Portofino mit Hund und Wohnmobil
Auf der Flucht vor Minusgraden und Schneeregen sind wir mit unserem Hund Amos und unserem Van mehr durch Zufall an der italienischen Riviera gelandet. Mitten im Winter. Erst nach dem Urlaub haben wir erfahren, dass dieser Küstenstreifen rechts und links von Genua zu den mondänsten und meistbesuchten Ecken Italiens zählt. 😮 Das gilt gerade für Portofino und das benachbarte Santa Margherita Ligure – beides Orte, die Schöne, Reiche und / oder Prominente aus der ganzen Welt anziehen. Wären wir dorthin gefahren, wenn wir das vorher gewusst hätten? Vermutlich nicht. Was für ein Glück, dass es uns dennoch hierhin verschlagen hat. Denn die italienische Riviera hat uns und unseren Amos sofort begeistert. Die liebliche Landschaft mit ihren terrassierten Hängen, dem türkisblauen Meer und den historischen Bauten in Bonbonfarben ebenso wie das milde Klima, das gute Netz der Wanderwege und die Hundefreundlichkeit. ♥️🦴
Wie uns Einheimische erzählten, sind der Winter und der noch junge Frühling ihres Erachtens die besten Jahreszeiten für einen Urlaub an der italienischen Riviera – mit und ohne Hund. Dann findet man auch noch (bezahlbare) Parkplätze, was in dieser Ecke Italiens in der Hauptsaison unmöglich ist. 🚙
Unsere Erfahrungen mit Hund und Wohnmobil in Portofino und Umgebung, unsere schönsten Wanderungen und Lieblingsorte haben wir hier für dich zusammengestellt.
Italienische Riviera: Lage und Besonderheiten
Die italienische Riviera bezeichnet den ligurischen Küstenstreifen im Nordwesten Italiens. Und der gehört vollständig zur Region Ligurien. Das Gebiet zieht sich bogenförmig entlang des Mittelmeers von der französischen Grenze bis zur Toskana und gliedert sich in zwei Abschnitte: die Riviera di Ponente im Westen von Genua und die Riviera di Levante östlich von Genua. Schon diese Namen klingen wie aus einem Romantik-Film. 😍
- Riviera di Ponente („Riviera des Sonnenuntergangs“): Sie reicht von Ventimiglia bis Genua. Typisch sind breitere Strände, Palmen, mildes Klima und eleganten Badeorten wie Sanremo oder Alassio. Bekannt auch für seine Blumenfelder.
- Riviera di Levante („Riviera des Sonnenaufgangs“): von Genua bis La Spezia – wilder, steiler, dramatischer. Hier reihen sich Felsküsten, kleine Buchten und ikonische Orte wie Camogli, Portofino oder die Cinque Terre aneinander.

Blick auf Schloss Paraggi
Was die Region so besonders macht 🌊🌸
Wie schon unzählige Gäste vor uns haben auch wir uns Knall auf Fall in die italienische Riviera verliebt. Der Zauber dieser Region ergibt sich vermutlich aus dem Kontrast: steile abfallende Hänge treffen unmittelbar auf das Meer. Dazwischen klammern sich farbenfrohe Küstenorte an Felsnasen. Darunter liegen kleine Buchten mit schmalen Häfen, pastellfarbenen Fassaden und Kirchen, die oft spektakulär über dem Wasser thronen. Terrassierte Hänge – teils schon vor Jahrhunderten angelegt – tragen Olivenhaine, Weinreben, Zitronen und üppige Blumen. Im Winter bringen Orangen Farbe ins Spiel. Das Licht ist klar, das Meer blau-grün-türkis, die Vegetation mediterran und das Klima selbst im Januar mild. Hier glaubt man sofort, dass Frühling und Sommer nur ein paar Wochen entfernt sind.
Trotz der Touristenwogen, die Jahr für Jahr durch die Region fluten, schienen uns die Wälder an den Bergflanken über dem Meer noch intakt. Das soll auch für die Landschaft unter der Wasserlinie gelten. Dafür sorgen die vielen Schutzgebiete im und über dem Meer. An der Riviera di Levante hat uns der Naturpark Portofino (Parco Regionale di Portofino) begeistert. Er schützt die grüne Halbinsel zwischen Camogli und Santa Margherita Ligure und bietet dichte Wälder, Macchia, alte Maultierpfade und atemberaubende Aussichtspunkte über dem Meer. Hier treffen Natur, Geschichte und traditionelle Nutzung auf engem Raum zusammen. Der Naturpark bietet ein dichtes Wanderwegnetz. Schon allein deshalb wollen wir wiederkommen. Denn es gibt noch soooo viel zu entdecken. 🥾

