Steingaden, Wieskirche: Rundwanderung Brettleweg

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Kultur, Natur und ganz viel Abwechslung bietet uns diese Runde bei Steingaden. Sie führt durch die Kulturlandschaft des Pfaffenwinkels mit ihren Kirchen und Klosteranlagen, durch die offene Voralpenlandschaft rund um Litzau und schließlich ins Wiesfilz, ein echtes Hochmoor mit knorrigen Spirken, feuchten Moorsenken und seltenen Pflanzen und Tieren. Dazwischen liegt mit der Wieskirche eines der berühmtesten Bauwerke Bayerns.

Seinen Namen verdankt die Wanderung dem schönsten Abschnitt der Tour: dem Brettlweg durch das Wiesfilz. Nur wenige hundert Meter ist der Holzbohlenweg lang. Doch dieser kurze Abschnitt bleibt uns im Gedächtnis. Neben dem Weg glitzern Wasserflächen, Libellen und Schmetterlinge tanzen über dunkelgrüne Moosen, und knorrige Bäume recken ihre Äste in den Himmel. Wunderschön und ein ganz klein wenig spooky. 👹

Was unserem Hund besonders gut gefällt: Auf dem Rückweg begleitet uns ein dichtes Netz aus kleinen Bachläufen. Haareckbach, Kreistenbach und Neuhausbach plätschern durch Wald und Wiesen und bieten Amos immer wieder Gelegenheit für Planschpausen. 💦

Was uns Zweibeiner begeistert: Die Wieskirche, die seit 1983 zum UNESCO-Welterbe gehört. Sie gilt als Meisterwerk des bayerischen Rokoko. Wir mögen es schlicht. Doch diese Farben und Formen im Inneren der Kirche lassen uns staunen. Ebenfalls schön anzusehen:  das Welfenmünster in Steingaden, die ehemalige Klosterkirche des Prämonstratenserstifts, die von der fast 900-jährigen Klostergeschichte des Ortes erzählt.

Die Wanderung eignet sich ideal für Familienausflüge mit Kindern und nicht ganz so fitten Hunden und Menschen. 👨‍👩‍👧‍👦🐕

💡 Unser Tipp: Wer es naturnah liebt und an einem warmen Tag unterwegs ist, sollte den Weg nicht als Rundweg gehen, sondern stattdessen den eigentlichen Rückweg hin und zurück wandern. Dann nimmt er gleich die beiden Höhepunkte der Tour mit – den Brettlweg durchs Wiesfilz und den Besuch der Wieskirche – und ist darüber hinaus fast durchgehend im Waldschatten entlang von Bachläufen unterwegs. Für unseren Amos auf jeden Fall der schönste Teil der Tour.

🪧 Die Wege sind durchgehend gut beschildert. Wir folgen den Wegweisern Nr. 114 zunächst Richtung Litzau und Wallfahrtskirche Wies, ab der Wieskirche über Brettlweg Richtung Schlögelmühle.

🐕‍🦺 Wichtig für Hundemenschen: Im Naturschutzgebiet Wiesfilz und auf den Viehweiden, die wir passieren, gilt Leinenpflicht. Im Schutzgebiet gilt: auf den Wegen bleiben.

🥾🐾 Unter Füßen und Pfoten: Auf dem ersten Teil der Strecke bis zur Wieskirche laufen wir überwiegend auf einem geteerten, kaum befahrenen Sträßchen, ein kurzer Abschnitt führt uns auf einem Forstweg durch den Wald. Die letzten Meter bringen uns über einen traumschönen, baumbestandenen Wiesenpfad zur Wallfahrtskirche. Auf dem zweiten Teil erwarten uns überwiegend schöne Wald- und Wiesenpfade, begleitet von Wasserläufen. Ein kurzes Stück geht’s über Bretter durchs Moor. Für Kinderwagen nicht geeignet.

🗺️ Wegbeschreibung: Ausgangspunkt unserer Tour ist der Wanderparkplatz in der Kissingerstraße in Steingaden. Wir haben an der Schule geparkt. Da es Sonntag war, kein Problem. Auf der Straße Fohlenhof laufen wir Richtung Füssener Straße, vorbei an einem liebevoll sanierten Hof, der heute Schulen beherbergt. Hinter der Füssener Straße halten wir auf die charakteristische Doppelkirche des Welfenmünsters zu. Im schönen Kräutergarten um die Kirche sind Hunde nicht gestattet. An der Kirche geht’s rechts ab. Über die Welfenstraße gelangen wir zu einer Kreuzung und dem Wegweiser Nr. 114. Wir folgen ihm bergauf Richtung Litzau und Wallfahrtskirche Wies. Unser Hund nutzt die Gelegenheit und springt hinter dem Wegweiser erst einmal in den Bach.

