementiert ist als anderswo, präsentiert sich die Stadt mit ihren knapp 320.000 Einwohner*innen unseres Erachtens überraschend hundefreundlich.
Ob am Aasee, im Nordpark oder an den Kanalufern: Münster hat einige großzügige Freilaufflächen ausgewiesen, an denen Hunde ohne Leine rennen, toben und schwimmen dürfen.

Kanalufer Dortmund-Ems-Kanal
Wo dürfen Hunde in Münster ohne Leine laufen?
Innerhalb der Stadt Münster sind folgende Bereiche als Hundefreilaufflächen ausgewiesen:
- Westlicher, „neuer“ Aasee – westlich der Torminbrücke (ausgenommen: Kiesekampbusch)
- Nordpark (auch: Wienburgpark) im Stadtteil Uppenberg
- Kanalufer des Dortmund-Ems-Kanals
Häufige Fragen rund um Hunde in Münster
Wo sind Hunde in Münster verboten?
Hunde sind grundsätzlich nicht erlaubt auf Kinderspielplätzen, in Sandkästen sowie in bestimmten öffentlichen Grünanlagen, die entsprechend beschildert sind. Auch zu bestimmten Veranstaltungen (z. B. Wochenmärkte, Stadtfeste) können Hunde ausgeschlossen sein. Die genauen Verbotsbereiche sind vor Ort durch Schilder gekennzeichnet.
Wo gilt in Münster Leinenpflicht?
Leinenpflicht gilt im gesamten Stadtgebiet außerhalb der ausgewiesenen Freilaufflächen – also in der Innenstadt, in den meisten Parks und Grünanlagen, auf Friedhöfen sowie in Naturschutzgebieten. Im östlichen, „alten“ Aasee-Bereich gilt ebenfalls Leinenpflicht.
Sind Hunde im Allwetterzoo Münster und anderen Tierparks gestattet?
Im Allwetterzoo Münster sind Hunde erlaubt, sie müssen jedoch an der kurzen Leine geführt werden. Für einige Anlagen gelten Betretungsverbote für Hunde. Diese sind entsprechend ausgeschildert. Gleiches gilt für den Naturzoo Rheine (Kreis Steinfurt) und den Wildpark Frankenhof in Reken.
Münster & Münsterland: Dürfen Hunde im ÖPNV mitfahren?
Im ÖPNV – also in Bussen und der Stadtbahn (Stadtwerke Münster) – dürfen Hunde mitfahren, sofern sie einen Maulkorb tragen oder in einer geeigneten Transportbox untergebracht sind. Kleine Hunde, die in einer geschlossenen Tasche oder Box transportiert werden, fahren in der Regel kostenlos. Für größere Hunde wird ein ermäßigter Fahrpreis fällig. Die Westmünsterlandbahn (z. B. nach Lüdinghausen) befördert Hunde gegen Lösung eines Kindertickets. Im Zweifel lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Beförderungsbedingungen des jeweiligen Verkehrsverbundes.
Muss ich den Kot meines Hundes aufsammeln?
Ja, unbedingt. In Münster wie im gesamten Münsterland gilt die Pflicht, Hundekot unverzüglich zu entfernen und fachgerecht zu entsorgen. Beutel-Spender sind an vielen Freilaufflächen und in Parks aufgestellt. Wer seiner Pflicht nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld.
Für welche Hunde gilt Maulkorbpflicht?
In Nordrhein-Westfalen unterliegen bestimmte Hunderassen bzw. -typen besonderen Auflagen. Dazu zählen in NRW unter anderem Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier. Für diese Hunde gilt unter anderem Maulkorbpflicht und Leinenpflicht in der Öffentlichkeit. Die vollständige Liste sowie die aktuell gültigen Regelungen findest du im Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW). Wir empfehlen, vor der Reise die aktuell gültigen Vorschriften zu prüfen, da sich Regelungen ändern können.
Unsere liebsten Orte und Spaziergänge mit Hund in Münster

Münster ist nicht nur Uni-Stadt und Fahrradstadt – es ist auch eine erstaunlich grüne Stadt. Wälder, Wasserläufe, Parks und Seen sind Teil des Stadtgefüges. Für uns als Hundemenschen bedeutet das: Schöne Spaziergänge und Wanderungen sind direkt vor der Haustür möglich, ohne Auto und ohne weite Anreise. Hier sind unsere Lieblingsorte.