Portofino: Vom Fischerdorf zum Mythos ✨
Das kleine Portofino ist der wohl berühmteste Ort der italienischen Riviera. Ursprünglich ein einfaches Fischerdorf, entwickelte sich Portofino bereits im späten 19. Jahrhundert zum Treffpunkt des europäischen Adels. Im 20. Jahrhundert folgten Künstler:innen, Schriftsteller:innen und schließlich die internationale High Society. Namen wie Elizabeth Taylor, Humphrey Bogart, Sophia Loren oder Brigitte Bardot prägten den Mythos, der bis heute anhält.
Portofino bietet eine perfekte Kulisse für Postkartenromantik: ein sichelförmiger Naturhafen, gesäumt von hohen, schmalen Häusern in warmen Farben, darüber grüne Hänge und eine mächtige Burg – kein Hollywood-Regisseur hätte sich das schöner ausdenken können. Der legendäre Platz am Wasser – die Piazza Martiri – sei in der Hauptsaison so voll mit Menschen, dass man Pflaster nicht sehen könne. Das erzählte uns die nette Verkäuferin in der Bäckerei. An diesem sonnigen Winterwochenende haben wir uns die Piazza nur mit ein paar gut gelaunten Italiener*innen geteilt. Und die wirkten meist wie Normalverdiener*innen. Anders im Sommer, wenn sich hier die Prominenz mit dem Hubschrauber einfliegen lässt. Dann gilt wohl, was in vielen Reiseführern zu lesen ist: Portofino steht wie kaum ein anderer Ort für Dolce Vita, Eleganz und mediterrane Exklusivität.
Zufahrt, Parken & Verkehr: eine Herausforderung 🚗
So reizvoll die Orte der Riviera sind – in der Hauptsaison (Frühjahr bis Herbst, besonders Sommer) wird die Anreise zur Geduldsprobe. Die Küstenorte liegen oft an steilen Hängen, die Straßen sind schmal, Parkraum ist extrem begrenzt – und teurer als eine Niere. Viele Orte setzen daher auf Zufahrtsbeschränkungen, Park-and-Ride-Systeme oder den Umstieg auf Zug und Boot. Hunde sind in der Regel in all diesen alternativen Verkehrsmitteln erlaubt (mit Leine, oft Maulkorbpflicht, die aber nicht sehr streng kontrolliert wird. Trotzdem einpacken!).
Angesichts des knappen Raums und der vielen Menschen ist es unseres Erachtens absolut nachvollziehbar, dass der Verkehr gelenkt werden muss. Doch wer wie wir mit einem Wohnmobil oder Van unterwegs ist, sieht sich vor besondere Herausforderungen gestellt:
- Tiefgaragen sind häufig die einzige Parkoption – mit niedrigen Durchfahrtshöhen, die selbst für kompakte Vans zum Ausschlusskriterium werden.
- Stellplätze in oder nahe der Orte sind rar oder gar nicht vorhanden.
Auch deshalb ist ein Wintertrip so reizvoll: weniger Verkehr, entspannteres Parken und eine Riviera, die ihre entspannte Seite zeigt.
Doch auch im Winter kann‘s mit Van an schönen Wochenenden und Feiertagen vielerorts eng bis problematisch werden. Nur ein Beispiel: Nach einer Wanderung in San Rocco, einem hochgelegenen Ortsteil von Camogli, wollten wir uns die Bucht mit der Festung von Camogli anschauen. Eine Idee, die viele andere Italiener*innen auch hatten. Kein Parkplatz für uns.
Unsere Empfehlung: Gute Planung sorgt für Entspannung! Schaut euch vorher gut an, ob ihr euren Zielort nicht über einer schönen Wanderung von einem außerhalb gelegen Parkplatz erreichen könnt. Auf diese Weise haben wir schon in ganz Europa tolle Wanderwege für uns und unsere Hunde entdeckt – zum Beispiel auch den Spaziergang vom Parkplatz in Paraggi nach Portofino. Das beste Planungstool ist unsers Erachtens „OpenStreetMap“ – weil hier wirklich jeder Wanderweg verzeichnet ist, (inklusive Zäune, Gatter, Brunnen, Picknickplätze, etc.
Darum ist der Winter ideal mit Hund & Wohnmobil
Ruhiger Verkehr
In der Nebensaison (Herbst–Frühjahr) sind viele Küstenorte deutlich leerer. Verkehrsstaus, Zufahrtsbeschränkungen und Parkplatznot – in der Hochsaison besonders für Wohnmobile ein Problem – sind im Winter deutlich reduziert.
Parken einfacher
Wohnmobilstellplätze und öffentliche Parkplätze sind leichter erreichbar, und niedrige Tiefgaragen-Durchfahrten (für Vans oft ein Ausschlusskriterium im Sommer) spielen keine so große Rolle, weil man Alternativen findet. Unterwegs mit Wohnmobil bleibt aber auch im Winter an sonnigen Wochenenden eine Herausforderung.
Mehr Freiraum für Hunde
Im Winter dürfen Hunde außerhalb der offiziell ausgewiesenen Strände oft überall am Meer laufen und spielen, weil die Badesaison-Beschränkungen (in der Regel 1. Mai – 30. September) dann nicht gelten.
Mehr Natur, weniger Trubel:
Spaziergänge an Küste, in Buchten und im Naturpark Portofino sind entspannter, weil deutlich weniger Menschen unterwegs sind. Das bedeutet auch mehr Freiheiten für Hunde, die dann bspw. mit Schleppleine wandern und mehr toben können.
Unsere Campingplätze im Winter

