Lauterburg: Rundwanderung Wental Felsenmeer und Weiherwiesen
Diese Rundwanderung bei Lauterburg führt uns und unseren Hund über die offene Hochfläche der Schwäbische Alb. Landschaftlich ist der Weg über weite Strecken unspektakulär: breite Wirtschaftswege, Wiesen, Felder und immer wieder der weite Blick über die Albhochfläche. Schön für Vierbeiner: links und rechts der befestigten Wege gibt es viel Platz zum Rennen. Uns Menschen bietet die Wanderung jedoch zwei echte Höhepunkte! ✨
Der erste ist schlicht sensationell: das Felsenmeer im Wental. Mitten in einer Wiesenlandschaft ragen hier mehr als 30 bizarre Felsformationen aus dem Boden, manche wie Türme, andere wie skurrile Figuren. Es wirkt tatsächlich ein wenig, als sei man im Reich eines Trollkönigs aus einem Fantasyfilm gelandet. Geologisch betrachtet sind diese Felsen Überreste uralter Riffstrukturen aus dem Jurameer, das vor rund 150 Millionen Jahren große Teile Süddeutschlands bedeckte. Nachdem sich das Meer zurückgezogen hatte, wurden die Kalkablagerungen durch Verwitterung, Karstprozesse und Erosion unterschiedlich stark abgetragen. Die härteren, später zu Dolomit umgewandelten Riffkörper widerstanden der Erosion und stehen heute als freistehende Felsnadeln in der Landschaft. 🦖
Ein Teil der Felsen ist zum Schutz abgesperrt, doch die Gemeinde haben einen guten Kompromiss gefunden: Große Bereiche der Kernzone sind zugänglich. Besucher dürfen auf viele der Felsblöcke steigen und herumklettern, außerdem gibt es mehrere Grillstellen. Das Konzept scheint zu funktionieren. Bei unserem Besuch wurden die abgesperrten Bereiche respektiert. Auch wenn man den spektakulären Anblick an sonnigen Wochenenden mit vielen anderen teilen muss und für Hunde Leinenpflicht gilt, lohnt sich der Abstecher unbedingt.
Der zweite Höhepunkt wirkt im Vergleich unscheinbarer, ist aber aus naturkundlicher Sicht mindestens genauso spannend: das Naturschutzgebiet Weiherwiesen. Hier liegen kleine Weiher, nasse Wiesen und ein kurzer Bachlauf dicht beieinander, der schließlich in einer Doline verschwindet. In den Feuchtwiesen blühen Trollblumen, sonnengelbe Arnika und im Frühjahr auch Wollgras. Vögel wie der Zwergtaucher und Amphibien wie der Grasfrosch finden hier einen Lebensraum. Gleich daneben beginnt schon wieder eine andere Welt: trockene Wacholderheiden mit Thymian, Heidekraut und auffälligen Ameisenhügeln. 🦆
Dass es ausgerechnet hier auf der Albhochfläche Gewässer gibt, ist eine kleine geologische Besonderheit. Normalerweise versickert Wasser auf der stark verkarsteten Schwäbische Alb sofort im Kalkgestein. In den Weiherwiesen liegt jedoch eine dichte Schicht aus Feuersteinlehm über dem Kalk. Sie wirkt wie eine natürliche Abdichtung und ermöglicht diese seltenen Feuchtlebensräume. Die Weiher müssen allerdings etwa alle 40 bis 50 Jahre entschlammt werden, damit sie nicht verlanden. Naturschutz wird hier also tatsächlich zu einem Generationenprojekt. 🌿🐾
🪧Unser Wanderweg ist durchgehend gut beschildert mit einem stilisierten blauen Unendlichkeitszeichen bzw. einer Schleife, dazu die Beschriftung „ES 4 Wental“
⚠️🐕🦺 Leinenpflicht in ausgewiesenen Naturschutzgebieten Wental und Weiherwiesen.
🥾 🐾 Unter Füßen und Pfoten: Feinschotter auf mehr als der Hälfte der Strecke, etwa ein Drittel asphaltierte Wirtschaftswege, die nur landwirtschaftlich genutzt werden, ein Drittel Wiesenpfade. Rechts und links des Wegs gibt’s allerdings immer viel Grün für unseren Hund.
