Lengerich: Teutoschleife Canyon Blick

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Auf unserem Weg mit Hund und Van aus dem Ruhrgebiet nach Dänemark haben wir in Lengerich nahe der Autobahn Station gemacht. Unser Plan: die Teutoschleife „Canyon Blick“ zu gehen. Unser Fazit gleich vorab: Diese abwechslungsreiche Rundwanderung am Kamm des Teutoburger Waldes macht Mensch und Hund sogar bei Hochnebel Spaß – auch wenn wir dann auf die Ausblicke übers Hügelland und bis zu den Türmen des Osnabrücker Doms verzichten müssen. Was unserem Amos besonders gut gefallen hat: der ständige Wechsel zwischen Wald und Wiese und die dicken Laubteppiche, durch die man wunderbar fetzen kann – wenn man Hund ist. ☺️

Ihren Namen verdankt die durchweg bestens ausgeschilderte Tour einem gefluteten Steinbruch mit fast unwirklich türkisfarbenem Wasser. Der Canyon entstand durch den früheren Kalksteinabbau, dessen Ursprung gut 400 Jahre zurückreicht. Nachdem der Betrieb aufgegeben wurde, entwickelte sich das Gelände zu einem wertvollen Rückzugsraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, vom Uhu bis zum gewöhnlichen Fransenenzian. Heute steht der Bereich als Naturschutzgebiet „Steinbruch im Kleefeld“ unter Schutz. Zur Landschaftspflege werden hier Ziegen eingesetzt – sie halten die Flächen offen und verhindern, dass seltene Trockenrasen verbuschen. 🦉🍂

Die Runde verbindet Natur, Kultur und Geschichten. Zum Beispiel die Geschichte des Lustschlösschens. Auf dem höchsten Punkt im Stadtgebiet von Lengerich (202 m ü. NN) liegen die Reste des sogenannten Lustschlösschens. Bis 1910 stand hier eine Schutzhütte. Ihren Spitznamen erhielt sie, weil ein Leedener Pastor hierher „lustwandelte“ und Predigten vorbereitete – nach eigener Aussage dem Himmel besonders nah. Die Fundamente der Schutzhütte sind noch sichtbar. Von diesem höchsten Punkt unserer Tour reicht der Blick bei klarer Sicht bis zu den Türmen des Osnabrücker Dom.

Kurz vor Ende der Tour gibt es noch einmal eine Dosis hundeverträgliche Kultur: Der ALVA-Skulpturenpark Teuto-Kamm zeigt zeitgenössischen Arbeiten unter freiem Himmel. Ein Kontrast dazu ist der Hortensia-Garten auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs der früheren psychiatrischen Kliniken. Die Kapelle aus den 1920er-Jahren steht heute unter Denkmalschutz. Zur Hortensienblüte erhebt sich der Garten als Farbenmeer aus dem Wald. Das muss traumhaft schön sein. 💮🌸

🐕‍🦺Unser Weg verläuft weitgehend durch Naturschutzgebiet. Mit und ohne Hund gilt: auf den Wegen bleiben. Wer keinen jagdlich ambitionierten Vierbeiner dabeihat, kommt hier gut mit einer Schleppleine zurecht.

🥾🐾 Unter Füßen und Pfoten: überwiegend weiche Wiesen- und Waldwege, dazu kurze Abschnitte auf geschotterten Forstwegen und kaum befahrenen, asphaltierten Sträßchen.

🗺️Wegbeschreibung: Start ist der große Parkplatz unterhalb der alten Friedhofskapelle beim Hortensia-Garten. Auf dem Parkplatz lässt sich auch ein Wohmo abstellen. Wir verlassen den Parkplatz über den Wanderweg und laufen an der Wiese entlang bergauf. Der Pfad taucht ein in den Wald und führt uns nach rechts. Vor dem Gelände der LWL Klinik geht’s links ab und bergauf. Von nun an werden wir immer der Beschilderung „Teutoschleife Canyon Blick“ bzw. dem Symbol grüner Pfad mit blauem Band folgen.

Wir kreuzen einen Teerweg und steigen dann steil an durch dichtes Laub auf den Lengericher Berg. Oben angekommen halten wir uns rechts. Vor der Wanderhütte „Max und Moritz“, die bei guter Sicht Weitblick bietet, knickt unser Weg scharf links ab. In sanftem Auf und Ab folgen wir dem Wanderweg im abwechslungsreicher Wechsel aus Wiesenwegen, Heckenpfaden und Waldpassagen zu den Brauteichen mit Rastplatz.

Weiter geht es Richtung Leeden, vorbei an Höfen und Waldrändern. Ein Abzweig ermöglicht einen kurzen Abstecher in den historischen Ortskern. Wir bleiben auf dem Weg.

Wir passieren einen Alpakahof, wandern zwischen Feldern Richtung Wald. Unser Wanderweg bringt uns durch durch Nadel- und Mischwald mit hohen Farnen hinauf auf den Leedener Berg. Wir erreichen den höchsten Punkt unserer Tour: den Standort des ehemaligen Lustschlösschens mit Kreuz und Infotafel. Der Fernblick bleibt uns heute leider verwehrt. Trotzdem schön hier.

Durch Laubwald und lichte Birkenabschnitte führt der Weg hinunter, passiert Gut Stapenhorst und gewinnt erneut Höhe am Teuto-Kamm. Kurz darauf zweigt der Pfad zum namensgebenden Aussichtspunkt ab. Bis hierhin waren wir weitgehend allein unterwegs. Hier am Aussichtspunkt über dem gefluteten Steinbruch-Canyon mit seiner markanten Farbe drängen sich Ausflügler*innen an der Absperrung. Das Gebiet ist weiträumig eingezäunt. An den Canyon kommen wir nicht nahe heran. Keine Planschpause für Amos, der zum Glück nicht weiß, was ihm entgeht. 😊  

Wir folgen dem Wanderweg an der Absperrung entlang. Er bringt uns durch den Wald und bergab durch den Skulpturenpark. Die Kunstwerke, gefertigt aus Stein und Holz, fügen sich unaufdringlich in die Landschaft. Über offene Flur steigen wir bergauf, vorbei an einem Freilichttheater, das aus den Zweigen alter Weiden geformt ist.  Wir erreichen den Hortensia-Garten. Vorbei an der Kapelle geht es zurück zu unserem Parkplatz.

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