Bucht in Sestri Levante
Die italienische Riviera ist ein klassisches Urlaubsziel für Badegäste. Das bedeutet: Außerhalb der Badesaison haben fast alle Campingplätze geschlossen. Wir haben lange in der Umgebung von Portofino gesucht und nichts gefunden. Dann haben wir uns nach Stellplätzen für Wohnmobile umgeschaut – weil die ja oft ganzjährig geöffnet sind. Hier wurden wir dann fündig.
Viele Plätze waren schlecht bewertet und /oder lagen innerstädtisch laut, dich umbaut und umgeben von Straßen. Ungeeignet fürs Übernachten mit Hund. Denn wir wollen es Grün für unseren Vierbeiner, nicht bloß eine Verkehrsinsel für den Morgen und den Abend.
Wir haben gerade mal zwei Plätze gefunden, die unseren Kriterien entsprachen:
Levante Camper in Sestri Levante. Der Stellplatz bietet alle Annehmlichkeiten eines Campingplatzes – von Trinkwasseranschluss an der Parzelle bis Duschen. Seine Lage ist ziemlich unschlagbar: ruhig am Ende einer Sackgasse, von Grün umgeben, nur wenige Schritte vom Meer entfernt, nur 2 km von der Autobahn. Und der Bahnhof ist zu Fuß zu erreichen. Das erleichtert den Umstieg auf den Zug für entspannte Ausflüge mit Hund ohne Parkplatzsorgen. Ein absoluter Pluspunkt an der italienischen Riviera.
Der Ort Sestri Levante präsentiert sich mit allen Vorzügen, die für die Region so typisch sind: eine sichelförmige Bucht, eine historische Altstadt mit bunten Fassaden, die auch die vorgelagerte Halbinsel Portobello umfasst. Dahinter erheben sich terrassierte, bewaldete Hänge mit vielen Wanderwegen und Aussichtspunkten. Wenn wir das nächste Mal in die Gegend kommen, werden wir hier übernachten. Das haben wir fest eingeplant. 😊 Mehr Infos: Levantecamper.com
Stellplatz „La Rosa“ in Coreglia Ligure, etwa 15 km vom Meer und rund 50 km von Genua entfernt. Wir hatten uns dieses Mal für „La Rosa“ entschieden, ganz einfach weil die Fotos vom Platz und der Umgebung so einladend erschienen. 🤩