🗺️Wegbeschreibung: Unsere Rundwanderung beginnt am Parkplatz bei der Kirche in Lauterburg. Wer mit Wohnmobil unterwegs ist: Das lässt sich auf dem Parkplatz an der Schule abstellen. Wir laufen vorbei an der Ruine des ehemaligen Schlosses mit der einstigen Schlosskirche. Achtung: Die Nebengebäude sind bewohnt. Also keine Besichtigung durch das Gemäuer unternehmen!
Wir folgen der Straße durch Lauterburg, halten uns leicht rechts und gelangen kurz vor dem Ortsrand zu einem Spielplatz. Dort biegen wir links auf ein geteertes Sträßlein ein, das von Lauterburg zu den Windkraftanlagen führt. Zwischen Feldern erreichen wir eine Stelle, an der ein Weg aus dem Wald kommt. Diesen überqueren wir und folgen dem Waldrand nun im leichten Rechtsbogen weiter. Bald gelangen wir auf eine kleine Anhöhe mit schönem Blick über die weite Hochfläche zurück nach Lauterburg.
Der Feldweg führt uns weiter Richtung Birkenteich. Am Ortseingang biegen wir zunächst links ab, dann gleich wieder rechts und erreichen kurz darauf den Weiler. Am Ortsende gehen wir links weiter und gelangen wieder ins Wental.
Wenig später stehen wir an einer Wegkreuzung bei zwei großen Dolinen. Hier versickert das Oberflächenwasser im Karstgestein und tritt erst am Brenzursprung in Königsbronn wieder zutage. Am Wegesrand erinnert ein Gedenkstein an Pfarrer Friedrich Weng aus Bartholomä, der hier im Jahr 1632 während des Dreißigjährigen Krieges ermordet wurde, weil er das letzte Geld und die wenigen Lebensmittel der Dorfbewohner nicht herausgeben wollte.
Wir folgen dem Weg weiter durch das Tal und erreichen bald das Naturschutzgebiet Wental. Je tiefer wir hinein gehen, desto vielfältiger und eindrucksvolles präsentieren sich die Dolomitfelsen des Felsenmeers. Am Ende des Weg gelangen wir zum Landhotel Wental.
Wir laufen den Weg zurück, den wir gekommen sind. Hinter dem Kerngebiet des Felsenmeers biegt rechts an einer Bank der Wentalweg ab. Wir folgen dem ansteigenden Wanderweg hinauf in den Wald und biegen an der nächsten Kreuzung links ab.
Der Weg steigt stetig an und bringt uns schließlich zum Weiler Irmannsweiler. Wir gehen geradeaus durch den Ort, halten uns leicht rechts und verlassen den Weiler wieder in Richtung Wald. Nach einem kurzen Anstieg und über freie Flächen gelangen wir zum oberen Weiher des Naturschutzgebiets Weiherwiesen. Mit unserem Hund nun an der Leine laufen wir an den Weihern vorbei. Wer mag, kann hier einen Abstecher auf einen Holzbohlenpfad machen, der um den zweiten Weiher herumführt.
Wenig später erreichen wir eine Wegkreuzung. Hier halten wir uns rechts, nach wenigen hundert Metern biegen wir links ab und gelangen wieder an den Waldrand. Schließlich verlassen wir den Wald und erreichen eine Panoramabank am Beginn einer weiten offenen Wiese. Von hier genießen wir einen schönen Blick über die Hochfläche der Alb Richtung Essingen und Aalen sowie nach Bartholomä. Zeit für eine Pause. Einfach weil der Blick so schön ist. 🤩
Wir folgen dem Wiesenweg über die Albhochfläche und gelangen schließlich zum Skilift Hirtenteich. Kurz danach passieren wir den Kletterturm der Aalener Bergwacht, bevor wir wenig später wieder den Parkplatz bei der Kirche in Lauterburg erreichen, unseren Ausgangspunkt.
- Sommer/Herbst
- Winter/Frühling
- Einkehr möglich
- kostenlose Parkplätze
- Leinenpflicht in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten

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