Im Mühlenhaus – als wären die Bewohner:innen eben erst zur Tür herausgegangen.
Aasee & Freilichtmuseum Mühlenhof
Der Aasee ist das grüne Herzstück von Münster – ein künstlich angelegter See mitten in der Stadt, umgeben von weitläufigen Grünflächen, die zum Spazieren, Picknicken und Verweilen einladen. Für Hunde besonders interessant: der westliche, „neue“ Aasee westlich der Torminbrücke. Hier ist Freilauf erlaubt, und wer einen wassersüchtigen Hund hat, kommt auf seine Kosten.
In direkter Nachbarschaft liegt das Freilichtmuseum Mühlenhof, das typische westfälische Bauernhöfe und Handwerkerstätten aus vergangenen Jahrhunderten zeigt. Hunde willkommen. Mit schönem Café.

Nordpark (Wienburgpark) in Münster-Uppenberg
Nördlich der Innenstadt liegt einer der schönsten Parks der Stadt: der Nordpark, auch Wienburgpark genannt, im Stadtteil Uppenberg. Die weitläufige Grünanlage gehört zu den ausgewiesenen Freilaufflächen der Stadt – Hunde dürfen hier also ohne Leine laufen, mit ihresgleichen toben, ins Wasser springen… Für uns eine der entspanntesten Gassi-Runden in Münster: kein Trubel, viel Grün und viel Wasser für unseren planschbegeisterten Amos.

Durch die Hohe Wart am Hiltruper See
Im Süden von Münster, im Stadtteil Hiltrup, wartet die Hohe Wart – ein ausgedehntes Waldgebiet, das sich hervorragend für längere Spaziergänge und Wanderungen eignet. Die Wege führen durch ruhigen Laubwald, fernab vom Stadtlärm. Wer nach der Runde eine Abkühlung sucht: Der Hiltruper See liegt in unmittelbarer Nähe und ist ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie – auch mit Hund.
Zwei- und Vierbeiner können hier allerdings nicht zusammen schwimmen gehen. Denn der See ist ein Wasserschutzgebiet – mit Badeverbot für Menschen. Ausnahme: das Freibad am nordwestlichen Ufer (Hunde verboten) neben dem Hotel Krautkrämer. Rund um den See gibt es aber viele Stellen, an denen Hunde ins Wasser springen können.