Das komplett umzäunte Gelände liegt im Talgrund an einer kaum befahrenen Straße, umgeben von grünen Hügeln, auf denen Bergdörfer thronen. Der Platz bietet 14 Stellplätze mit Trinkwasser- und Stromanschluss (3 Ampere) sowie 6 freie Stellplätze ohne eigene Trinkwasser- oder Stromanschluss. WLAN ist auf dem gesamten Gelände verfügbar und tatsächlich recht stabil. Der Sohn des sehr freundlichen und bemühten Campingplatzbesitzers ist IT-Experte. Das merkt man. 😁Weiteres Technik-Highlight: Der Campingplatz ist videoüberwacht mit Kameras mit Kennzeichenerkennung, die auch die Einfahrtsschranke öffnen. Duschen und Toiletten sind modern gestaltet und supersauber.
Einziges Manko: Münzduschen, die manchmal die Münzen einfach schlucken und im ganzen wenig benutzerfreundlich sind. Auch im Winter sind die Duschräume unbeheizt, an den Waschbecken gibt’s nur kaltes Wasser – nichts für empfindlichere Naturen.
Vom Stellplatz kann man sehr schön durch den Wald hoch zur Kirche San Nicolò wandern. Mit schönen Tiefblicken.

Was jeder Hund ebenfalls als Pluspunkt bewerten würde: im nahen Ortsteil Pian dei Ratti, nur wenige Schritte entfernt am anderen Ufer des Torrente Lovagna, gibt es eine bekannte Metzgerei mit langer Tradition.
Wer mag, kann dort einkaufen und das Fleisch auf den schön angelegten Grillplätzen des Stellplatzes La Rosa zubereiten.
Mehr Infos zum Stellplatz „La Rosa“ findet ihr auf casavacanzalarosa.com
Wandern mit Hund im Naturpark Portofino

Die italienische Riviera ist unserer Meinung nach kein Ziel für Menschen, die Badeurlaub verbringen wollen, am liebsten mit lange Strandspaziergänge und entspanntem Chillen am Wasser. Dazu sind die Buchten zu klein, die Strände oft zu steinig und in der Badesaison zu überlaufen. Doch die Region eignet sich wunderbar fürs Wandern und Entdecken mit Hund.
Gepflegte Wanderwege in allen Schwierigkeitsgraden erwarten euch westlich und östlich von Genua. Wir sind hier unterwegs auf teils uralten Pilger- und Handelswegen. Vielerorts treffen wir auf gepflasterter Spazierwege, die für Zwei- und Vierbeiner angenehm zu gehen sind. Bekanntes Beispiel: die Salita San Giorgio in Portofino, die uns von der Piazza Martiri dell’Olivetta hinauf zum Castello Brown bringt. Viele Orte sind durch historische Treppenwege verbunden. Diese kosten zwar etwas Puste, stellen technisch aber keine Herausforderung dar. Gut für eine kleine Trainingseinheit gegen das Bäuchlein (hat unser Hund genauso wie wir). 🏋

