Der Wasgau: Felsen, Burgen, weiche Pfade

Im Süden der Pfalz und mit Ausläufern nach Frankreich ist der Wasgau eine gleichermaßen geschichtsträchtige wie touristisch spannende Region Deutschlands. Eingebettet im Naturpark Pfälzer Wald finden sich im Wasgau zahlreiche mittelalterliche Burgen, mal gut erhalten, meist Ruinen, aber immer spannend. Ein großer Teil dieser Burgen wird von gut beschilderten und gut gepflegten Wanderwegen erschlossen, so dass sich Outdoor-Abenteuer phantastisch mit historischer Erfahrung verbinden lassen.

Typische Buntsandsteinformation: Der Napoleonfelsen

Neben den Burgen prägen auch sie das Bild von Wasgau und Pfälzer Wald: Buntsandformationen. Die bizarren Gebilde, die viele Millionen Jahre Erdgeschichte in roten, grauen oder grünen Felsen eingeschlossen haben, erheben sich als schlanke Türme, filigrane Skulpturen und mächtige, meterhohe und -breite Mauern überall entlang der schönsten Wanderstrecken. Steine zum Staunen. Der kreativste Künstler ist wohl doch die Natur. Im Wasgau glaubt man das sofort.

Beste Aussicht

Ein großer Teil des Gebietes bedeckt Wald. Noch triumphieren Nadelhölzer – vor allem Kiefern und Lärchen – über Laubbäume, doch die Pfälzer arbeiten daran, hier wieder ein gesundes 50:50 anzupflanzen. Großer Vorteil an heißen Tagen: viele Wanderwege sind beschattet. Weiterer großer Pluspunkte für Hunde: Die Wege, vor allem die der Prädikatswege, führen uns oft über hundepfotenweichen Boden.

Da keiner der Berge im Wasgau höher ist als 600 Meter, sind die Wanderungen in der Regel wenig anstrengend und eignen sich auch für Hunde und Menschen, die einen kleinen und unaufgeregten Ausflug schätzen. Dennoch wird man an vielen Stellen mit großartigen Ausblicken belohnt, bei gutem Wetter kann man kilometerweit ins Rheintal blicken. Für etwas ambitioniertere Toren bietet sich die Region rings um den Dahner Felsenpfad an. Hier wird es teilweise etwas steiler, die einzigartigen Felsformationen entschädigen für den vergossenen Schweiß.

Pfälzer Küche

Typische Pfälzer Küche, frisch zubereitet in der Burg Berwartstein

Kräftezehrende Wanderungen mit dem entsprechenden Kalorienverbrauch können durch die ehrliche und bodenständige Pfälzer Küche leicht ausgeglichen werden. Und auch der Pfälzer Wein hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt, moderne Weinbauern und Önologen haben viel dazu beigetragen, dass man zum Essen ein gutes Glas aus der Region genießen kann.

Orte im Wasgau

Einigen Orten im Wasgau sieht man an, dass sie sich vom Niedergang der Eisenproduktion und -verarbeitung Ende des 19. Jahrhunderts und vor allem von der Verlagerung der Schuhproduktion nach Asien noch nicht vollständig erholt haben. Der Tourismus ist mittlerweile Haupteinnahmequelle, davon profitieren manche Orte mehr als andere. Wer es pittoresker und gepflegter mag, wechselt in den französischen Teil des Wasgau, wo Orte wie Wissembourg mit gepflegten historischen Bauten und eindrucksvollen Fassaden glänzen.

Ein Grenzgang bietet sich ohnehin an. Schließlich gehört der Pfälzer Wald zum ersten grenzüberschreitenden Biosphärenreservat der UNESCO, dem „Pfälzerwald-Vosges du Nord“.

Hunde aller Größen gehören im Wasgau zum alltäglichen Straßenbild. Fast überall ist es selbstverständlich, dass der Hund im Restaurant einen Wassernapf bekommt und an den Wanderwegen Spender mit Kottüten aufgestellt sind.