Auf dem Weg zum Hammerbach.
Durch den Boniburger Wald
Zu den schönsten und ein wenig geheimnisvollen Waldgebieten gehört für uns der Boniburger Wald im Osten von Münster – auch Dyckburgwald oder Boniburgwald genannt. Er liegt zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal im Norden und dem Flusstal der Werse im Süden und Osten. Was diesen Wald so besonders macht: Er atmet Geschichte. Reste barocker Alleen und Gartenanlagen erinnern an die einstige Boniburg-Domäne. Die barocke Dyckburgkirche steht noch heute. Und die als Naturdenkmal ausgezeichnete Boniburgbuche wacht über den Wald wie ein stiller Zeuge vergangener Jahrhunderte.
Das eigentliche Highlight für Hunde ist der Hammerbach: Ein schmaler Wasserlauf, der sich tief in den lehmigen Waldboden eingeschnitten hat, mit steilen Uferkanten, Eisvogelrevieren und einer feuchten Auenlandschaft, die im Frühling und Herbst besonders schön ist. Wer dem Bachlauf folgt, landet schließlich dort, wo der Hammerbach auf die Werse trifft – dem einstigen Standort von Schloss Boniburg, das 1970 gesprengt wurde.
Zur Tour: Durch den Boniburger Wald →
Die Rieselfelder Münster – mit Hund?
Wir waren selbst noch nicht dort, sie stehen auf unserer Bucketlist für das Münsterland aber ganz oben. Die Rede ist von den Rieselfeldern, eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete Westfalens am nordwestlichen Stadtrand von Münster. Das ehemalige Klärfeld-System aus dem 19. Jahrhundert hat sich zu einem einzigartigen Feuchtbiotop entwickelt, das als EU-Vogelschutzgebiet und Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Über 300 Vogelarten wurden hier bereits nachgewiesen.
Für Besucher*innen gibt es einen öffentlich zugänglichen Beobachtungsweg mit Aussichtsturm und Infotafeln inklusive eines Lehrpfads durch das Schilf. Angeleinte Hunde dürfen mit hinein in die Rieselfelder und müssen genau wie ihre Menschen auf den Wegen bleiben. Ideal für Vogelfans mit Hund.
Ausflüge & Wandern mit Hund im Münsterland: unsere Tipps

Mit einem angeleinten Hund dürfen wir sogar die Wildpferde besuchen.
Das Münsterland ist keine Wildnis – und das spüren wir als Hundehalter*innen deutlich. Die dichte Besiedlung, die intensiv genutzte Agrarlandschaft und die vielen Schutzgebiete bedeuten: Leinenpflicht ist hier keine Ausnahme, sondern die Regel. Besonders in Natur- und Vogelschutzgebieten, an Gewässern und in der Nähe von Weideflächen mit Nutztieren müssen Hunde an die Leine. Auch große zusammenhängenden Waldgebiete, die nicht sehr naturnah scheinen wie beispielsweise die Baumberge, stehen unter Naturschutz – Leinenpflicht!
Wir haben die Erfahrung gemacht: Wer mit einem Hund unterwegs ist, der nicht jagt und sich nicht in die Büsche schlägt, sondern mit seinen Menschen auf den Wegen bleibt, kommt mit einer Schleppleine fast überall gut klar.
Wir haben das Münsterland schon oft besucht – und längst nicht alles gesehen. Hier eine Auswahl unserer aktuellen Lieblingswanderungen und Orte mit Hund.