Treppenaufgang im Wald von San Rocco.
Außerhalb der Orte führen die Wanderwege durch die bewaldeten Hänge oberhalb der Steilküste. Hier ist die Riviera überraschend grün und still. Typisch ist die mediterrane Macchia, ein dichter Bewuchs aus immergrünen Sträuchern wie Myrte, Rosmarin, Wacholder und Mastix. Dazu kommen Aleppo- und Schirmpinien, Steineichen sowie Kastanienwälder in höheren Lagen. Im Frühjahr und Winter blühen an geschützten Stellen Alpenveilchen, Anemonen und wilder Ginster – selbst in der kühleren Jahreszeit wirkt die Landschaft alles andere als karg. Wir hatten das Gefühl, viel weiter weg im Süden zu sein, als wir es geografisch tatsächlich waren.
Die Tierwelt ist vielfältig: Wir haben Eidechsen auf sonnenwarmen Steinen beobachten, und über den Klippen und unseren Köpfen kreisten Wanderfalken. Die ruhigen Waldabschnitte bewohnen Wildschweine und Rehe, nicht anders als bei uns. Überall haben wir ihre Spuren gesehen. Jagdlich ambitionierte Hunde sollte man also an die Leine nehmen, denn irgendein verlockender Duft liegt hier immer in der Luft.

Typisch für die Cinque Terre: Bunte Häuser kleben an Felsen wie Schwalbennester.
Besonders bekannt – und entsprechend beliebt – sind die Wanderwege zwischen den Dörfern der Cinque Terre. Die fünf Orte Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore gehören zu den bekanntesten Küstenensembles Italiens. Historische Fußwege verbanden die Dörfer jahrhundertelang miteinander, lange bevor es Straßen oder Bahnlinien gab.
Der berühmteste Abschnitt ist der Sentiero Azzurro, der sich in einzelnen Etappen entlang der Küste zieht. Teilstücke wie die Via dell’Amore zwischen Riomaggiore und Manarola sind weltbekannt, andere Abschnitte deutlich anspruchsvoller. Abseits davon führen höher gelegene Wege durch Weinberge, Olivenhaine und kleine Waldstücke – oft mit grandiosen Blicken aufs Meer. Für das Wandern mit Hund gilt hier: wunderschön, aber je nach Abschnitt sehr trubelig und in der Saison stark reglementiert. Also auch hier besser im Winter kommen. Genau das haben wir uns vorgenommen.
Wir selbst waren im Naturpark Portofino (Parco Naturale Regionale di Portofino) unterwegs. Er umfasst die gesamte Halbinsel zwischen Camogli, Santa Margherita Ligure und Portofino und reicht vom Meeresspiegel bis auf knapp 600 Meter Höhe hinauf. Verwaltet wird der Park gemeinschaftlich von den beteiligten Gemeinden sowie der Region Ligurien.

Was diesen Naturpark so besonders macht, ist die extreme landschaftliche Vielfalt auf kleinstem Raum: Steilküsten und Badebuchten treffen auf dichte Wälder, alte Terrassenanlagen, Klöster, Kirchen und historische Wege. Viele Pfade folgen ehemaligen Pilger-, Handels- oder Versorgungsrouten, die seit Jahrhunderten genutzt werden. Trotz der Nähe zu bekannten Hotspots ist man hier oft überraschend ruhig unterwegs – vor allem außerhalb der Hauptsaison. Für uns ein echtes Highlight an der italienischen Riviera.