Vegetation

Die Vegetation im Wasgau ist genauso unaufgeregt wie die Menschen. Kiefern, Heidekraut und Gräser sind vorherrschend. Viele Tiere, die sich anderswo verabschiedet haben, fühlen sich zwischen Felsen und Wald wohl. Etliche bleiben in Deckung, darunter Baummarder, Wilkatze und Luchse. Die kleinen Schönheiten bekommt man zu Gesicht. Gerade an den Felsspalten sieht man zahlreiche Eidechsen, wunderschöne, teils sehr seltene Schmetterlinge, und über den Bergen ziehen Greifvögel, darunter auch Wanderfalken, ihre Kreise.

Klima

Das milde Klima und ausreichend Niederschlag lassen im Wasgau auch empfindliche Pflanzen den Winter gut überstehen. Kakteen und bestimmte Palmenarten sind echte Hingucker. Spektakulär ist vor allem die üppige Mandelblüte im Frühjahr. Im Hochsommer können auch hier die Temperaturen gerne mal 30 Grad erreichen, Sonnenschutz und ausreichend Wasser für den Hund sollten auf jeden Fall immer dabei sein – auch wenn es im Wasgau viele Quellen und Bäche gibt, die wegen der natürlichen Filterfunktion des Buntsandsteins ihre natürliche Wasserqualität behalten haben

Einreisebestimmungen

Für den französischen Teil des Wasgau genügt der EU-Heimtierausweis mit einer gültigen Tollwutimpfung und Chip oder Tätowierung zur eindeutigen Identifikation.

Beste Reisezeit

Von Mai bis Oktober ist der Wasgau durchgehend ein lohnendes Ziel. Auch bei längeren Regenperioden sind die gut ausgebauten Wanderwege noch gut begehbar. Und an den höher gelegenen Orten bekommt man auch im Herbst noch ausreichend Sonnenstrahlen ab. Wer flexibel genug ist, richtet seinen Aufenthalt so ein, dass er im März/April die Mandelblüte in voller Pracht genießen kann.

Die besten Orte mit Hund

Burg Berwartstein

Hoch an den Felsen geklebt, thront die bewirtschaftete Burg über dem Wasgau. Das Essen ist regional, die Preise vernünftig und die Bedienung sehr nett. Auf der Terrasse sitzt man wunderbar im Schatten, und Hunde können sich entspannt danebenlegen.

Bio-Gasthof Bärenbrunnerhof

Tief im Bärenbrunnertal lockt der Hof mit herrlicher Idylle. Direkt davor grasen Schafe und Kühe, im Innenhof schlafen Schweine, auf dem großen Spielplatz amüsieren sich die Kinder, und auf der Terrasse genießen die Gäste ökologische Köstlichkeiten. Vom herzhaften Essen über den tollen Kuchen bis zum Bio-Bier, auf der Karte findet sich für jeden etwas. Die Stimmung ist gelassen, der Service herzlich. Besonderheit: Der Bärenbrunnerhof verkauft Wurst, Eier und mehr aus eigener Erzeugung und betreibt auch einen großen Wander- und Kletter-Shop. Und das auch noch: Ferienzimmer und -wohnungen.

Wissembourgh

Direkt hinter der deutsch-französischen Grenzen liegt Wissembourgh. Das Städtchen kombiniert romanische und gotische Baudenkmäler mit französisch-beschwingter Genussfreude und Leichtigkeit. Herauskommen Szenen wie diese: Ein mächtiger Bello tobt am zentralen Quay Anselmann ohne Leine durch den Springbrunnen, während die Umsitzenden auf ihren Bänken zwischen gepflegten Blumenrabatten ungerührt die Sonne genießen. Wissembourgh lässt sich prima mit Hund erkunden. Entlang der Stadtmauer ziehen sich Grünflächen, und wenn Abkühlung gewünscht ist, kann unser Hund statt in den Springbrunnen einfach in die Lauter springen, die Wissembourgh durchfließt. Besonders sehenswert: das „Maison du sel“ (Salzhaus) aus dem 15. Jahrhundert mit seinem auffallenden Dach neben dem Quay Anselmann.

Unterkünfte

Auch in den kleinen Orten gibt es einfache, aber saubere kleine Pensionen. Hier muss individuell nachgefragt werden, ob der Hund mit darf. Auch die Hotels sind meist charmante kleinere Häuser. Ferienhäuser und Campingplätze gibt es nur in überschaubarer Zahl. Hier empfiehlt sich besonders in Ferienzeiten eine frühzeitige Buchung.

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