Zu Burgen und Schlössern👑
Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Wasserburgen und Schlösser auf so engem Raum wie im Münsterland. Über 100 Adelssitze, Herrenhäuser und Burganlagen finden sich hier – viele davon frei zugänglich, viele von Wassergräben (Gräften) umgeben, die vom Wasser der münsterländischen Bäche und Flüsse gespeist werden. Für Hunde gilt in Schlossparks und auf Schlossgeländen in der Regel Leinenpflicht. Trotzdem genießen wir das gemeinsame Entdecken und Erkunden. Vor allem dann, wenn die Burgen und Schlösser an naturnahen Wanderwegen liegen.
Schloss Senden & Dortmund-Ems-Kanal
Ein idealer Einstieg ins Thema Wasserschlösser: Die kleine Runde um Schloss Senden verbindet Geschichte und Natur mit viel Wasser. Das hufeisenförmige Schloss, einst Sitz der Familie von Droste zu Senden, liegt auf einer Insel inmitten einer breiten Gräfte, die von der Stever gespeist wird. Besonders sehenswert: der Dreistaffelgiebel, der älteste noch erhaltene Giebel seiner Art im Münsterland. Von Senden aus spaziert man ans Ufer des Dortmund-Ems-Kanals – seit 1899 eine der wichtigsten Wasserstraßen Nordrhein-Westfalens – und kehrt an der ruhig dahinfließenden Stever zurück. Wer mag, verlängert die Runde bis zum Venner Moor.
Lüdinghausen – Burgenpatt: Burg Lüdinghausen & Burg Vischering
Gleich zwei Wasserschlösser auf einer Runde – das geht im Münsterland. Der Landstreifer „Burgenpatt“ bei Lüdinghausen verbindet die Renaissance-Burg Lüdinghausen mit der deutlich wehrhafteren Burg Vischering, die als Inbegriff einer münsterländischen Wasserburg gilt. Keine verspielten Türmchen, sondern dickes Mauerwerk, eine Zugbrücke und Schießscharten aus dem 13. Jahrhundert. Beide Burgen sind frei zugänglich. Zwischendrin: der Klutensee, ein Kaffee im Bauernhaus-Café Indigo und ein Stopp beim Dinkelhof mit Hofladen, Ponys, Eseln und Ziegen. Wir lieben diese Tour, weil sie sooooo abwechslungsreich ist – und gleich zwei schöne Einkehrmöglichkeiten bietet. Echt was für Genießer.
Zur Tour: Lüdinghausen Burgenpatt →
Schloss Nordkirchen – das „Versailles des Münsterlandes“
Wer Schlösser liebt, kommt an Schloss Nordkirchen nicht vorbei. Der mächtige Barockbau aus dem frühen 18. Jahrhundert gilt als eines der bedeutendsten Wasserschlösser Deutschlands – und trägt nicht ohne Grund den Beinamen „Versailles des Münsterlandes“. Der weitläufige Schlosspark ist öffentlich zugänglich, die Wege sind größtenteils asphaltiert und damit auch für Rollstühle und Rollatoren geeignet. Ideal für barrierefreies Spazieren mit Hund.
Zur Tour: Schloss Nordkirchen →
Raesfeld – Auf den Spuren Graf Alexanders II.
Tiefer in die Geschichte des münsterländischen Adels tauchen wir beim Landstreifer „Auf den Spuren Graf Alexanders II.“ in Raesfeld ein. Die Rundwanderung führt durch einen der ältesten noch erhaltenen Renaissance-Tiergärten Deutschlands, den Graf Alexander II. von Velen um 1650 anlegen ließ – mit Fischteichen (Ottoteich, Langer Teich, Weinbergteich), Jagdflächen und allem, was ein standesgemäßes Adelsleben erforderte. Am Ende der Runde: das prächtige Wasserschloss Raesfeld, das derselbe Graf ab 1643 im Renaissancestil umbauen ließ. Die Wanderung führt außerdem über die Issel in den Niederrhein und zurück. Startpunkt ist das Naturpark Informationszentrum Hohe Mark, das sich für Wanderinfos zur gesamten Region lohnt.

Schloss Ahaus
Schloss Itlingen (Ascheberg) & Schloss Ahaus (Ahaus)
Zu den besonders beeindruckenden Wasserschlössern im Münsterland gehören unseres Erachtens auch das barocke Schloss Itlingen, das herrlich mitten im Grünen liegt, und das ziemlich pompöse Schloss Ahaus, einst Residenzschloss der Fürstbischöfe von Münster. Dieses Schloss liegt mitten in der Stadt. Eine Gassi-Runde durch den Schlosspark lässt sich schön mit einem Stadtbummel verbinden.