Typisch für die Region: Natur trifft auf Kultur wie hier an der Abtei San Fruttuoso.
Typisch für den Naturpark Portofino ist die enge Verbindung von Natur und Kultur. Genau das spiegelt sich auch in den Wanderungen wider, die wir hier mit Amos unternommen haben: abwechslungsreich, aussichtsreich und voller Geschichte. Genauso wie wir es lieben. 😍
Unsere Wanderungen im Naturpark Portofino
Von Paraggi nach Portofino auf der Passeggiata dei Baci
Ein kurzer, aber wunderschöner Küstenweg. Nicht nur für Verliebte. Direkt oberhalb des Meeres verbindet er die Bucht von Paraggi mit Portofino und bietet immer wieder Blicke auf das tiefblaue Wasser. Ideal für eine entspannte Runde, um anzukommen – auch mit Hund gut machbar und perfekt kombinierbar mit einem Bummel durch Portofino.
Von Portofino nach San Fruttuoso di Camogli
Für uns eine absolute Traumtour. Diese Wanderung führt mitten hinein in das Herz des Naturparks. Über historische Pfade geht es durch Wald, über Höhenzüge und schließlich hinunter zur berühmten Abtei von San Fruttuoso, die spektakulär in einer kleinen Bucht liegt. Eine Tour, die landschaftlich wie kulturell zu den Klassikern der Region zählt – abwechslungsreich, fordernd, aber absolut lohnend.
Camogli: Von San Rocco zu Porto Pidocchio und Punta Chiappa
Eine Küstenwanderung mit viel Weitblick: Von San Rocco geht es hinab Richtung Meer, vorbei an alten Häusern, kleinen Buchten und rauen Felsen. Das Ziel ist die Gegend um Punta Chiappa – wild, ursprünglich und deutlich weniger geschniegelt als manch anderer Ort an der Riviera. Eine großartige Tour für alle, die das ursprüngliche Ligurien erleben möchten.
Leinenpflicht & Naturschutz im Naturpark Portofino 🐾🌿
Der Naturpark Portofino ist ein geschütztes Gebiet mit sensiblen Lebensräumen – entsprechend wichtig ist ein rücksichtsvoller Umgang. Grundsätzlich gilt für Menschen mit Hund:
- Hunde sind auf den Wanderwegen willkommen, solange sie unter Kontrolle sind und weder Wildtiere noch andere Besucher:innen bedrängen.
- Eine generelle, durchgehende Leinenpflicht auf allen Wegen besteht nicht flächendeckend.
- In sensiblen Bereichen oder zu bestimmten Zeiten können Einschränkungen gelten. Beschilderungen beachten.
Hundestrände und Baden mit Hund an der italienischen Riviera

Die italienische Riviera gilt nicht als klassische Hochburg für Hundestrände – doch es gibt sie, vor allem in Liguriens westlichem Teil und vereinzelt auch in der Levante. Wichtig zu wissen:
- Offizielle „Bau Beach“-Abschnitte – so heißen Hundestrände in Italien – sind meist klar ausgewiesen und unterliegen lokalen Regelungen.
- In der Hauptsaison (ca. 1. Mai bis 30. September) dürfen Hunde nur an offiziell ausgewiesene Hundestrände oder –bereiche.
- Außerhalb der Hauptsaison (oft von Oktober bis April) sind Hunde an vielen Stränden geduldet oder ausdrücklich erlaubt, selbst dort, wo im Sommer Verbote gelten.
Typisch für Ligurien sind kleine Kies- und Felsbuchten, die abseits großer Badeanlagen liegen. Hier ist man im Winter oft ganz für sich. Baden ist dann eher etwas für Hartgesottene. Unser Amos geht allerdings auch im Winter planschen. 🐕❄️
Bekannte Hundestrände an der italienischen Riviera
Bau Bau Beach – Albissola Marina (Savona)
Einer der bekanntesten Hundestrände Liguriens mit Ausstattung für Hunde (Duschen, Trinkwasser etc.).
Baba Beach – Alassio (Savona)
Hundestrand mit Bereichen für Vierbeiner, Hundeduschen und Terrassen.
Spiaggia Libera Attrezzata per Cani – Lavagna (Sestri Levante)
Kleiner, ausgewiesener Hundestrand an der Levanteküste.
Spiaggia per Cani – Ventimiglia (Imperia)
Freier Hundestrand am westlichen Ende der Riviera.
Il Lido di Fido – Chiavari (Genua)
Der Treffpunkt für Einwohner*innen von Genua, die mit Hund schwimmen wollen.