Bald wechseln wir von der Straße auf einen Fußweg, der uns unter ausladenden Bäumen bergauf bringt. Wenig später erreichen wir die Straße nach Litzau.

Linker Hand liegt bald der Gagrasweiher unter uns. Amos macht einen Abstecher und springt in den kleinen See. Der Weiher gehört zu den historischen Fischweihern rund um Steingaden, die einst durch das Aufstauen von Bächen angelegt wurden und zur klösterlichen Wirtschaft gehörten. Weiter geht’s auf dem Sträßchen sanft bergauf nach Litzau, rechts und links des Wegs viel Grün, dahinter erheben sich die Zipfel der Ammergauer Alpen und der Tannheimer Berge aus dem Dunst.

Wir passieren eine Kapelle und wenig später die Handvoll Häuser von Litzau. Dahinter taucht unser Weg in den Wald ein. Wir folgen dem Forstweg, überqueren wenig später eine Straße und erreichen die Landvolkshochschule Wies. Hier biegen wir scharf rechts ab. Auf einem Wiesenweg zwischen Weiden, immer wieder im Schutz ausladender Bäume, laufen wir auf die Wieskirche zu.

Nach der Besichtigung – wir teilen uns wegen Amos auf – holen wir uns bei der Gastwirtschaft Schweiger an der Kirche ein Kücherl, ein Schmalzgebäck, bestreut mit ordentlich Zimt-Zucker. Das essen wir aus der Hand am Picknickplatz hinter der Kirche. Das Wieskücherl gehört für uns einfach zu einem Besuch der Wies dazu.

Weiter geht’s. Der Wegweiser Brettlweg bringt uns am Gasthof Moser vorbei und sanft bergab. Wir passieren ein Weidekreuz, laufen über eine Weide mit Schottischen Hochlandrindern und hinein in den Wald. Nach einigen Schritten beginnt der schönste Abschnitt unserer Tour: der Brettlweg durch das Wiesfilz mit seinen knorrigen Bäumen.

Über den Holzbohlenweg laufen wir durch das sumpfige Gelände. Unter uns quatscht das Moorwasser in dunklen Pfützen, in denen sich die Wolken spiegeln. Rechts und links liegen kleine nasse Senken zwischen Moosen und Moorpflanzen. Das Wiesfilz ist dabei weit mehr als ein hübscher Wanderabschnitt: Die Hoch- und Übergangsmoore zählen zu den wertbestimmenden Lebensräumen des Schutzgebiets, das wegen seiner außergewöhnlichen Vielfalt als FFH-Gebiet geschützt ist.

Der Bohlenweg mündet in einen schönen Pfad, der uns überwiegend durch Wald, kurze Abschnitte auch über offene Wiesen führt. Wasser begleitet uns nahezu durchgehend auf der Strecke, erst der Haareckbach, dann der Kreistenbach, schließlich der Neuhausbach. Gerade an warmen Tagen ist dieser Abschnitt für unseren Hund eine echte Wohltat.

Wir erreichen die ersten Häuser von Steingaden. Unser Weg mündet auf die Füssener Straße. Hier halten wir uns rechts, passieren das Fischerhaus, wo es neben Kaffee und Kuchen auch frischen Räucherfisch und Käse gibt. Dann halten wir uns leicht rechts und biegen ab auf einen Wiesenpfad. Vorbei am Wohnmobilstellplatz gelangen wir an den Neuhausbach. Er begleitet uns bis zum Ende des Wegs an einem Sägewerk, das wir schon vom Hinweg kennen.

Hier machen wir noch einen Abstecher im Eiscafé-Restaurant „Zur Taverne“. Das griechische Joghurteis hier ist ein Gedicht – und hat so gar keine Ähnlichkeit mit dem, was wir sonst unter Joghurteis serviert bekommen. Fans von griechischem Joghurt sollten das unbedingt probieren!

Vorbei am Welfenmünster geht’s nun auf schon bekanntem Weg zurück zu unserem Parkplatz.

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