Aussicht vom Fliegerberg
Durch Heiden, Wälder und Moore 🦆
Das Münsterland ist mehr als Schlösser und Äcker. Moore, weite Heideflächen und dichte Wälder gehören ebenfalls zum typischen Landschaftsbild
Velen – Rundwanderung Landstreifer „Die Berge“
Zwischen Borken und Velen liegt eine Hügelkette, die im platten Münsterland fast wie ein Gebirge wirkt: „Die Berge“ mit fünf Gipfeln, dem höchsten auf 104,7 Metern. Die Rundwanderung führt durch lichten Mischwald auf pfotenschonenden Sandwegen und um die DBU-Naturerbefläche Borken herum – ein Sandmagerrasen mit seltenen Pflanzen- und Tierarten, den Schottische Hochlandrinder hinter einem Zaun offenhalten. Der Aussichtspunkt auf dem Fliegerberg – benannt nach der Borkener Segelfluggruppe, die hier 1930 ihre Startrampe hatte – bietet einen schönen Blick über die Fläche. Wer gut aufpasst, entdeckt auch sehr alte Hügelgräber aus Stein- und Bronzezeit am Wegesrand. Wir haben sie leider glatt übersehen. 🙈
Im Venner Moor
Das Venner Moor bei Senden ist eines der schönsten Naturschutzgebiete im südlichen Münsterland. Die Wanderung durchs Moor ist besonders bei trockenem Wetter zu empfehlen – bei Regen können die Wege sehr matschig werden. Leinenpflicht gilt im gesamten Gebiet. Wer die Tour mit einem Besuch von Schloss Senden verbinden möchte: Über eine Kanalbrücke sind beide Ziele miteinander verbunden.
Westruper Heide
Südlich des Halterner Sees erstreckt sich die Westruper Heide – eine reizvolle Heidelandschaft mit Sandwegen, Infotafeln und dem typischen Licht- und Farbspiel, das Heiden so unverwechselbar macht. Startpunkt ist ein empfehlenswertes Restaurant direkt am Halterner See. Leinenpflicht gilt überwiegend im gesamten Gebiet.

Auf die „Berge“ – die Baumberge
Wer im Münsterland wandern möchte und dabei ein bisschen Höhenluft schnuppern will, kommt an den Baumbergen nicht vorbei. Die Hügelkette im Herzen des Münsterlandes, zwischen Münster im Osten und Coesfeld im Westen, überragt das flache Umland um bis zu 100 Meter. Ein echter Kontrast zur münsterländischen Ebene – und eines der schönsten Wandergebiete der Region.
Nottuln – Baumberge, Rundwanderung A 3 ab Longinusturm
Wer dem Münsterland aufs Dach steigen möchte, beginnt am Longinusturm in Nottuln. Der 32 Meter hohe Turm aus heimischem Baumberger Sandstein krönt den Westerberg (187,6 m) und bietet von seiner Aussichtsplattform bei gutem Wetter einen weiten Blick ins Land. Im Turm selbst hat das Café 18|97 mit Biergarten eine schöne Einkehrmöglichkeit eingerichtet – ideal zum Start oder als Belohnung nach der Runde.
Die Wanderung folgt dem Weg A 3 durch Wald und Feld, an schönen Höfen vorbei und durch das Herz der Baumberge. Unterwegs lohnt ein Abstecher in die Schrievers Kuhle, wo sich der charakteristische Baumberger Sandstein in Steilhängen zeigt. Das Pannkokenhus Teitekerl bietet eine zweite Einkehrmöglichkeit auf halber Strecke.
Die Baumberge stehen unter Naturschutz – Leinenpflicht gilt im gesamten Gebiet. Schleppleine ideal.