Wer genau hinsieht, entdeckt den Retriever rechts im Hafenbecken.
Strände in der näheren Umgebung von Portofino🐕
Direkt in Portofino selbst gibt es keinen offiziellen Hundestrand, da die Küste hier überwiegend felsig ist; Paraggi Beach (nahe Portofino) ist der einzige etwas größere Badestrand in der Nähe. Dort haben wir aber keine als solche ausgewiesene Hundezone gesehen.
Allerdings gibt es entlang der Levante-Küste (z.B. in Santa Margherita Ligure) kleinere Buchten und Abschnitte, die sich im Winter wunderbar zum freien Toben am Meer eignen. Offizielle Hundestrände sind dort zwar rar, aber außerhalb der Sommer-Badesaison dürfen Hunde in der Regel ins Wasser, sofern lokale Regelungen beachtet werden.
Wir haben einem Flat Coated Retriever lange dabei zugesehen, wie er im kleinen Hafenbecken von Porto Pidocchio im glasklaren Wasser geschwommen ist – und die Umstehenden haben es gefeiert. 😊
Einreisebestimmungen, Leinenpflicht & Hundefreundlichkeit

San Rocco hat einem Hund als treuestem Freund des Menschen sogar ein Denkmal gesetzt. 🙂
Wir haben die italienische Riviera rund um Portofino als sehr hundefreundlich erlebt – auch wenn es hier klare Regeln gibt. Die braucht man sicher auch für das Miteinander in kleinen Orten mit sehr vielen Gästen. In den meisten Dörfern und Städtchen gilt Leinenpflicht im Ortsgebiet. Diese ist entsprechend ausgeschildert, ebenso die Pflicht, Hundekot aufzusammeln.
Auf unseren Wanderungen abseits der Zentren haben wir keine expliziten Hinweise auf Leinenpflicht gesehen. Unterwegs war auch recht wenig los. An Wochentagen ist man im Winter sogar meist allein unterwegs. Im Sommer soll es auf beliebten Wanderstrecken ziemlich überfüllt sein. Dann empfiehlt es sich natürlich, den Vierbeiner mit Rücksicht auf Nichthundemenschen anzuleinen.

ür Schwimmen mit Hund gelten in der Hauptsaison besondere Regeln. Die Liegeflächen am Meer sind in diesem Teil Italiens sehr beschränkt. Dennoch gibt es einige wilde Buchte und Hundestrände für die Hauptsaison. Mehr dazu erfährst du hier

Das haben wir vorher noch nie gesehen: ein Hund in der Kirche.
Immer wieder haben wir erlebt, dass Vierbeiner ihre Leute wie selbstverständlich in Trattorias begleitet haben, auch wenn diese überfüllt waren. Bestes Beispiel: die Bar Pippi in San Rocco. Hier sind viele Hunde sogar Stammgäste. 😊 Ebenfalls in San Rocco hat uns eine Italienerin verblüfft, die mit ihrem Flat Coated Retriever einfach in die Kirche San Nicolò marschiert ist. Dort lief gerade eine Führung, an die sich die Dame anschließen durfte – mit Hund. Es sei ja auch für Hunde wichtig, dazuzulernen, kommentierte das der Führer und lachte.

Mancherorts wie hier in Marina di Bibbona sind Hunde sogar im Supermarkt gestattet – wenn sie im Einkaufswagen sitzen.
Was für uns in Deutschland mindestens ebenso ungewöhnlich ist: Hunde dürfen mit ihren Leute auch in die Supermärkte. Dazu müssen sie allerdings im Einkaufswagen Platz nehmen. Klappt natürlich nur mit höchstens mittelgroßen Hunden. Dennoch ein nettes Angebot.
Was benötigt mein Hund für die Einreise nach Italien?
Dein Begleiter braucht einen EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung und einen Mikrochips bzw. eine Tätowierung, mit der er zweifelsfrei identifiziert werden kann.
Wo gilt Leinenpflicht?
An allen öffentlichen Orten muss der Hund angeleint werden.
In Naturschutzgebieten gilt genauso wie bei uns Leinenpflicht, hier reicht aber meist eine Schleppleine, wenn sich der Hund auf den Wegen hält und nicht in die Büsche schlägt und jagt.
Muss ich einen Maulkorb dabeihaben?
Ja. Den Maulkorb muss der Hund aber nur auf Verlangen der Ordnungskräfte anziehen. Wenn wir nach Italien reisen, haben wir immer einen Maulkorb aus Stoff dabei. Anziehen mussten wir ihn unseren Vierbeinern noch nie – auch wenn wir mit großen Hunden unterwegs waren.
Muss ich Hundekot aufsammeln?
Ja. Wer es nicht tut, dem drohen Geldstrafen von rund 250 Euro.
Italienische Riviera: Anreise von München mit hundegerechten Zwischenstopps

Erstmal ausschlafen, bevor es weitergeht.
Wir sind mit unserem rumänischen Spitzmix Amos und Leif, unserem Kastenwagen, im Januar von München über Lindau, Liechtenstein und Chur zunächst zum Lago Maggiore gefahren. 🚙
Wer für diesen ersten Teil der Reise einen Zwischenstopp für eine abwechslungsreiche Wanderung mit Hund sucht, dem können wir die Wanderung auf dem Känzeleweg oberhalb von Bregenz empfehlen. Weitblick über den Bodensee und ein wilder Waldweg, der Hunden einfach Spaß macht. Eine schöne Alternative: die Wanderung auf den Pfänder, den Hausberg von Bregenz.
Wer nur eben kurz an der Autobahn Halt machen möchte, dem legen wir die – von beiden Richtungen befahrbare – Autobahnraststätte „Via Mala“ in schweizerischen Thusis ans Herz. Die ist supersauber, bietet einen Hundebrunnen, und angeleinte Vierbeiner dürfen sogar mit hinein ins Gebäude mit Kiosk und schönem Bistro/Restaurant. Der größte Vorteil ist unserer Meinung jedoch die Tatsache, dass die Raststätte nicht umzäunt ist. Von hier aus kann man auf einem Anwohnersträßchen zwischen Feldern in den Wald spazieren. Nach wenigen Metern liegt rechts vom Weg ein natürlicher klarer Tümpel, der zum Planschen einlädt – wenn er sich nicht unter einer Schneedecke versteckt.

Wer flotter unterwegs ist, kann die Strecke München – Portofino auch in einem Rutsch durchfahren. Ohne den Umweg über den Lago Maggiore.
Wir haben uns für das gemütliche Unterwegs-sein entschieden und eine Zwischenübernachtung in Oggebio eingelegt. Warum gerade dort, zwischen Cannero Riviera und Verbania, am Westufer des Sees? Weil es dort einen ganzjährig geöffneten Wohnmobilstellplatz gibt, die „Area Camper Oggebbio“. Und die bietet nicht nur einen großartigen Ausblick über den See, sondern auch viele andere Annehmlichkeiten.
Mehr dazu erfahrt ihr hier.
Am nächsten Tag sind wir nach einem kurzen Gassi-Gang oberhalb von Oggebbio ohne Zwischenstopp durchgefahren zu unserem Stellplatz in Coreglia Ligure nahe Genua. Dort haben wir noch eine Wanderung zur Kirche San Nicolò unternommen – und den Tag mit Kartenspielen und chillen ausklingen lassen.
Praktisch für unterwegs
Campinglampen von Decathlon
Klein, leicht und super praktisch, um sie oben ins Zelt zu hängen oder sie auf den Campingtisch zu stellen und auch abends weiter Karten zu spielen. In unterschiedlichen Größen erhältlich, zum Teil auch mit Kurbel zum Wiederaufladen.
10 – 30 Euro, je nach Größe und Leuchtintensität.
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