Am Klutensee.
Ans Wasser
Wasser ist im Münsterland allgegenwärtig – in Form von Flüssen, Kanälen, Seen, Teichen und Mooren. Optimal für planschbegeisterte Hunde wie unseren Amos. Hier ein paar seiner liebsten Wassertouren:
Klutensee bei Lüdinghausen
Der Klutensee bei Lüdinghausen ist nicht nur Teil der Burgenpatt-Runde, sondern lässt sich auch eigenständig erkunden. Eine kleine Runde um den See – mit Blick aufs Schilf, auf Wasservögel und das ruhige Wasser – ist ein schöner kurzer Spaziergang für zwischendurch. Startpunkt: Rohrkamp, Lüdinghausen.
Stockwieser Damm, Haltern am See
Ein unkomplizierter, ebener Rundspaziergang für alle, die es ruhig angehen möchten. Startpunkt ist das Lake-Inn auf dem Stockwieser Damm in Haltern. Der Weg führt durch den Wald und durch die Siedlung Overrath – ideal auch für Hunde, die lieber gemächlich traben als sprinten. Wasser an der Strecke inklusive.
Hiltruper See
Der Hiltruper See im Süden von Münster ist ein beliebtes Naherholungsziel für die ganze Familie. In Kombination mit einer Wanderung durch die Hohe Wart ergibt sich ein schöner Halbtagesausflug. Der See liegt direkt am Stadtrand von Münster-Hiltrup und ist gut mit dem ÖPNV erreichbar. Außerhalb des Freibads gilt für Menschen Badeverbot. Doch Vierbeiner finden viele geeignete Stellen zum Planschen.
Canyon Blick – Lengerich am Teutoburger Wald
Etwas außerhalb des klassischen Münsterlandes, aber als Tagesausflug oder Reisestopp absolut empfehlenswert: die Teutoschleife Canyon Blick in Lengerich. Die Rundwanderung am Kamm des Teutoburger Waldes führt zu einem gefluteten Steinbruch mit fast unwirklich türkisfarbenem Wasser – dem namensgebenden Canyon. Der Steinbruch selbst ist weiträumig eingezäunt und nicht betretbar, aber der Blick von oben ist beeindruckend. Wer bei klarem Wetter unterwegs ist, sieht von der höchsten Stelle (202 m ü. NN, Standort des einstigen Lustschlösschens) bis zu den Türmen des Osnabrücker Doms. Eine Tour mit viel Abwechslung – auch wenn der Canyon für Hunde keine Bademöglichkeit bietet.
Zur Tour: Lengerich – Teutoschleife Canyon Blick →
Die Dülmener Wildpferde – ein Highlight für sich
Es gibt Reiseziele, die man einmal gesehen haben muss. Die Dülmener Wildpferde im Merfelder Bruch bei Dülmen gehören für uns dazu. Knapp 400 wilde Pferde leben hier auf einem rund 400 Hektar großen Reservat – dem letzten seiner Art auf dem europäischen Kontinent. Seit dem Jahr 1306 urkundlich belegt, seit Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Schutz der Herzöge von Croÿ.
Von Mitte März bis Anfang November kann man die Herde an Wochenenden und Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr besuchen (Eintritt; Startpunkt: Haupttor „Zur Wildpferdebahn“, Merfeld, Dülmen). Angeleinte Hunde sind willkommen – mit einer Ausnahme: Am letzten Samstag im Mai, wenn der berühmte Wildpferdefang stattfindet und die geschlechtsreifen Hengste aus der Herde herausgefangen und versteigert werden, sind keine Hunde gestattet.
Wer die Herde an einem ruhigen Wochenende besucht, erlebt etwas Besonderes: tiefenentspannte Tiere, die dösen, schlafen, in Wasserlöchern planschen. Fohlen, die ihre ersten Schritte machen. Eine Stille, die sich überträgt – auf Besucher*innen und Hunde gleichermaßen. Unsere Empfehlung: Klappstuhl mitbringen, Thermoskanne mit Kaffee füllen und einfach zuschauen.
Das Reservat lässt sich wunderbar mit einem Besuch des benachbarten Dülmener Wildparks verbinden. Die weitläufige Parkanlage wurde 1864 vom englischen Gartenarchitekten Edward Milner für den Herzog von Croÿ entworfen und ist in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben. Damwild, Rotwild und Heidschnucken streifen frei durch den Park. Besonders beeindruckend: die vielen hundertjährigen Baumriesen, die vereinzelt in der Landschaft stehen. Der Herzteich mit seiner Holzbrücke ist ein besonders malerischer Ort. Angeleinte Hunde sind auch hier willkommen.
Zur Tour: Dülmen – Durch den Dülmener Wildpark →
Zur Tour: Dülmen – Merfelder Bruch, bei den Dülmener Wildpferden →

Im Westmünsterland – Burgen, Flüsse und ein Blick in die Niederlande
Der äußerste Westen des Münsterlandes, zwischen Borken und der niederländischen Grenze, ist noch einmal eine Welt für sich. Hier ist es ruhiger, die Dörfer kleiner, die Landschaft weiter. Ein Ausflugsziel hat uns besonders begeistert.
Vreden – an der Berkel zum Bauernhausmuseum
Die kleine Stadt Vreden im Kreis Borken liegt buchstäblich am Rand des Münsterlandes – und am Rand zu den Niederlanden. Ein Stadtbummel lässt sich hier wunderbar mit einem Spaziergang an der Berkel verbinden. Der Fluss zieht sich als grünes Band durch die Stadt und führt uns zum Bauernhausmuseum, auch bekannt als Historische Westmünsterländische Hofanlage: ein Freilichtmuseum unter alten Bäumen am Flussufer, frei zugänglich, mit funktionstüchtiger Schmiede und Wassermühle. Direkt an der Roten Brücke gibt es eine Hundefreilauffläche. Im Stadtpark gilt Leinenpflicht.
Kommt der Münsterländer aus dem Münsterland?

Die kurze Antwort: ja. Der Münsterländer trägt seine Herkunft im Namen. Seine Wurzeln liegen im Münsterland, wo seit dem 19. Jahrhundert vielseitige, langhaarige Vorstehhunde für die Jagd gezüchtet wurden. Aus diesen Linien entwickelten sich zwei eigenständige Rassen: der braun-weiße Kleine Münsterländer und der schwarz-weiße Große Münsterländer.
Beide gelten als leistungsstarke Jagdgebrauchshunde: ausdauernd, auf ihre Menschen bezogen, mit feiner Nase, hoher Arbeitsbereitschaft und – so steht es in nahezu jeder Rassebeschreibung – ausgeprägtem Jagdtrieb. Optisch erkennt man sie an ihrem mittellangen bis langen, dichten Fell mit Befederung an Läufen und Rute, den anliegenden Hängeohren und dem sportlich-eleganten Körperbau. Der Kleine wirkt etwas kompakter (um 50–56 cm Schulterhöhe), der Große deutlich hochläufiger und kräftiger.
Soweit die Theorie.
Der erste Hund in Andreas Familie war ein kleiner Münsterländer – aus dem Tierheim. Andreas’ Schwester adoptierte ihn. Buster bestätigte vieles von dem, was man über seine Rasse liest: Sanftmütig, sensibel, zu Hause beinahe katzenhaft leise. Kein Draufgänger, kein Dauerkläffer, sondern ein angenehmer, feinfühliger Mitbewohner.
Nur in einem Punkt passte er so gar nicht ins Zuchtbuch: Jagdleidenschaft? Fehlanzeige.
Buster interessierte sich nicht für „spannende“ Gerüche. Und wenn typische Beutetiere entschlossen und selbstbewusst auftraten, trat er den Rückzug an. Legendär blieb die Szene auf dem Marktplatz von Marburg: Eine beherzte Katze stellte sich ihm in den Weg – und jagte schließlich ihn über den Platz. Das Publikum amüsierte sich prächtig.
Sein Frauchen hingegen war hochzufrieden. Mit Buster ließ es sich entspannt wandern. Kein abruptes Einspringen ins Gebüsch, kein Adrenalinschub bei jeder Fährte, keine Sorge, dass der Hund dem nächsten Reh hinterher verschwindet.
Was zeigt das? Rasse beschreibt ein genetisches Potenzial, keine Garantie. Der Münsterländer ist historisch ein passionierter Jagdhund mit hoher Arbeitsbereitschaft. Doch individuelle Prägung, Herkunft, Erfahrungen und Charakter formen den einzelnen Hund mindestens ebenso stark.
Wer einem Münsterländer begegnet, sieht also meist einen eleganten, leistungsfähigen Vorstehhund mit viel Energie und Kooperationswillen. Und manchmal eben auch einen wie Buster: sanft, freundlich – und froh, wenn ihm die Katze fern bleibt.

